Schlagwort: University of California

  • #283 Pflanzliches Öl: Schuhsohlen aus Algen

    ForscherInnen der University of California haben die weltweit ersten Flip-Flops vorgestellt, die mit Algenöl produziert werden. Durch diese Entwicklung sollen aktuell verwendete Sohlen (bei deren Entstehung Erdöl verwendet wird) verschwinden und damit auch die Gefahr gebannt werden, dass weiterhin die jährlich 3 Milliarden Stück, die weltweit verkauft werden, in Deponien, Flüssen und schließlich den Ozeanen landen. Gerade dort ist Polyurethan, der Hauptbestandteil von Schuhsohlen, einer der größten Schadstoffe.

    Flip-Flops sind in Indien, China und Afrika die beliebtes Schuhbekleidung – deshalb dürfen die Algen-Flip-Flops kein sündhaft teuren Bio-Lösung werden. Das wissen auch die ForscherInnen: Mit dem Start der industriellen Herstellung solcher Flip-Flops soll ein Paar gerade einmal drei US-Dollar kosten.

    Drei Professoren gründeten das Unternehmen Algenesis Materials, dort sind ausschließliche Studierende beschäftigt. Hier wird auch weitergeforscht: Aktuell sind diese Flip-Flops kompostierbar – in Zukunft möchte man aber auch versuchen, das Algenöl zurückzugewinnen (um aus alten, verschlissenen wieder neue Flip-Flops werden zu lassen).


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Erik Jepsen/UC San Diego Publications

  • #106 Neues solar-betriebenes Gerät gewinnt Trinkwasser aus der Luft

    ForscherInnen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der University of California (UC), Berkeley haben ein kompaktes Gerät entwickelt, welches mit der Wärme der Sonne und der in der Luft befindlichen Feuchtigkeit Trinkwasser herstellen kann.

    Der Journalist Robert Czepel hat die Funktionsweise in seinem Beitrag auf science.orf.at sehr gut erklärt:

    Herzstück der Maschine ist eine metallorganische Verbindung, kurz „MOF“ genannt, die so ähnlich wie ein Schwamm funktioniert: Sie nimmt Wasser aus der Luft auf und lagert es an ihrer Oberfläche an. Arbeitsschritt zwei erledigt die Sonne. Ihre Wärme sorgt dafür, dass das Wasser den metallorganischen Schwamm als Dampf verlässt und sich schließlich an einer Kondensatoroberfläche sammelt, von wo es in einen Behälter rinnen kann. (science.orf.at)

    Die ForscherInnen aus Berkeley sind für die Entwicklung der MOF zuständig, die ForscherInnen am MIT machten daraus den „Luftentfeuchter“. Wasser aus der Atmosphäre zu gewinnen ist keine neue Entwicklung: Doch oftmals brauchten die Prozesse das Vorhandensein von 100 Prozent relativer Luftfeuchte und jede Menge Energie. Das ist hier anders: Selbst in Wüsten wie der Sahara, Gobi oder Kalahari, welche oftmals nur eine Luftfeuchtigkeit von rund 20 Prozent aufweisen, würde dieses Gerät funktionieren. Die einzige Energiequelle, die benötigt wird, ist die Sonne. Mit dem aktuellen Prototypen gelingt es, innerhalb von 12 Stunden 2,8 Liter aus der Luft zu gewinnen – benötigt dafür wird etwas unter 1 Kilogramm des MOF.

    In diesem Video erklärt Professor Omar Yaghi die Funktionsweise des Geräts:

    Der im Journal Science vorgestellte Prototyp arbeitet mit einer MOF-Variante, welche 20 % ihres Gewichts an Wasser aufnehmen kann – in Zukunft sollen das aber 40 % oder mehr sein. Damit diese Entwicklung mehr und mehr Menschen (vor allem in Bereichen der Welt, wo der Zugang zu sauberem Trinkwasser nicht vorhanden ist) erreicht, braucht es jetzt die Industrie, die diesen Prototypen weiterentwickelt und schließlich produziert. Das deutsche Chemieunternehmen BASF ist bereits an Bord, die ersten Geräte könnten bereits in ein paar Jahren auf den Markt kommen.

    Sowohl Omar Yaghi von der UC Berkeley als auch Evelyn Wang vom MIT sind überzeugt, dass sie mit ihrem Prototypen nur zu einem kleinen Teil das Potential dieses Konzepts erschlossen haben.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, PublicDomainPictures, Pixabay

  • #92 Neues Medikament eliminiert erstmals (vorübergehend) Diabetes Typ 2

    Rund 570.000 Menschen in Österreich, rund 6 Mio. in Deutschland und rund 460.000 Menschen in der Schweiz leiden an Diabetes Typ 2. Bei dieser chronische Stoffwechselkrankheit ist der Blutzuckerspiegel aufgrund einer Insulinresistenz erhöht. („Das Hormon hat eigentlich die Aufgabe, die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen weiterzuleiten. Bei einer Insulinresistenz gelingt das nur unzureichend – der Zucker staut sich in den Blutgefäßen an“ (diabetes-rategeber.net). Hauptursache dafür sind Bewegungsmangel, Übergewicht und falsche Ernährung.

    Bislang kann der Blutzuckerspiegel einerseits natürlich durch eine positive Veränderung des Lebensstils etwas verbessert werden – andererseits hilft auch eine medikamentöse Behandlung die Krankheit zu bewältigen. Eine Heilung gibt es jedoch nicht. Ein Forschungsteam der University of California berichtet nun jedoch in der neuen Ausgabe des Fachmagazins Nature Chemical Biology von einem neuen Medikament, welches den Blutzuckerspiegel wieder normalisiert. Mäuse mit Insulinresistenz erhielten eine tägliche Dosis dieses Medikaments. Durch die Einnahme wurde der schädliche Zustand, die Resistenz „ausgelöscht“ – für mindestens 30 Tage normalisierte sich der Blutzuckerspiegel – ein Fortschritt, den es in dieser Form noch nicht gab.

    Ein ganz bestimmtes Enzym (mit dem wohlklingenden Namen „niedermolekulares Protein-Tyrosin-Phosphat, kurz: LMPTP) ist verantwortlich, um eine Insulinresistenz herbeizuführen. Dieses findet man in der Leber und interagiert mit den Zellen, damit dieser schlussendlich resistent werden. Das Forschungsteam unter Leitung von Stephanie Stanford, hatte zum Ziel, den Fortschritt des Enzyms zu behindern – da die Rezeptoren der Zellen dann wieder auf Insulin reagieren könnten. Bei Tests an Labormäusen wurde das Medikament täglich oral verabreicht – es wurden auch keine Nebenwirkungen erkannt.

    “So far, the drug has only been tested in mice, and while some research in human genetics suggests this approach could work in people too, we need more research before we know how relevant this could be for people with type 2 diabetes.” (Emily Burns von der Charity „Diabetes UK“, newscientist.com)

    Natürlich ist nun das Ziel, eine Studie mit menschlichen Testpersonen durchzuführen. Davor müssen aber noch weitere Sicherheitstests an Tieren durchgeführt werden, um eine Ungefährlichkeit der Behandlung für Menschen sicherzustellen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, ariesa66, Pixabay