Schlagwort: USA

  • #287 Superfood gegen die Armut der thailändischen Reisbauern

    Die 17 Millionen Reisbauern und -bäuerinnen in Thailand verdienen durchschnittlich 40 Cent (US-Dollar) am Tag. Damit liegt ihr Verdienst weit unter der nationalen Armutsgrenze. Nun soll der „Superfood“-Reis namens Jasberry dafür sorgen, dass für einige von ihnen am Ende des Tages mehr herausschaut.

    Jasberry zählt zum Trendbereich „Superfood“, da er „zehn Mal so viele Antioxidantien stecken wie in grünem Tee, zudem viel Vitamin E und Beta-Carotine“ (enorm-magazin.de) beinhaltet. Und im Gegensatz zu Acai-Beeren und Granatäpfeln ist hier der Anbau vergleichsweise günstig.

    Der Thailander Peetachai Dejkraisak, der in Australien aufgewachsen ist, hat mit vier Freunden das Unternehmen Siam Organic gegründet. Dieses Unternehmen schult Bauern in nachhaltigen, ökologischen Anbaumethoden – und zeigt ihnen die Vorteile des Jasberry-Reis. Jene 1.800 Bauern, die diesen Reis anbauen, verdienen bereits das 14-Fache eines durchschnittlichen Reisbauern, also ungefähr 5,6 US-Dollar pro Tag. In den nächsten drei Jahren ist es das Ziel, dass damit 20.000 thailändische Farmer aus der Armut geholt werden sollen.

    Der große Markteintritt in den USA und Europa steht bevor. In Amerika gibt es den Reis bereits in New York. Wenn erst der große Hype über den Superreis ausbricht, werden wohl noch viele weitere Jasberry-Farmer benötigt werden.


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  • #238 Dolly Partons Imagination Library versendet 1 Million Bücher pro Monat an Kinder

    Das Logo von Dolly Parton's Imagination Library. Ein aufgeschlagenes Buch, auf welchem fünf weitere Bücher stehen und durch die ein Zug durchfährt.
    Das Logo der Initiative

    Dolly Parton hat eigentlich schon alles erreicht: Als Country-Sängerin hat sie seit den 70er Jahren mehr als 100 Millionen Alben verkauft und 8 Grammys gewonnen. Doch viele junge Menschen werden etwas anderes mit ihr verbinden: Die von ihr initiierte „Imagination Library“ versendet jeden Monat ein Buch an Kinder zwischen 0 und 5 Jahren.

    Im Juli 2017 vermeldet die Initiative, dass allein in diesem Monat 1.098.100 Bücher versendet wurden. Seit dem Start im Jahr 1996 ist die Imagination Library für 92.919.139 versendete Bücher verantwortlich. Bis heute hat sich das Projekt weiterentwickelt. Gab es diese Initative anfangs nur im US-Bundesstaat Tennessee, bekommen nun Kinder in den gesamten USA, in Kanada, dem Vereinigten Königreich und Australien einmal im Monat ein Buch.

    Die einzelnen (der mehr als 1.600) Kommunen, die an dem Projekt teilnehmen, sind dabei auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen. In Lewis County, Kentucky kann man z.B. mit 25 Dollar pro Jahr das Lesevergnügen für ein Kind finanzieren. Gerade durch die Einsparungen im Bereich der Bildung in den USA braucht es umso mehr SpenderInnen für diese Initiative.

    Studien zeigen auch, dass es einen Zusammenhang zwischen der Imagination Library und der Fähigkeit, bereits im Kindergartenalter lesen zu können gibt.

    Results presented in this article suggest that program participation is also positively and significantly associated with higher early language and math scores, even after controlling for other key factors associated with kindergarten readiness. These results offer support for policy interventions designed to advance kindergarten readiness by increasing access to early literacy materials for families with young children. (tandfonline.com)


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  • #181 Kolumbien: FARC-Rebellen offiziell abgerüstet

    Nach 53 Jahren Guerilla-Krieg ist es ein großes Zeichen. In einer offiziellen Zeremonie feierten der kolumbische Präsident Juan Manuel Santos und der FARC-Führer Rodrigo Londoño die Abrüstung der brutalen Rebellen.

    Dem seit 1964 andauernden Konflikt waren mehr als 260.000 Menschen zum Opfer gefallen. Ausgetragen wurde er dabei von der kolumbianischen Armee, der FARC, anderen linken Guerillagruppen und recht(sextrem)en Paramilitärs. Sieben Millionen Menschen wurden aufgrund der Auseinandersetzung zur Flucht gezwungen. Seit 22. Juni 2016 gab es einen offiziellen endgültigen Waffenstillstand zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC

    FARC heißt eigentlich FARC-EP bzw. F.A.R.C.-E.P. und steht für „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo“, also „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee. In den EU-Ländern, den USA, Kanada, Peru und Kolumbien wurde die FARC bis September 2016 als „terroristische Organisation“ eingestuft.  Die Annäherung der Regierung an die FARC-Rebellen wird jedoch nicht von der gesamten Bevölkerung als positiv angesehen: Bei einem nichtbindenden Referendum im Oktober 2016 stimmten 50,23 Prozent gegen das Friedensabkommen.

    Die FARC will ihre Ziele nun ohne Waffen und Entführungen umsetzen – nämlich als politische Partei – 10 Sitze im Kongress soll ihnen dabei in den ersten Jahren garantiert werden. Wie Boris Herrmann in der Süddeutschen schreibt, werden sie es aber langfristig schwer haben:

    Als künftige Bewerber um Wählerstimmen sorgen sich die Farc um ihr schlechtes Image. Sie haben eine Werbekampagne gestartet, in der sie sich als soziale Wohltäter inszenieren. Große Teile der Bevölkerung halten das für scheinheilig. (sueddeutsche.de)

    Er ist es auch, der beschreibt, dass die Gewalt in Kolumbien noch nicht zu Ende ist. Die ELN („Ejército de Liberación Nacional; Nationale Befreiungsarmee), die zweitgrößte Guerillagruppe, mordet und entführt weiter. Doch auch hier begannen im Februar 2017 Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der ELN mit dem Ziel der Entwaffnung.


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  • #167 Für EU-Mitgliedsstaaten wird Pariser Klimaabkommen gesetzlich verpflichtend

    Würden sich alle Staaten dieser Erde an ihre Versprechungen aus dem Pariser Klimaabkommen halten, wäre das natürlich eine gute Entscheidung im Kampf gegen den Klimawandel. Entscheidet sich aber ein Land, sich nicht an die Abmachungen zu halten, dann wird es dafür nicht bestraft. Für viele Umweltorganisationen ist das der große Nachteil am Abkommen. Für die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union soll sich nun durch ein Gesetz verändern.

    Das Europäische Parlament hat sich am 14. Juni 2017 mit überwältigender Mehrheit (534 Stimmen dafür, 88 Gegenstimmen. 56 haben sich enthalten) für diese Gesetzesinitiative ausgesprochen. Das Gesetz würde die Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, den Ausstoß von Treibhausgasen um 40 Prozent unter den Wert von 1990  Die Europäische Union ist der drittgrößte Produzent von Treibhausemmissionen – nach China (30 %) und den USA (15 %) kommen die EU-28 auf 9%, gefolgt von Indien (7 %), Russland (5 %) und Japan (4 %). Bislang konnte die EU den Ausstoß um 22 Prozent verringern, für die restlichen 18 Prozent braucht es breit angelegte Anstrengungen.

    Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Entwurf muss nun noch im Rat der Europäischen Union verabschiedet werden – danach muss es noch von den einzelnen nationalen Regierungen in nationales Recht umgewandelt werden. Das kann also noch einige Jahre dauern – und doch ist es vielversprechend und vielsagend, dass sich das Parlament mit einer derart großen Zustimmung dafür ausgesprochen hat.


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  • #158 Neuer Wirkstoff auf Basis von Komodowaran-Blut

    Komodowarane, oder auch Komododrachen genannt, ist eine Echsenart aus Indonesien. Mit einer maximalen Länge von drei Metern und einem Gewicht von 70 Kilogramm ist sie die größte gegenwärtig lebende Echse. Sie leben in ungemütlichen, widerlichen Umgebungen und kommen darin gut zurecht.

    Aus diesem Grund haben sich ForscherInnen der George Mason University (Virginia, USA) die Komodowarane, oder besser gesagt das Blut der kleinen Drachen, angesehen. Dabei fanden sie 48 seperate protein-ähnliche Verbindungen, sogenannte antimikrobielle Peptide (also Abwehrpeptide), die Bakterien abwehren. Acht davon bekämpfen Bakterien, die bislang bei der Behandlung mit aktuellen Antibiotika eine Resistenz aufwiesen.

    Die ForscherInnen haben mit diesem Wissen ein neues, synthetisches Peptid entwickelt. Es trägt den überaus coolen Namen „DRGN-1“, was ausgesprochen „Dragon One“ heißen soll. Diese synthetische Verbindung ist sogar noch stärker als jene, die im Blut des Komodowarans gefunden wurden. DRGN-1 tötet aber nicht nur die Bakterien, sondern es schwächt auch den Biofilm, den Bakterien verwenden, um an der Oberfläche der Wunden zu haften. Außerdem heilt die Wunde damit schneller.

