Schlagwort: Staaten

  • #113 Weltweite Zahl der Hinrichtungen 2016 gesunken

    Die derzeitige weltweite Situation zeigt:

    • 104 Staaten haben die Todesstrafe vollständig abgeschafft
    • 7 Staaten sehen die Todesstrafe nur noch für außergewöhnliche Straftaten wie etwa Kriegsverbrechen oder Vergehen nach dem Militärrecht vor
    • 30 Staaten haben die Todesstrafe in der Praxis aber nicht im Gesetz abgeschafft
    • 57 Staaten halten weiterhin an der Todesstrafe fest

    Somit wenden momentan insgesamt 141 Staaten die Todesstrafe nicht an, was mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Staaten ist. Dennoch lebt nur ein Drittel der Weltbevölkerung in Staaten, die nicht hinrichten. (todesstrafe.amnesty.at)

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schätzt, dass 2016 mindestens 1.032 Menschen weltweit hingerichtet worden sind – 2015 waren es noch 1.634. Das ist ein Rückgang von 37 Prozent gegenüber dem vorhergegangenen Jahr.

    Auf dem traurigen Platz 1 liegt dabei China, welche offizielle Zahlen verschleiert und vermutlich mehr Menschen hinrichtet als alle nachfolgenden Staaten zusammen. Deshalb kann Amnesty ihre Zahl nur schätzen und spricht von „in den Tausenden“. In die Gesamtzahl von 1.032 Menschen sind sie deshalb logischerweise nicht eingerechnet.

    Unter den zehn Ländern mit den häufigsten Hinrichtungen befindet sich nur ein westliches Land mit Todesstrafe: Die USA. Mit 20 Hinrichtungen im Jahr 2016 fanden so „wenige“ statt wie im Jahr 1991 – die Vereinigten Staaten von Amerika tauchen in dieser Negativliste also nicht mehr unter den Top 5 auf – wobei die geplanten Hinrichtungen 2017 in Arkansas laut Amnesty aufzeigen, wie rasch sich ein Bild ändern kann.

    Große Veränderungen gab es im Iran (2015: 977, 2016: 567), Saudi Arabien (2015: 326, 2016: 154) und Pakistan (2015: 158, 2016: 88). Insgesamt hat Amnesty Hinrichtungen in 23 Staaten gezählt – das sind um zwei weniger als noch 2015. 2016 haben Benin und Nauru die Todesstrafe grundsätzlich abgeschafft, Guinea hat sie für Straftaten wie Mord und Vergewaltigung abgeschafft, für außerordentliche Umstände wie Hochverrat oder Kriegsverbrechen und ähnliches beibehalten.

    Nach dem traurigen Rekordjahr 2015 steht man 2016 jetzt wieder knapp unter dem Niveau von 2014.

    Hinrichtungen 2016 (im Vergleich zu 2014-15)

    https://infogr.am/hinrichtungen_2014_2016


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Screenshot der interaktiven Weltkarte

  • #64 Simbabwe verbietet körperliche Gewalt an Kindern

    Das ostafrikanische Land Simbabwe wird das nächste Land sein, welches körperliche Gewalt an Kindern in der Schule und Zuhause unter Strafe stellt. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied sich für den Verbot, nachdem Eltern sich aufgrund der Gewalt von LehrerInnen an SchülerInnen  mit Kinderrechtsorganisationen zusammentaten und damit bis zum Obersten Gerichtshof gelangten. Nun muss nur noch der Verfassungsgerichtshof dem Verbot zustimmen.

    interaktivelandkarte
    Durch Klick auf die Landkarte landest du auf einer interaktiven Weltkarte, die den Fortschritt des weltweiten Verbots zeigt

    Grundsätzlich ist ein Verbot von körperlicher Gewalt gegen Kinder bereits in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen niedergeschrieben – diese Konvention wurde von der UN-Generalversammlung  im November 1989, also vor über 27 Jahren verabschiedet. Bislang haben 52 Staaten der Welt jede Form körperlicher Gewalt gegen Kinder verboten (Simbabwe wäre Staat Nr. 53). Zumindest 54 weitere Staaten haben sich verpflichtet, an einem vollen Verbot zu arbeiten.

    In Österreich ist körperliche Gewalt gegen Kinder seit 1989 verboten, in Deutschland seit 2000. In der Schweiz ist körperliche Bestrafung zuhause und in der alternativen Betreuung erlaubt. Österreich ist übrigens nach Schweden (1979), Finnland (1983) und Norwegen (1987) das vierte Land weltweit, welches ein solches umfassendes Verbot hatte. Seit 2011 gibt es zudem ein verfassungsgesetzlich geschütztes Recht jedes Kindes auf eine gewaltfreie Kindheit.

    Wer sich die interaktive Landkarte (siehe Abbildung rechts) ansieht, wird überrascht sein: Südamerika ist hier Nordamerika weit voraus – aber auch in Europa gibt es Staaten (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Italien, Tschechien, Kosovo und Weißrussland), welche in manchen Bereichen bislang noch keinen Verbot vorweisen können – sich die Regierungen aber auch nicht zu einem baldigen vollen Verbot verpflichtet haben.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Alexas_Fotos, Pixabay