Schlagwort: Solarkraft

  • #269 Indische Regierung will bis Ende 2018 alle Haushalte elektrifizieren

    Der indische Premierminister Narendra Modi hat am vergangenen Montag, dem 25. September 2017, ein 2,5 Milliarden US-Dollar (164 Milliarden Rupien und rund 2,11 Milliarden Euro) schweres Projekt gestartet, mit dem es gelingen soll, dass alle indischen Haushalte bis Ende 2018 mit elektrischem Strom versorgt werden.

    Rund ein Viertel aller indischen Haushalte (rund 43 Millionen) haben in ihren Unterkünften keinen Zugang zu elektrischem Strom – damit fehlt 300 Millionen Inderinnen und Indern (von insgesamt 1,3 Milliarden) der Anschluss ans Netz. Der jetzige Vorstoß geht bereits auf ein Versprechen Modis aus dem November 2015 zurück – damals sprach er, innerhalb von 1.000 Tagen die Elektrifizierung abzuschließen. Außerdem soll die Rund-um-die-Uhr-Stromversorgung (also 24h, 7 Tage die Woche) im März 2019 erreicht werden. (Abhishek Jain spricht in „The Indian Express“ hingegen von 2022)

    Die einzelnen Bundesstaaten müssen die Elektrifizierung abschließen – und für Haushalte armer BürgerInnen soll auch keinerlei Gebühr eingehoben werden. Neben der gesamtindischen Stromversorgung soll dadurch auch der Einsatz von Petroleum mehr und mehr zurückgedrängt werden. In ganz entlegenen Gegenden verspricht die Regierung zusätzlich Solarmodule mit Akkuspeicher zu installieren.


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  • #185 Qinqhai: Eine Woche lang ausschließlich erneuerbare Energien

    Die chinesische Provinz Qinghai im Nordosten des tibetischen Hochlands hat es geschafft, zwischen dem 17. und dem 23. Juni nur erneuerbare Energien zu nutzen. In dieser Provinz leben 5,8 Millionen Menschen auf einer Fläche von 721.000 Quadratkilometern. Bei diesem Test wollte man aufzeigen, dass ein Stromnetz ausschließlich mit erneuerbaren Energien auskommt – das ist der Provinz damit geglückt.

    Energie wurde dabei durch Wind-, Solar- und Wasserkraft erzeugt. 72 Prozent davon kamen allein aus der Wasserkraft. Der Verbrauch in dieser Woche belief sich auf 1,1 Milliarden Kilowattstunden – ohne erneuerbarer Energie hätte die Provinz dafür 535.000 Tonnen Kohle verbrennen müssen. Schon zuvor hat Qinqhai rund 83 Prozent des genutzten Stroms aus erneuerbare Energie gewonnen.

    Man muss aber auch dazu sagen, dass diese chinesische Provinz eine perfekte Lage hat: Dort gibt mehr als 3.000 Stunden Sonnenlicht pro Jahr (Berlin: 1.636, Wien: 1884, Zürich: 1.566) – deshalb gibt es in Qinghai auch die größte Photovoltaik-Anlage der Welt. Auf einer Fläche von 10 Quadratmeilen (rund 25,9 Quadratkilomter) erzeugen 4 Millionen Panele Strom. Außerdem laufen die drei der größten Flüsse Asiens, der Gelbe Fluss (Huáng Hé), Jangtsekiang und Mekong durch die Region – dadurch ist das Potential für Wasserkraft immens.

    https://twitter.com/paulcoxon/status/839069721697878016

    China hat sich der Erfüllung der Ziele des Paris-Abkommens verschrieben: Im Jänner 2017 hatte man angekündigt, 360 Milliarden Dollar in erneuerbare Energien bis 2020 zu investieren und damit bis zu 13 Millionen neue Jobs zu kreieren. Laut aktuellen Beobachtungen ist China bei der Umsetzung viel schneller als gedacht.


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  • #149 Solarkühlschränke für kenianische Mangos

    Bei Außentemperaturen von rund 35 Grad ist es für kenianische Obst- und Gemüsebauern sehr wichtig, möglichst rasch ihre Ernte in den Handel bringen zu können. Bislang gelingt das, laut dem kenianischen Landwirtschaftsministerium, aber nur mit 50 bis 70 Prozent ihrer Ernte – der Rest konnte bislang nicht gekühlt gelagert werden und verrottete. Doch ein Non-Profit-Projekt stellt Mangobauern in Nziu Solarkühlschränke zur Verfügung – und beobachtet dabei die Entwicklung.

    Hinter dem Non-Profit-Projekt steht die Gruppe TechnoServe und die Initiative Yieldwise. TechnoServe hat es sich zur Aufgabe gemacht, unternehmerisch tätige Menschen in Entwicklungsländern zu unterstützen und mit ihnen wettbewerbsfähige Farmen, Unternehmen oder Industrien aufzubauen. YieldWise, erst Anfang 2016 gegründet, ist eine Initiative der Rockefeller Foundation. Ihr Ziel ist es, den Ernteverluste für afrikanische Landwirte zu reduzieren. Sie sagen, dass man allein mit den weggeworfenen bzw. verrotteten Ernteprodukten 1 Milliarde Menschen ernähren könnte.