    Für die Medizin könnte das ein großer Durchbruch sein. Zwar macht uns das Drachenblut nicht, wie im Nibelungenlied, unverwundbar – aber es könnte ein Mittel gegen die immer größere werdende Antibiotikaresistenz sein. Die Weltgesundheitsorganisation sieht die Antibiotikaresistenz als „one of the greatest challenges to global public health today, and the problem is increasing“ (apps.who.int; PDF).

    Aktuell wurde der Wirkstoff erst an Mäusen getestet, aber DRGN-1 „is a good candidate for additional studies and possible development as a topical therapeutic agent for infected wounds“ (bbc.com)


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  • #129 Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 halbiert

     

    1990 zählte man noch 14,2 Millionen Todesfälle von Kindern auf der ganzen Welt, 2015 sind es 7,3 Millionen. Und das bei einem weltweiten Bevölkerungsanstieg von rund 2 Milliarden Menschen (von 5.309.668.000 auf 7 349 472.000)Immer noch eine schrecklich hohe Zahl, und doch ein deutlicher Fortschritt: Dr. Nicholas J. Kassebaum, ein Autor des Berichts, sieht die Gründe dafür in flächendeckenden Impfungen, Schutz für schwangere Mütter und der Ernährung.

    Äthiopien und Malawi stechen dabei besonders hervor: Hier sieht Kassebaum vor allem die positiven Entwicklungen beim Zugang zu sauberem Trinkwasser und besseren Kenntnissen über Hygiene als ausschlaggebend an. Ebenso führt in diesen Ländern bessere Bildung (vor allem auch von Frauen) dazu, dass die Menschen mehr auf ihre Gesundheit und auch auf ihre Ernährung achten.

    The world is doing a much better job of keeping babies alive long enough to become children, children alive long enough to become teens and teens alive long enough to fully grow up. (mainepublic.org)

    Zwar sind das gute Nachrichten für Säuglinge und Kleinkinder (bis 5 Jahre). Kinderkrebserkrankungen bei älteren Kindern und Jugendlichen sind jedoch immer noch ein großes Problem: In Japan, Europa und den USA gab es dabei große Fortschritte bei der Heilung, in ärmeren Ländern gibt es jedoch diesen Zugang zu den Behandlungsmethoden nicht. Außerdem ist Krieg immer noch der größte Grund für Kindersterblichkeit im Mittleren Osten – jene, die ihre Kindheit im Krieg überlegen, leiden dann häufig an Posttraumatischer Belastungsstörung.

    Und so beendet Kassebaum das Interview mit folgenden Worten:

    For the last two decades, enormous progress has been made. Children under five are not dying as much. But you have to think of childhood and adolescence as a continuum. We have to continue to address the health challenges of all children and adolescents (mainepublic.org)


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  • #120 Junge Bibliothekarin bringt Bücher und Leselust in ihr Slum

    Muskaan Ahirwar ist die Bibliothekarin der „Bal Pustakalaya“ (Hindi für „Kinderbibliothek“). Ihren Sitz hat die Bibliothek in den Slums der indischen Stadt Bhopal – und jeden Tag, nachdem Muskaan von der Schule nach Hause kommt, setzt sie sich für eine Stunde in ihre Bibliothek und liest den regelmäßig zahlreich erscheinenden Kindern (zwischen 25 und 50 pro Tag) aus einem der Bücher vor.

    Die heute zehnjährige Ahirwar wurde von einem Team des „State Education Board“ sozusagen entdeckt: Als der Ausschuss 25 Bücher an in den Slums wohnende Kinder ausgegeben hat und danach mit Quiz mehr über die Bildung der Kinder erfahren wollte, stach Muskaan hervor – und so gab man ihr die Verantwortung, ihr Wissen weiter zu streuen und den Kindern etwas beizubringen. Keine leichte Aufgabe für ein neunjähriges Kind. Doch Muskaan akzeptierte freudig und wurde damit zur jüngsten Bibliothekarin der Welt.

    Anfang 2016 begann sie mit 25 Büchern, Ende Oktober 2016 zählte sie bereits 700 – alles Spenden aus Indien, aber auch den USA und aus Australien.

    Muskaans Vater ist Zimmermann, ihre Mutter Hausfrau – sie sind stolz auf ihre beiden Töchter, denn neben Muskaan arbeitet auch ihre ältere Schwester Neha manchmal in de Bibliothek. Muskaans Ziel ist es, irgendwann zu studieren und Ärztin zu werden – für die Kinder im Slum ist sie deshalb nicht nur Vorleserin, sondern auch ein großes Vorbild.

