Schlagwort: Tarjimly

  • #63 Mit dem Fernsehen eine Sprache lernen

    Bei der Integration von zugewanderten Menschen ist das Erlernen der Sprache eine der größten Herausforderungen und zugleich eine sehr wichtige Bedingung. Deshalb arbeiten auch viele WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und Kreative in diesem wichtigen Feld. Während das bereits vorgestellt Tarjimly (von drei MIT-Entwicklern umgesetzt) sich als Übersetzungshelfer ansieht, geht es bei uugot.it hingegen darum, eine Sprache langfristig zu erlernen.

    Doch wie funktioniert diese App? Auf linz.at ist die Funktionsweise kurz zusammengefasst:

    Das Prinzip ist einfach: TV-Sendungen werden auf das Smartphone oder Tablet gestreamt und mit interaktiven Untertiteln versehen. Der/Die NutzerIn kann sich nicht verstandene Begriffe simultan übersetzen lassen. „Wir wollen mit uugot.it nicht nur eine einfache, sondern auch eine unterhaltsame Methode entwickeln, um Sprache zu lernen. Eine Methode, die gleichermaßen Spaß macht und den Integrationsprozess beschleunigt“, erklärt Philipp Etzlinger, CEO und Co-Founder von uugot.it. (linz.at)

    Um es noch einmal kurz zu erklären: Die Untertitel sind zuerst einmal auf Deutsch. Versteht man ein Wort nicht, wird dies durch Draufklicken simultan übersetzt – in die (auswählte) Muttersprache der TeilnehmerInnen. Dieses angeklickte Wort taucht dann als interaktive Lernkarte auf, um später wiederholt zu werden. Etzlinger betont zudem, dass Fernsehen auch sehr viel über die Kultur eines Landes zeigt und macht dies für Zugewanderte verständlicher.

    Ihre Marktgröße schätzen sie auf ihrer Website sehr hoch ein: denn weltweit gibt es 1,2 Mrd. Menschen, die eine Sprache lernen und 232 Millionen Migranten. Vorerst haben sie einen deutlich kleineren, aber doch recht großen Erfolg zu vermelden: Die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz unterstützt das Projekt – das bedeutet, dass TeilnehmerInnen, welche an der Volkshochschule Linz den Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ besuchen, in einer fünfwöchigen Testphase die App nutzen sollen. Diese soll helfen, Fehler auszumerzen und die Usability zu verbessern, um die Marktreife zu erlangen.

    Hier noch ein Video, mit dem sie Ende 2015 um ein erstes Crowdfunding-Budget fragten:

    https://www.youtube.com/watch?v=bf6Vf4XT5Ms


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, OpenClipart-Vectors, Pixabay

  • #56 App „Be My Eyes“ unterstützt Blinde im Alltag

    Blinde und sehbehinderte Menschen legen meist sehr viel Wert auf ihre Unabhängigkeit – aber dann gibt es Momente, wo etwas Unterstützung benötigt wird. Der dänische App-Erfinder Hans Jørgen Wiberg möchte mit seiner Kreation „Be My Eyes“ diesen Menschen unter die Arme greifen.

    Die App funktioniert folgendermaßen, und setzt dazu natürlich eine vorherige Registrierung und Anmeldung voraus: Man ruft mit seinem Smartphone die App auf und wird dann mit einem Freiwilligen oder einer Freiwilligen verbunden. Diese sehen dann durch die Linse der Hauptkamera (nicht der Frontkamera) und helfen dann dem/der Nutzerin bei den gewünschten Dingen. Man leiht sich sozusagen das Augenlicht eines Sehenden für einen Augenblick einfach aus.

    https://www.facebook.com/BBCworldhacks/videos/1864797907111330/

    Bereits Anfang 2015 gestartet, hat sich bereits eine große Nutzerbasis aufgebaut: Damals waren es noch nicht einmal 1.000 blinde und sehbehindert Nutzer – aktuell nutzen es schon über 30.000 und über 460.000 sehende Freiwillige haben sich angemeldet. Und bereits 200.000 Interaktionen haben dabei schon stattgefunden „Be My Eyes“ ist ähnlich wie die Übersetzungsapp „Tarjimly“ (der 365guteDinge-Beitrag hier) eine Kreation, die eine Schnittstelle zwischen potentiellen HelferInnen und jenen Menschen herstellt, die diese Hilfe benötigen. Die App funktioniert in 80 Sprachen und ist aktuell leider noch auf iOS-Geräte (iPhone und iPad) beschränkt. An einer Android-Version wird gerade gearbeitet.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, allinonemoviePixabay