Schlagwort: Sonne

  • #243 Potential von Fotovoltaik deutlich größer als erwartet

    Nach dem ersten großen Hype von Fotovoltaik hieß es bald, dass diese Technologie nicht effizient genug sei – doch aktuelle Forschungsergebnisse sagen nun etwas anders. Bereits heute wird weit mehr elektronische Energie aus Sonnenlicht gewonnen als man früher prognostizierte. Bis zum Jahr 2050 könnte schließlich zwischen 30 und 50 Prozent der weltweit benötigten Energie aus dieser Technologie kommen – das ist drei Mal so viel, als man bislang annahm.

    Das ForscherInnenteam rund um Felix Creutzig vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) hat frühere Prognosen mit den aktuellen Zahlen verglichen. So stieg die installierte Leistung von 1998 bis 2015 jedes Jahr um 38 Prozent – die Internationale Energieagentur hatte hingegen zwischen 1998 und 2010 nur Wachstumsraten zwischen 16 und 30 Prozent erwartet.

    Mehrere Gründe seien dafür wesentlich: Zum einen sei unterschätzt worden, wie positiv sich staatliche Fördermaßnahmen wie Einspeisevergütungen und günstige Kredite sowie die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung auf die Nutzung der Fotovoltaik auswirken. Auch die schnelle technologische Weiterentwicklung bei gleichzeitig fallenden Kosten sowie die Verteuerung konkurrierender Technologien seien nicht vorhergesehen worden. Derzeit sinke der Preis von Solarmodulen bei jeder Verdopplung der produzierten Gesamtmenge um mehr als 20 Prozent, schreibt das Team. (spiegel.de)


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  • #230 Los Angeles: Neuer Straßenbelag gegen Hitze

    Großstädte haben im Sommer ein großes Problem: Wenn die Temperaturen steigen, wirken die asphaltierten Straßen wie Fußbodenheizungen. Sie nehmen die Wärme bzw. Hitze der Sonneneinstrahlung auf und speichern sie. Dadurch wirken heiße Tage in städtischen Häuserschluchten noch einmal ein paar Grad wärmer – die Wärme geben sie erst nachts wieder langsam ab. In Los Angeles wird deshalb nun ein ein neuer Straßenbelag getestet, welcher einen Großteil des Sonnenlichts reflektieren soll.

    Während der aktuellen Hitzewelle hat der Asphalt zwischen 42 und 43 Grad Celsius – nach einer Schicht der reflektierenden Farbe sind es „nur mehr“ 36 Grad Celsius – ein Unterschied von sieben Grad, und das bevor noch eine weitere Schicht aufgetragen wurde.

    Der Testlauf soll auch überprüfen, wie rasch diese Schicht durch Reifenspuren oder Ölflecken ihre Farbe und somit ihre Reflektionsfähigkeit verliert. Die Spezialbeschichtung kostet pro Meile (1,6 Kilometer) zwischen 21.000 und 34.000 Euro und soll sieben Jahre halten.

    Es gibt aber natürlich mehr Möglichkeiten, dem sogenannten Hitzeinseleffekt entgegenzuwirkungen: Durch das Bepflanzen der Straßenränder mit Bäumen (dadurch dringt weniger Sonne auf die Straße durch) oder den Einsatz kühlender Dachmaterialen auf Wohnhäusern an den Straßen.


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  • #142 Schweiz: Mehrheit stimmt für Energiewende

    In vielen Medien liest man heute, dass die Schweiz sich für den Atomausstieg ausgesprochen hat. Das entspricht – sehr langfristig gesehen – auch der Wahrheit. Nur ist dieser „sanfte Atomausstieg“ nur ein kleiner Teil der „Energiestrategie 2050“, welche mit 58,2 % (bei einer Wahlbeteiligung von 42,4 %) angenommen wurde. Basis für diese Abstimmung ist ein revidiertes Energiegesetz (EnG), welches bereits im Herbst 2016 vom Parlament verabschiedet wurde.

    Das Energiegesetz beinhaltet folgende Punkte: Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke, Senkung des Energieverbrauchs, Steigerung der Energieeffizienz und Förderung erneuerbarer Energien. Auf diese Weise wird die Schweiz unabhängiger von importierten fossilen Energien. Gleichzeitig werden in der Schweiz die einheimischen erneuerbaren Energien gefördert und damit Arbeitsplätze sowie Investitionen geschaffen. (politnetz.ch)

    Nach dem eindeutigen Ja für die Energiestrategie 2050 werden keine neuen Atomkraftwerke in der Schweiz hinzukommen. Wobei dies eher ein symbolischer Akt sei, wie Karl Gaulhofer in der Presse schreibt: „Durch das Überangebot an gefördertem Ökostrom sind die Preise so niedrig, dass sich die Investition in ein AKW nicht mehr rentiert“ (diepresse.com). Von den fünf bestehenden Atommeilern wird Mühleberg 2019 aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Netz genommen. Zwei weitere stehen seit Monaten still – aufgrund technischer Probleme. Dabei ist fraglich, ob Beznau 1, das dienstälteste Atomkraftwerk der Welt, je wieder ans Netz gehen wird.

    Das Gesetz sieht aber grundsätzlich vor, dass die restlichen vier so lange weiterlaufen dürfen, solange sie als sicher eingestuft werden. Dabei kann es aber natürlich dazu kommen, dass wirtschaftliche Gründe auch bei den vier AKWs dazu führen, dass die eigentlich sicheren Reaktoren früher oder später abgeschaltet werden.

    Die drei Eckpfeiler der Energiewende 2050

    • Atomausstieg: keine neuen AKWs, „Auslaufen lassen“ der bestehenden AKWs)
    • Erneuerbare Energien: Sonne, Wind, Biomasse, Abfall, Biogas und Geothermie haben im Jahr 2000 0,2 TWh (Terawattstunden) erzeugt, 2015 waren es 1,7 TWh, bis 2035 sollen es 11,4 TWh und bis 2050 schließlich 24,2 TWh werden. (Wem Wasserkraft fehlt: Die Schweiz bezieht bereits 60 % des Schweizer Stroms aus Wasserkraft)
    • Energieeffizienz: Hier soll sich der Energieverbrauch von 232,9 TWh im Jahr 2015 auf 125 TWh im Jahr 2050 verringern. Außerdem soll der Stromverbrauch pro Kopf um 18 % sinken (im Vergleich zum Verbrauch im Jahr 2000)

    Das neue Gesetz soll Anfang 2018 in Kraft treten.


    Weiterführende Links und Quellen:

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