Schlagwort: The Lancet

  • #237 Eine neue Therapie gegen Erdnuss-Allergie

    Der Warnhinweis „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ ist für viele Allergiker ein Warnzeichen, lieber einen großen Bogen um das Produkt zu machen. Doch neue Forschungsergebnisse geben Hoffnung für Kinder, die an einer Erdnuss-Allergie leiden: in einer Langzeitstudie wurden die Immunsysteme der Kinder dazu gebracht, durch Einnahme des Probiotikums „Lactobacillus rhamnosus“ und kleinen Erdnuss-Portionen die Allergie nach und nach zu akzeptieren. Hier wird also nicht die Allergie bekämpft, sondern das Immunsystem auf ein Leben mit der Allergie eingestellt.

    Die Langzeitstudie der ForscherInnen aus Australien, veröffentlicht im Fachmagazin Lancet Child & Adolescent Health, beschreibt, dass bei 82 % der Kinder, die diese Kombinationstherapie erhielten, eine signifikante Reduzierung von allergischen Reaktionen zu beobachten war. Bei den Kindern, die keine Behandlung bekamen, waren das 4 %. Da es sich ja um eine Langzeitstudie handelt, wurden die Kinder vier Jahre später noch einmal untersucht. Auch da waren es noch 67 %, die ohne Probleme Erdnüsse essen konnten – im Vergleich zu (erneut) 4 % der Kinder ohne Behandlung.

    Zwar wird diese Form der Therapie als wirksam bezeichnet – und doch fragt man sich nun, welchen Einfluss das Probiotikum dabei hatte. Gäbe es Unterschiede zwischen Menschen mit Immuntherapie (mit kleinen Portionen Erdnüssen) und Probiotikum und Menschen, die nur eine Immuntherapie erhalten? Weitere Studien werden also folgen – aber es zeigt, dass die Umschulung des Immunsystems effektiv sein kann.


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  • #133 Lebenserwartung mit HIV auf fast normalem Niveau

    Zwanzigjährige, die im Jahr 2010 eine antiretrovirale Therapie begonnen haben, werden um zehn Jahre länger leben als Zwanzigjährige, die 1996 die ersten antiretroviralen Therapien erhalten haben. Das besagt eine neue Studie von ForscherInnen der University of Bristol (England, Vereinigtes Königreich), welche am 10. Mai 2017 im Fachmagazin „The Lancet HIV“ veröffentlicht wurde.

    „The introduction of combination antiretroviral therapy (ART) has been one of the great public health success stories of the past 40 years.“ (Ingrid T. Katz und Brendan Maughan-Brown, The Lancet HIV)

    Ein Grund dafür ist die Weiter- und Neuentwicklung von Medikamenten: neuere Medikamente zeigen weniger Nebenwirkungen und wirken besser, wenn es darum geht, den Virus davon abzuhalten, sich im Körper zu reproduzieren. Außerdem ist es für den Virus durch neuere Medikamente schwierig, eine Resistenz auf sie zu entwickeln.

    Für die Studie wurden Daten von mehr als 88.000 Menschen in 18 europäischen und nordamerikanischen Staaten verglichen. Die Daten zeigten, dass die Lebenserwartung eines mit dem HI-Virus infizierten Menschen in antiretroviraler Therapie bei 78 Jahren liegt. Das ist nur gering unter der allgemeinen Lebenserwartung – diese lag 2014 in den USA bei 78,95 Jahre, in der Europäischen Union bei 80,9 Jahren.

    Antiretrovirale Therapie besteht aus einer Kombination von drei oder mehr Medikamenten, welchen die normale Entwicklung des HI-Virus abbremst oder gar aufhält.

    Die StudienautorInnen erklärten, dass die Ergebnisse zeigen, dass die bestehenden HIV-Therapien wirken – und dass nicht unbedingt neuere Medikamente benötigt werden; vielmehr sollte der Zugang zu den bestehenden Medikamenten für viel mehr Menschen möglich sein.


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  • #7 Ein neues Organ in unserem Körper

    Eigentlich könnte man ja glauben, dass die Medizin das Innere unseres Körper vollends durchschaut hat. Wissenschaftler haben nun aber ein „neues“ Organ im Verdauungstrakt entdeckt. In uns tragen wir es aber schon ewig, zumindest seit Leonardo da Vinci. Der Universalgelehrte war der Erste, der das „Gekröse“ in seinen Untersuchungen beschrieben hat.

    Dieses Gekröse, wissenschaftlich „Mesenterium“ genannt, galt bislang als Gewebestrukturen, die die Darmwindungen mit der Bauchwand verbinden. Warum es nun aber plötzlich ein eigenes Organ sein soll? Weil das weit verteilte Gewebe eine zusammenhängende Struktur hat. Irische Wissenschaftler haben nun ihre Studienergebnisse in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet – Gastroenterology & Hepatology“ veröffentlicht. 

    Warum das eine so gute Nachricht ist? Weil dieser Bereich unseres Körpers nun noch viel stärker erforscht werden muss. Dadurch könnten in Zukunft zahlreiche Krankheiten im Verdauungstrakt mit diesem neuen Organ in Verbindung gebracht werden und ihre Zusammenhänge untereinander verstanden werden.

    Schließlich will man auch erforschen, ob Diabetes, Fettleibigkeit, Artheriosklerose oder Stoffwechselstörungen von diesem neuen Organ – dem Mesenterium – ausgehen, oder ob sie damit zusammenwirken. Man weiß noch immer nicht, ob es eher zum Verdauungssystem gehört, zum Gefäßsystem, zum Immun- oder zum Hormonsystem – aber man weiß, dass das Mesenterium bei vielen Vorgängen im Körper eine zentrale Rolle spielt. (WDR.de)


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