    2016 wurde Muskaan mit dem „Thought Leader“-Award vom „National Institution for Transforming India (NITI Aayog) ausgezeichnet – und auch hier ist sie die bislang jüngste Preisträgerin.


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  • #114 Die Kriminalstatistik zeigt: USA ist sicherer geworden

    Vor allem im vergangenen Wahlkampf wurde die Entwicklung der Vereinigten Staaten sehr düster beschrieben. Wenn man aber nach Daten und Fakten sucht, wird schnell klar, dass sich im Verlauf von rund 20 Jahren sehr vieles zum Positiven verändert hat. Auf der Website des FBI findet man eine Kriminalstatistik im Jahresvergleich von 1996 bis 2015 – auch hier erkennt man eine deutliche Verbesserung, und das bei einem Bevölkerungszuwachs von 265.228.572 Menschen (1996) auf 321.418.820 Menschen (2015).

    Kriminalität in den USA

    Hier werden die Fallrate pro 100.000 Einwohner miteinander verglichen. Beispiel: 1996 lag die Mordrate bei 7,4, 2015 bei 4,9. Das bedeutet, dass 1996 pro 100.000 Einwohner statistisch 7,4 Morde passiert sind. In Klammer befindet sich die prozentuelle Veränderung von 2006 zu 2015)

    • Gewaltverbrechen: Die Rate sank von 636,6 auf 372,6. (Ein Minus von 22,3 % seit 2006)
    • Mord und vorsätzliche Tötung: Die Mordrate ging von 7,4 auf 4,9 zurück. (Ein Minus von 15,5 % seit 2006)
    • Vergewaltigung: Hier veränderte sich die Rate von 36,3 auf 28,1. (Ein Minus von 11,1 % seit 2006)
    • Raubüberfall: Die Rate fiel von 201,9 auf 101,9. (Ein Minus von 32,1 % seit 2006)
    • Schwere Körperverletzung: Auch hier eine deutliche Veränderung von 391,0 auf 237,8. (Ein Minus von 18,5 % seit 2006)
    • Eigentumsdelikte: Eine Verringerung von 4.660,2 auf 2.730,8. (Ein Minus von 25,7 % seit 2006)
    • Einbruch: 1996 lag die Rate bei 945,0, 2013 bei 491,4. (Ein Minus von 33,0 % seit 2006)
    • Diebstahl: Hier verringerte sich die Rate von 2.980,3 auf 1.775,4. (Ein Minus von 19,8 % seit 2006)
    • Autodiebstahl: Den prozentuell höchsten Rückgang gab es hier. Die Rate ging von 525,7 auf 220,2 zurück. (Ein Minus von 45,0 % seit 2006)

    Nur zur Klarstellung: Hier soll kein Gewaltverbrechen jeglicher Art kleingeredet werden. Sie finden immer noch statt und jedes Opfer ist eines zu viel. Der Rückgang soll aber aufzeigen, dass sich auch die USA in diesem Bereich deutlich verbessert hat.

    Zum Verständnis von Kriminalstatistiken

    Bei der Betrachtung einer Kriminalstatistik ist grundsätzlich immer Vorsicht geboten. Wie man in der Tabelle sehen kann, gibt es einen Anstieg einigen Sparten einen Anstieg von 2014 auf 2015. Außergewöhnliche Ereignisse können gewisse Zahlen für ein Jahr in die Höhe schnellen lassen. Im Gespräch mit dem Pressesprecher der niederösterreichischen Landespolizeidirektion wurde mir erklärt, dass man deshalb aus Kriminalstatistiken vor allem Trends ablesen kann und soll – und dabei auf Vergleichszahlen von vor fünf oder zehn Jahren zurückgreifen soll. Deshalb auch die Angabe der prozentuellen Veränderung seit 2006.

    Die Zahlen für 2016 liegen noch nicht komplett vor, die Mordrate scheint aber um 7,8 % zu steigen, wie ein Report des Brennan Center for Justice an der New York University School of Law zeigt. Doch trotz des vermutlichen Anstieges muss man Folgendes im Hinterkopf behalten:

    Even with the recent spike in murders, America’s murder rate still remains near the bottom of a 25-year decrease, and the study authors note: „Today’s inner cities‘ are safer than at almost any point in the past.“ (voanews.com)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Alexas_Fotos, Pixabay

  • #113 Weltweite Zahl der Hinrichtungen 2016 gesunken

    Die derzeitige weltweite Situation zeigt:

