Schlagwort: Thailand

  • #287 Superfood gegen die Armut der thailändischen Reisbauern

    Die 17 Millionen Reisbauern und -bäuerinnen in Thailand verdienen durchschnittlich 40 Cent (US-Dollar) am Tag. Damit liegt ihr Verdienst weit unter der nationalen Armutsgrenze. Nun soll der „Superfood“-Reis namens Jasberry dafür sorgen, dass für einige von ihnen am Ende des Tages mehr herausschaut.

    Jasberry zählt zum Trendbereich „Superfood“, da er „zehn Mal so viele Antioxidantien stecken wie in grünem Tee, zudem viel Vitamin E und Beta-Carotine“ (enorm-magazin.de) beinhaltet. Und im Gegensatz zu Acai-Beeren und Granatäpfeln ist hier der Anbau vergleichsweise günstig.

    Der Thailander Peetachai Dejkraisak, der in Australien aufgewachsen ist, hat mit vier Freunden das Unternehmen Siam Organic gegründet. Dieses Unternehmen schult Bauern in nachhaltigen, ökologischen Anbaumethoden – und zeigt ihnen die Vorteile des Jasberry-Reis. Jene 1.800 Bauern, die diesen Reis anbauen, verdienen bereits das 14-Fache eines durchschnittlichen Reisbauern, also ungefähr 5,6 US-Dollar pro Tag. In den nächsten drei Jahren ist es das Ziel, dass damit 20.000 thailändische Farmer aus der Armut geholt werden sollen.

    Der große Markteintritt in den USA und Europa steht bevor. In Amerika gibt es den Reis bereits in New York. Wenn erst der große Hype über den Superreis ausbricht, werden wohl noch viele weitere Jasberry-Farmer benötigt werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY 2.0, ronamae, „Black rice, white dish“, Flickr

  • #186 Thailands König der Kondome

    Wie muss es sich anfühlen, wenn im ganzen Land dein eigener Vorname als Synonym für Kondome eingesetzt wird? Für Mechai Viravaidya ist es die größte Ehre: Seit 1974 beschäftigt sich der Thailänder damit, seinen Landsleuten hinsichtlich Familienplanung, Armutsreduktion und Entwicklungs- und Umweltprogrammen fundierte Unterstützung zu schaffen. Begonnen hat alles mit Kondomen.

    Zu der Zeit bekam die durchschnittliche thailändische Frau sieben Kinder – die Bevölkerung wuchs um 3,3 Prozent. Dadurch wurden bereits vorhandene Engpässe noch verstärkt, die Armut wurde immer größer. Aber während z.B. in China mit der Ein-Kind-Politik das Bevölkerungswachstum „von oben“ gebremst werden sollte, war Viravaidyas Ansatz ein völlig anderer: Er hat die Verhütungsmethoden wie die Pille oder Kondome für viele erstmals zugänglich gemacht. So konnten diese Produkte z.B. beim Frisör, an Tankstellen oder in kleinen lokalen Geschäften gekauft werden.

    Aber die reine Zugänglichkeit hat das Problem noch nicht gelöst: Die Menschen mussten auch verstehen, wovor diese Verhütungsmethoden schützen können. Das gelang Viravaidya vor allem mit Humor. Als in den 80er Jahren HIV/Aids ein Thema wurde und sich in Thailand sehr rasch verbreitete, fühlte sich Viravaidya auch hier wieder berufen, dem ganzen Land zu helfen. Dabei wurde bei SexarbeiterInnen angesetzt. Das Programm nennt sich „100 % condom program“ („no condom, no sex“) und versorgte diese Menschen mit allen notwendigen Kondomen. Und es ging auch weiter: Kondome waren nämlich plötzlich überall. So gaben auch z.B. PolizistInnen an Kreuzungen Kondome an AutofahrerInnen aus.

    Die durchschnittliche thailändische Frau bekommt heute 1,5 Kinder. Das Bevölkerungswachstum Thailands ist auf 0,5 % gesunken. Laut dem „Department of Disease Control“ sank zwei Monate nach Start des „100 % condom program“ die Infektion mit sexuell übertragbaren Krankheiten in der damaligen Testprovinz von 13 % auf unter 1 %. Innerhalb von drei Jahren nach Start des Programms stieg die Zahl der SexarbeiterInnen, die ein Kondom benutzen von 25 % auf über 90 %. Ebenso sank die Zahl der HIV Infektionen von 143.000 im Jahr 1991 auf 14.000 im Jahr 2001. Das Programm war schließlich so erfolgreich, dass ähnliche Kampagnen auch in Nachbarländern wie Kambodscha, China, Laos, Myanmar, den Philippinen und Vietnam gestartet wurden.

    Im Podcast der BBC wird zwar erklärt, dass natürlich nicht Mechai Viravaidya allein die sexuelle Revolution (hinsichtlich der Verhütung) gestartet und so erfolgreich durchgezogen hat. Er war aber ein bestimmender Faktor und zeigt in seinen Interviews und Vorträgen auch auf, wie wichtig es ist, über ein solches Tabuthema mit Humor zu sprechen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Anqa, Pixabay

  • #98 Stark gefährdete Tigerart pflanzt sich in Thailands Dschungel fort

    Der Indochinesiche Tiger steht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten des IUCN (International Union for Conservation of Nature) – mit dem Status EN (endangered, also: stark gefährdet). WWF ging 2009 davon aus, dass es nur mehr 350 wilde Indochinesische Tiger gibt. In China, Laos und Kambodscha gilt diese Unterart bereits als ausgestorben, 20 zählt man in Vietnam, 85 in Myanmar und zwischen 189 bis 252 Tiere in Thailand. The Guardian schreibt von nur mehr 221 Exemplaren in Thailand und Myanmar

    Durch den Einsatz Thailands, die Tigerart zu schützen und wieder anzusiedeln. Panthera, eine Organisation, die sich ausschließlich für den Schutz der 38 Wildkatzen-Arten verschrieben hat, arbeitet gemeinsam mit Thailands „Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation „(DNP) und der „Freeland Foundation“ daran, die Tiger zu beobachten und zu schützen – dazu haben sie im Juni 2016 Kameras installiert, bei denen sie vorbeiziehende Tiger vermuten. Neueste Bilder zeigen nun eine Tiger-Population mit Tigerjungen.

    A breeding population here means that the future of this subspecies is less precarious and could potentially even expand—tigers here could disperse and repopulate Cambodia and Laos, where no breeding populations persist. (panthera.org)

    Natürlich sind die Indochinesischen Tiger immer noch vom Aussterben bedroht. Die aktuellen Beobachtungen lassen jedoch Hoffnung entstehen, dass sie sich, bei weiterem Schutz, wieder etwas verbreiten.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay