Schlagwort: Wasserfilter

  • #246 Filterschwamm entfernt Schwermetalle aus Gewässern

    Ein junger Mann aus dem aktuell von schweren Hochwassern betroffenen Houston/Texas konnte im Juli 2017 den wohl effektivsten Schwermetall-Wasserfilter vorstellen – und damit eine mögliche Lösung für die Trinkwasserverseuchung durch Schwermetalle bieten.

    Perry Alagappan, so heißt der Erfinder, hatte die Idee dazu nach einer Reise mit seinen Großeltern nach Indien. Daraufhin fragte er an, ob er an der Rice University in Houston in den Laboren Wasserfilter testen könne – bereits 2015 erhielt er seine Entdeckung den „Stockholm Junior Water Prize“. Seither wurde die Technologie weiterentwickelt und schließlich im Juli dieses Jahres präsentiert.

    oben: Ein Quarzfaser-Schwamm mit Kohlenstoff-Nanoröhren; unten: ein bereits genutzter Schwamm der im Testbetrieb 99% der Schwermetalle Cadmium, Kobalt, Kupfer, Quecksilber, Nickel und Blei aus dem Wasser zog
    oben: Ein Quarzfaser-Schwamm mit Kohlenstoff-Nanoröhren; unten: ein bereits genutzter Schwamm der im Testbetrieb 99% der Schwermetalle Cadmium, Kobalt, Kupfer, Quecksilber, Nickel und Blei aus dem Wasser zog (Fotorechte: © Barron Research Group/Rice University)

    Dabei handelt es sich um ein Quarzfaser-Schwamm, bei welchem Kohlenstoff-Nanoröhren hinzugefügt werden. Ein Gramm dieses Materials kann 83.000 Liter kontaminiertes Wasser vom Schwermetall befreien – genug um die täglichen Bedürfnisse von 11.000 Menschen zu stillen. Gereinigt kann dieser Schwamm mit Haushaltschemie wie z.B. Essig.

    Auf ingeneur.de wird das genauer beschrieben:

    Es ist eine simple Quarzwolle, ein watteartiges Gewirr aus zwölf Mikrometer dünnen Siliziumdioxid-Fasern, die das Grundgerüst des Filterschwamms bildet. Um dieses lassen die Forscher winzige Kohlenstoff-Nanoröhrchen wachsen. Die kleinen Nanoröhrchen werden dann mit einer oxidierenden Säure behandelt und einige Kohlenstoffatome werden durch Sauerstoff ersetzt. Dieser Trick verleiht den Nanoröhrchen viele hochreaktive potenzielle Ansatzstellen für Metallionen von Kadmium, Quecksilber und Co. (ingeneur.de)

    Ein Gramm dieses Schwamms kostet einen Vierteldollar (0,21 Euro Cent) – dabei sind Material- und Herstellungskosten in die Kostenanalyse mit eingerechnet. Perry Alagappan studiert nun übrigens an der Stanford Universität.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainTobiasDPixabay

  • #148 Spouts of Water: Keramikfilter für sauberes Trinkwasser in Uganda

    Als die US-amerikanische Collegestudentin Kathy Ku im Jahr 2010 in Uganda unterrichtete, bemerkte die damals 19jährige, dass sie und ihre Gastfamilie häufig krank wurden – durch das Trinkwasser. Zurück auf der Harvard University ließ sie der Gedanke nicht los, dass man etwas dagegen tun muss. Etwas Erfahrung hatte sie hinsichtlich solcher Filter bereits mit Engineers Without Borders gelernt und so designte sie einen Keramikwasserfilter und bekam auch noch Hilfe von StudienkollegInnen. Doch ihr Ziel war es nicht, diese Filter nach Uganda zu schicken – sie sollen in Uganda hergestellt werden.Nachdem Gespräche mit mehreren Entwicklungshilfeorganisationen zeigten, dass sie zwar Interesse an Wasserfiltern haben, aber sie selber nicht produzieren können, wusste sie, dass sie die Produktion sozusagen selbst in die Hand nehmen muss.

    In ihrem „junior year“, also dem dritten Jahr ihres Bachelorstudiums, nam Ku ein Jahr Auszeit, um ihre Idee in die Tat umzusetzen. Nun, fünf Jahre nachdem sie dieses Jahr Auszeit genommen hat, ist ihre Organisation Spouts of Water gewachsen: 40 MitarbeiterInnen haben bislang 14.000 Keramikfilter hergestellt, die 99,9 Prozent der Bakterien aus dem Wasser entfernen. Dadurch haben rund 100.000 Menschen nun Zugang zu sauberem Trinkwasser.

    Zu Beginn schaffte man es, maximal 10 Filter pro Tag herzustellen – in der neuen Firma haben sie nun die Kapazität 10.000 Filter pro Monat herzustellen. Aktuell stehen sie bei 800 bis 2.000 Stück pro Monat. Die Filter kosten 20 Dollar und halten für zwei Jahre.

    Im Herbst wird Ku beginnen, an der Stanford Medical School zu studieren – dadurch endet Spouts of Water aber nicht: „It’s a great feeling to have to realize that you don’t have just a company. You have an organization, you have a structure that can run without you. So I’m really excited about that.“ (news.nationalgeographic.com)

    In der neuen Serie „Chasing Genius“ stellt National Geographic inspirierende Geschichten vor. Das ist das Video zu Kathy Ku:


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, tpsdave, Pixabay