Schlagwort: Windrad

  • #219 Rotterdam: Konzept für Windrad und Hotel in einem

    Ein niederländisches Konsortium hat ein multifunktionales Gebäude entwickelt: das „Dutch Windwheel“ ist einerseits ein Hotel, andererseits ein Windrad ohne Rotorblätter. Und geht es nach der Gruppe, soll es bei seiner Fertigstellung 2025 eines der drei höchsten Gebäude in ganz Rotterdam sein.

    So soll das Windradhotel von innen aussehen

    Aktuell gibt es das Gebäude freilich nur auf dem Papier. Doch das runder Gebäude soll im Hafen von Rotterdam entstehen und ungefähr 174 Meter hoch sein – und legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit:

    • die Fassade soll mit Solarmodulen ausgestattet sein (30.000 Quadratmeter)
    • Regenwasser soll aufgefangen und damit Pflanzen versorgen
    • Materialien und Technologien der Außenhülle sollen für passive Kühlung bzw. Erwärmung sowie für Luftzirkulation sorgen.

    Das Windrad funktioniert ohne jegliche bewegliche Teile – im enorm Magazin wird dies so beschrieben: „Dabei wird Strom grob gesagt dadurch erzeugt, dass Wasserdampf elektrostatisch aufgeladen wird und der Wind die geladenen Teilchen dann innerhalb des elektrischen Feldes bewegt.“ Die Technik nennt sich Ewicon-System – ein erster Prototyp steht dabei übrigens seit 2013 an der Technischen Universität Delft. Ob die Vergrößerung der Anlage dann schließlich überhaupt funktioniert, wissen selbst die Projektinitatoren nicht.

    Ewicon-Prototyp an der Technischen Universität Delft

    Nachdem das Projekt 2015 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, hat man nun das überarbeitete Design und die unterstützenden Partner vorgestellt. So gehören zu den öffentlichen Unterstützern u.a. die Gemeinde Rotterdam und das Wirtschafts- und das Infrastrukturministerium.

    Das Konsortium bewirbt das 300-500 Millionen Euro-Projekt natürlich außerordentlich. Denn, so erklären sie, durch die Bauweise und die Lage direkt am Hafen soll das Windradhotel einen entscheidenden Schub für den Tourismus bringen – und gar ein neues Wahrzeichen der Stadt werden.

    Sollte das Projekt in Rotterdam nicht umgesetzt werden, stehen schon andere Städte Schlange. New York, Miami, Las Vegas, Dubai und Macao haben bereits Interesse bekundet.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Pressefotos von Dutch Windwheel und mecanoo.nl

  • #75 Energiegewinnung durch von Wind erzeugten Schwingungen

    Die Erzeugung von Energie durch Windräder ist ja auch nicht ganz unumstritten – deshalb arbeiten viele kluge Köpfe daran, auf einem anderen Weg den Wind zur Gewinnung zu nutzen. Ein Beispiel dafür ist das 2015 erstmals vorgestellte Projekt namens „Vortex Bladeless“.

    Wie auf dem Titelbild zu sehen, findet hier die Erzeugung nicht durch Rotorblätter statt: Der Vortex Bladeless steht schmal und gerade in den Himmel – und wartet auf den Wind. Ist es endlich soweit, bricht der Wind gegen eine solide Struktur und erzeugt eine aerodynamische Wirkung, die sogenannte „Kármánsche Wirbelstraße“ entsteht. Diese wird im nachfolgenden Video dargestellt: Man stelle sich vor: Der Wind kommt von links, der Vortex ist das schwarze, solide Ding im linken Bereich. Die aerodynamische Wirkung ist das Gewellte, also die Wirbelstraße. Und genau damit soll Energie erzeugt werden.

    Die Vorteile gegenüber handelsüblichen Windrädern sind vielfältig: Vortex Bladeless ist still – die Schwingungen passieren in einer Frequenz von unter 20 Hertz, was für den Menschen nicht hörbar ist. Ebenso sollen sie keine Gefahr für Vögel darstellen, wohingegen die Rotorblätter von Windrädern einige Opfer forderten. Und vor allem der Preis ist unschlagbar: Die Anschaffungskosten sollen 50 Prozent geringer sein als bei herkömmlichen Windrädern, die Wartungskosten sollen um bis zu 80 Prozent geringer sein.

    Ein Windrad kann zwar mehr Energie erzeugen – Vortex Bladeless kommt hier auf 70 %. Doch dafür verbraucht diese Gerätschaft nur 30 Prozent eines normalen Windrads. Theoretisch wäre also möglich, drei Vortex auf die gleiche Fläche zu stellen, auf der zuvor ein Windrad geplant war. Die Vortex mini, den man sich sozusagen in den Garten stellen kann, (Höhe: 13 Meter) kommt dabei auf 4 Kilowatt, die Vortex Gran (Höhe: über 150 Meter) auf mehr als 1 Megawatt.

    https://www.youtube.com/watch?time_continue=131&v=WqcNc9bKlNY

    Im Jahr 2015 schloss das spanische  Unternehmen eine Crowdfundingkampagne erfolgreich ab und sammelte im vergangenen Jahr Geld von Investoren und unter anderem auch von der Europäischen Union. Doch obwohl sich alles gut anhört, gibt es kritische Stimmen: So zweifelt man an der Lautstärke und der Fähigkeit, ausreichend Strom damit zu produzieren. Aber alles in allem ist es spannend, welche innovative Ideen im Bereich der Erneuerbaren Energien existieren und weitergedacht werden. (Siehe dazu auch den engadget.com-Beitrag bei den weiterführenden Links).


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Bild von Vortex Bladeless

  • #13 Schweden will 100 % erneuerbare Energie bis 2040

    Wie der Independent berichtet, ist Schweden auf dem besten Weg, ihr Ziel zu zu erreichen: Bis zum Jahr 2040 wollen die Skandinavier ihren Bedarf voll und ganz mit erneuerbare Energien abdecken. Schon 2015 stammten 57 % des schwedischen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Im selben Jahr verkündete der schwedische Premierminister Stefan Löfven, dass man durch massive Investitionen in erneuerbare Energien und grüne Technik eines der ersten Länder weltweit sein möchte, das komplett auf fossile Brennstoffe verzichten will.

    Warum das in Schweden offenbar so gut gelingt? Weil das Land nicht dicht besiedelt ist und somit viel Land für den Bau von großen Windradanlagen zur Verfügung steht. Die zehn schwedischen Atomkraftwerke werden deshalb nach und nach abgedreht und ihr Anteil an der schwedischen Stromerzeugung von den Windrädern übernommen.

    Andere Länder sind da noch besser dran: Dänemark stellt 140 % des dänischen Energiebedarfs allein durch Windkraft her und exportiert den Überschuss in die Nachbarländer. Island schafft es fast, dass 100 % ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien kommt. Costa Rica gelang es 2016 auch fast zu 100 %, rein mit erneuerbarer Energie auszukommen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, markusspiske, Pixabay