Schlagwort: Tumor

  • #244 Nachgezüchtete Nervenzellen lindern bei ersten Tests Parkinson-Symptome

    Bei der Parkinson-Krankheit sterben im Mittelhirn wichtige Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin erzeugen. Der daraus entstehende Mangel führt zu den ersten Symptomen. Doch die Krankheit wird meist erst diagnostiziert, wenn bereits 50 – 60 % dieser Zellen bereits abgestorben sind. ForscherInnen versuchen deshalb, diese Zellen durch künstlich nachgezüchtete Zellen ersetzen zu können. Nun zeigen Experimente an Affen, dass mittels Zelltherapie tatsächlich die Symptome der Krankheit gelindert werden kann.

    Die Forschungsgruppe rund um den Stammzellenforscher Jun Takahashi von der Universität Kyoto setzten, im Gegensatz zu vielen anderen ForscherInnen nicht auf embryonale Stammzellen. Diese erwiesen sich bislang als zu riskant, zusätzlich bildeten sie im Gehirn Tumore.

    Die jetzt vom Team um Jun Takahashi transplantierten Neuronen stammen von einer relativ neuen Art von Stammzellen ab. Diese induzierten pluripotenten Stammzellen (ipS-Zellen) lassen sich durch eine biochemische Reprogrammierung aus normalen Bindegewebszellen gewinnen und haben dann das Potenzial, sich zu beliebigen Gewebetypen zu entwickeln – auch zu exakt jener Art von Nervenzellen, die im Gehirn von Parkinsonpatienten verloren gehen. Experimente mit anderen Tieren, die parkinsonähnliche Beschwerden haben, zeigten bereits, dass diese dopaminergen Nervenzellen die Bewegungsfähigkeit der Tiere verbessern. Was bislang fehlte, war ein Nachweis der Wirkung bei Primaten. (sueddeutsche.de)

    Wegen der erfolgversprechenden Ergebnisse hofft die Forschergruppe, noch vor Ende 2018 erste Patienten für diese Therapie gewinnen zu können. „Die Studie ist unsere Antwort, um iPS-Zellen in die Klinik zu bringen“, betont Takahashi. Doch ist das bereits ein Durchbruch?

    Ist das nun ein Durchbruch in der Therapie von Parkinson? Für großen Jubel ist es noch zu früh, aber die Ergebnisse sind auf jeden Fall vielversprechend. (swr.de)


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  • #163 Studie: Medikament effektiv gegen verschiedene Tumorarten

    Eine vergangenen Donnerstag im Fachmagazin Science veröffentliche Studie sorgt für etwas positive Aufregung in der Krebsforschung. An Studie nahmen 86 KrebspatientInnen mit fortgeschrittener Tumorerkrankung an unterschiedlichen Stellen des Körpers (Bauchspeicheldrüse, Prostata, Gebärmutter und Knochen) teil. Für diese 86 PatientInnen sprachen die Standardbehandlungen nicht an – alle trugen Genmutationen in sich, wodurch ihre Zellen keine zerstörte DNA reparieren konnte. Im Rahmen der Studie haben sie nun ein Medikament getestet, dass helfen sollte, das Immunsystem dabei zu unterstützen, die Tumor anzugreifen.

    Der Arzneistoff nennt sich Pembrolizumab und ist bereits als Medikament Keytruda von Merck/MSD am Markt. Das Medikament wird bereits bei ausgewählten PatientInnen mit seltenen Formen von fortgeschrittenem Lungenkrebs, Hautkrebs und Blasentumoren. Die Kosten sind bislang noch sehr teuer, pro Jahr kostet die Behandlung mit diesem Medikament 156.000 Dollar pro Jahr (rund 140.000 Euro).  Die Ergebnisse der gerade publizierten Studie waren jedoch so vielversprechend, dass die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration für Patienten mit denselben Genmutationen zugelassen.

    Nachdem die PatientInnen Pembrolizumab verabreicht bekamen, hörte bei 66 PatientInnen der Wachstum des Tumors auf (bzw. begann zu schrumpfen). Bei 18 PatientInnen verschwand der Tumor sogar komplett und kam bislang nicht zurück. Die Studie startete 2013 und läuft auch jetzt noch weiter.

    Normalerweise schützen sich Tumorzellen im Körper vor Angriffen durch das Immunsystem durch schützende Proteine. Dadurch sind sie für das Immunsystem unsichtbar. Pembroluzimab hingegen macht diese Zellen wieder sichtbar.

    In den USA gibt es zudem auch bereits einen Test, der eine Genmutation feststellen kann. Die Kosten dafür belaufen sich auf 300 bis 600 Dollar (267 bis 535 Euro). Laut den StudienautorInnen tragen nur 4 Prozent aller KrebspatientInnen eine „passende“ Genmutation für dieses Medikament in sich – doch das sind allein in den USA bis zu 60.000 PatientInnen pro Jahr.


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