    • 104 Staaten haben die Todesstrafe vollständig abgeschafft
    • 7 Staaten sehen die Todesstrafe nur noch für außergewöhnliche Straftaten wie etwa Kriegsverbrechen oder Vergehen nach dem Militärrecht vor
    • 30 Staaten haben die Todesstrafe in der Praxis aber nicht im Gesetz abgeschafft
    • 57 Staaten halten weiterhin an der Todesstrafe fest

    Somit wenden momentan insgesamt 141 Staaten die Todesstrafe nicht an, was mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Staaten ist. Dennoch lebt nur ein Drittel der Weltbevölkerung in Staaten, die nicht hinrichten. (todesstrafe.amnesty.at)

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schätzt, dass 2016 mindestens 1.032 Menschen weltweit hingerichtet worden sind – 2015 waren es noch 1.634. Das ist ein Rückgang von 37 Prozent gegenüber dem vorhergegangenen Jahr.

    Auf dem traurigen Platz 1 liegt dabei China, welche offizielle Zahlen verschleiert und vermutlich mehr Menschen hinrichtet als alle nachfolgenden Staaten zusammen. Deshalb kann Amnesty ihre Zahl nur schätzen und spricht von „in den Tausenden“. In die Gesamtzahl von 1.032 Menschen sind sie deshalb logischerweise nicht eingerechnet.

    Unter den zehn Ländern mit den häufigsten Hinrichtungen befindet sich nur ein westliches Land mit Todesstrafe: Die USA. Mit 20 Hinrichtungen im Jahr 2016 fanden so „wenige“ statt wie im Jahr 1991 – die Vereinigten Staaten von Amerika tauchen in dieser Negativliste also nicht mehr unter den Top 5 auf – wobei die geplanten Hinrichtungen 2017 in Arkansas laut Amnesty aufzeigen, wie rasch sich ein Bild ändern kann.

    Große Veränderungen gab es im Iran (2015: 977, 2016: 567), Saudi Arabien (2015: 326, 2016: 154) und Pakistan (2015: 158, 2016: 88). Insgesamt hat Amnesty Hinrichtungen in 23 Staaten gezählt – das sind um zwei weniger als noch 2015. 2016 haben Benin und Nauru die Todesstrafe grundsätzlich abgeschafft, Guinea hat sie für Straftaten wie Mord und Vergewaltigung abgeschafft, für außerordentliche Umstände wie Hochverrat oder Kriegsverbrechen und ähnliches beibehalten.

    Nach dem traurigen Rekordjahr 2015 steht man 2016 jetzt wieder knapp unter dem Niveau von 2014.

    Hinrichtungen 2016 (im Vergleich zu 2014-15)

    https://infogr.am/hinrichtungen_2014_2016


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Screenshot der interaktiven Weltkarte

  • #107 Regierung Neuseelands legt Gesetzesvorschlag für Verbot von Mikroplastik vor

    In regelmäßigen Abständen wird über die Sinnhaftigkeit und die Gefahr von Mikroplastik diskutiert. In vielen Kosmetika befinden sich Kunststoffteilchen mit einer Größe im Mikrometer- und Nanometerbereich.

    Wie groß die Gefahr ist, kann zwar heute noch nicht endgültig gesichert gesagt werden – erste Forschungsergebnisse sind jedoch nicht gerade beruhigend. Und obwohl sich viele Kosmetikhersteller eine freiwillige Erklärung unterzeichneten, bis Ende 2018 auf Mikroplastik ganz oder teilweise zu verzichten, stieg die Verwendung in den vergangenen zwei Jahren sogar noch an.

    In Neuseeland wurde im Februar diesen Jahres vom Umweltminister verkündet, dass das Land Mikroplastik in Pflegeprodukten verbieten wird. Die Begutachtungsfrist des Gesetzesentwurfs ist ebenfalls bereits abgelaufen. Nach Beschluss im Parlament soll das Verbot am 1. Juli 2018 in Kraft treten – wobei zahlreiche Organisationen davor warnen, das Verbot nicht zu lasch auszulegen. Außerdem müsse die Definition von Mikroplastik möglichst weit gefasst werden.

    Nicht das erste Land mit einem Verbot

    September 2016 wurde bekannt, dass das Vereinigte Königreich ebenfalls ein Verbot beschlossen hat, Ende 2017 soll es in Kraft treten. In den USA tritt ein Verbot Mitte 2017 und in Schweden und Dänemark im Jänner 2018, in Kanada Mitte 2018 in Kraft.

    In Deutschland und Österreich wird es regelmäßig gefordert, die Politik traut sich aber bislang nicht an die Umsetzung.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY NC 2.0, MPCA Photos, microbeads-microplastic-various, Flickr