Schlagwort: Virus

  • #284 Erfolgreiche Herstellung eines virusfreien Polio-Impfstoffs

    Der Polio-Virus löst Kinderlähmung aus – und dank weltweiter Impfkampagnen konnte der Virus zu 99 Prozent ausgerottet werden. Doch der Virus bleibt auch weiterhin auf dieser Welt – weil die aktuellen Impfstoffe auf aktiven Viren beruhen. ForscherInnen aus Großbritannien ist es nun aber gelungen, eine synthetische Kopie des erfolgreichen Impfstoffs zu produzieren. Damit könnte in einigen Jahren der Virus komplett von der Erde verschwinden.

    Zwar besteht der Impfstoff aus der äußeren Proteinhülle des Polio-Virus, enthält aber nicht den Virus selbst bzw. sein Erbgut, das für Ansteckung sorgt. Auf deutschlandfunk.de wird die Herstellungsweise ausführlich beschrieben. Hier eine verkürzte Fassung: Die genetischen Baupläne für die Hüllproteine werden in spezielle Bakterien namens Agrobacterium tumefaciens übertragen – als ringförmiger DNA-Strang. Danach werden die Blätter von Tabakpflanzen (das heutige Titelbild zeigt eine Tabakplantage) mit einer Lösung der Bakterien umspült. Das Bakterium dringt dabei in die Pflanzenzellen ein und schleust sich in den Zellkern. Die im DNA-Strang codierten Proteine werden dann durch die Pflanzen hergestellt – und das Ergebnis ist schließlich die leere Virushülle für den neuen Impfstoff.

    ForscherInnen der Universitäten Leeds und Oxford bestätigen in Untersuchungen, dass es sich um eine exakte Kopie der echten Virushülle handelt. Bei ersten Tests mit Mäusen löste sie außerdem die geplante Immunreaktion gegen den Polio-Virus aus. Ziel ist es nun, den Maßstab der Produktion zu vergrößern – und später auch klinische Tests an Menschen durchzuführen. Bereits im nächsten Jahrzehnt möchte man dann den neuen, synthetischen Impfstoff einführen. Auch eine Ausweitung auf andere Impf-Wirkstoffe ist geplant.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, distel2610Pixabay

  • #55 Erfolg gegen HIV bei frühen Impfstoffversuchen

    Heutzutage kann man mit einer HIV-Infektion durch die tägliche Einnahme von antiretroviralen Medikamenten. Aber natürlich forscht man weltweit an einer Möglichkeit, den Virus mittels Impfung bekämpfen zu können. Wird der HI-Virus nicht behandelt, bricht fast immer die Krankheit AIDS aus.

    Ein Forschungsteam des IrsiCaixa Aids Research Institue in Barcelone hat für eine Studie zwei innovative HIV-Impfstoff, welche an der University of Oxford entwickelt wurden, und ein Krebs-Medikament Romidepsin miteinander kombiniert. Die Studie dauerte drei Jahre lang – dabei wurden 24 TeilnehmerInnen, welche vor kurzem erfahren hatten, dass sie das HI-Virus in sich trugen, zuerst einmal lange Zeit beobachtet, damit die ForscherInnen herausfanden, wie das Immunsystem auf die täglichen antiretroviralen Medikamente reagiert. Erst relativ spät bekamen dann 15 von ihnen schließlich die innovative Medikamentenkombi.

    Bei fünf der TeilnehmerInnen war das Virus nach Erhalt der Behandlung vorübergehend mehr als ein Monat (und darüber hinaus) nicht mehr nachweisbar, durch das Immunsystem wurde dabei seine Verbreitung gestoppt. Einer von ihnen ist sogar seit sieben Monaten medikamentenfrei. Beim Rest wurden nach den ersten vier Wochen jedoch schon wieder das Virus festgestellt.

    Das ist definitiv ein großer Fortschritt in der Forschung nach einem Impfstoff gegen HIV. So sieht das auch Mitchell Warren von der „Aids Vaccine Advocacy Coalition“:

    Mitchell Warren, executive director of the Aids Vaccine Advocacy Coalition (Avac), said the study had been carried out on a small scale but its findings were “interesting and important”.

    “Long-term systems that don’t require daily pill taking could really help accelerate getting 37 million people with HIV undetectable and not infectious – that would be a great opportunity to turn the tide on the epidemic,” he told The Independent.

    Warum diese Medikamentenmix so besonders ist? Die beiden Impfstoffe stimulieren dabei die Produktion von weißen Blutkörperchen im Körper. Diese weißen Blutkörperchen sind fähig, Zellen zu erkennen und zu zerstören, die durch das Virus infiziert worden sind. Das Krebsmedikament Romidepsin dient dazu, dass der HI-Virus aus Geweben, in denen er sich niedergelassen hat, herausgespült wird.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, allinonemoviePixabay

  • #4 Lebenserwartung am afrikanischen Kontinent steigt deutlich an

    #4 Lebenserwartung am afrikanischen Kontinent steigt deutlich an

    Die Bewohner des afrikanischen Kontinents wiesen bislang die weltweit durchschnittlich geringste Lebenserwartung aus. Wie ein Beitrag der (internationalen) Financial Times erklärt, hat sich die Lebenserwartung in einigen Ländern in großem Maße verbessert. Quelle für diese Aussage sind Zahlen der World Bank.

    So stieg sie z.B. in Malawi von 2000 bis 2014 um 42,2 % bzw. um 18,6 Jahre (von 44,1 auf 62,7 Jahre). Fünf weitere Länder verspüren einen Anstieg von über 30%, sieben einen Anstieg von über 20 %. Den geringsten Anstieg gibt es in Südafrika (2,5 Prozent) und Swaziland (0,4%).

    Viele afrikanische Staaten erlebten in den 90ern vor allem aufgrund der HIV/Aids-Epidemie starke Einbrüche in der Lebenserwartung. Auch heute kommen 25 Millionen der weltweit 35 Millionen HIV-Infizierten aus Subsahara-Afrika. Auch heute gibt es noch kein Heilmittel gegen den Virus. Aber antiretrovirale Medikamente (also Medikamente, die die Reproduktion von Retroviren wie z.B. HIV hemmen) wurden für viele Bewohner des Kontinents zugänglicher und leistbar – selbst für Menschen mit geringem Einkommen. Ebenso haben leistbare Generika von ganz herkömmlichen Medikamenten die Gesundheitsversorgung in Afrika verbessert.

    2016 liegt die Lebenserwartung bei Frauen im Durchschnitt bei 62 Jahren, jene der Männer bei 59 Jahren, mit der höchsten in Nordafrika und der geringsten in Zentralafrika.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, wjgomes, Pixabay