    Ein Metallcontainer mit vier Solarpaneelen, ein Kühlaggregat, ein Wechselrichter und eine Autobatterie – daraus setzen sich die Solarkühler zusammen. Die Batterie benötigt man, um auch eine Kühlung nach dem Sonnenuntergang gewährleisten zu können. So wird rund um die Uhr gekühlt.

    Die Solarkühlschränke schaffen Temperaturen von 17 Grad Celsius für die geernteten Mangos. Bereits jetzt kühlen 150 Bäuerinnen und Bauern 3,4 Tonnen ihrer Früchte. Zusätzlich verdienen sie nun mehr am Verkauf ihrer Ernte: Konnten sie früher von Zwischenhändlern zu billigen Preisen gezwungen werden (da das geerntete Obst ja recht rasch weiterverkauft werden mussten), haben sie nun eine bessere Ausgangslage bei den Verhandlungen. Der Preis pro Kilo stieg von umgerechnet rund 7 Cent auf 18 Cent.

    Ein Käufer ist z.B. der global agierende Konzern Coca-Cola Company. Für Landwirte, die mit dem Unternehmen kooperieren, stiegen die Profite um 142 Prozent. Coca-Cola überlegt zudem, die gesamte Produktion in Ostafrika auf lokale Ressourcen aus nachhaltige Produktion umzustellen.

    Aus der Sicht des International Food Policy Research Institute (IFPRI) ist Landwirtschaft der Zukunft nur überlebensfähig, wenn sie sieben Anforderungen genügt: Effizienz, soziale Gerechtigkeit, Klimaverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein und Unternehmerfreundlichkeit. Manchmal funktioniert das allein mit 18 Grad Celsius Unterschied zur Außentemperatur. (orf.at)


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  • #112 Erster kohlefreier Tag in Großbritannien seit der Industriellen Revolution

    Freitag, der 21. April 2017 geht in Großbritannien wohl in die Geschichte ein: Der Tag stellt die erste 24-Stunden-Periode dar, in der keine Kohle zur Erzeugung von Elektrizität genutzt wurde – und das seit den 1880er Jahren. Im Jahr 1882 wurde das erste staatliche Kohlekraftwerk eröffnet. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts kamen neue Energieerzeuger dazu: Erdgas, Erdöl und Atomkraft, die Kohle verlor nach und nach mehr an Bedeutung. Heutzutage will man nach und nach den Wechsel zu saubereren Energiemitteln schaffen.

    Die Regierung des Vereinigten Königreichs hatte zuletzt beschlossen, bis 2025 die letzten Kohlekraftwerke auslaufen zu lassen. Damit wolle man den Ausstoß von CO2 weiter reduzieren. Die bislang längste Periode ohne Einsatz von Kohle waren 19 Stunden – das erreichte man erstmals im Mai 2016 und zuletzt am 20. April. Laut einer Analyse von John Moylan für BBC war Kohle bis in die 1990er-Jahre ein dominanter Bestandteil der Energieversorgung. 2015 waren es noch 23 Prozent, ein Jahr darauf nur mehr 9 Prozent.

    Manche Besitzer von Kohlekraftwerken ziehen sich zwar von der Kohle zurück, verbrennen aber weiter – nur diesmal eben Biomasse wie Pellets. Hier gibt es Studien, dass die Ausstöße dabei noch giftiger sind als bei Kohle.

    2015 schaffte man es, in Großbritannien bereits 25 Prozent des benötigten Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien herzustellen. Laut Moylan war der Grund für die kohlenlosen 24 Stunden vielfältig: Einerseits natürlich aufgrund der Solarpanele und Windturbinen im ganzen Land, welche mehr und mehr Energie für Firmen und Haushalte erzeugen – und andererseits aufgrund des geringen Strombedarfs, wie er offenbar an einem Freitag ganz typisch ist.


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  • #41 Erneuerbare Energie in Europa weiter auf dem Vormarsch

    Im vergangenen Jahr kamen neue Stromkapazitäten in Höhe von 24,5 GW (Gigawatt, 1 Milliarde Watt) zur europäischen Stromerzeugung dazu. 86 Prozent bzw. 21,1 GW stammten dabei aus Wind, Solar, Biomasse und Wasserkraft. (51 % übrigens allein aus Wind, 27,4 % aus Solar).

    In Deutschland wuchs die Windkraft stark: 44 % aller 2016 errichteten Windfarmen in Europa entstanden dort. Aber auch Frankreich, die Niederlande, Irland und Litauen erzielten im vergangenen Jahr neue Rekorde.

    Die folgende Tabelle zeigt den Zuwachs an Windkraftanlagen in den deutschsprachigen Ländern sowie den drei größten Ländern der EU (neben Deutschland) und schließlich die Gesamtzahl der 28 EU-Staaten:

    Land Bestand Ende 2015 Installationen 2016 Bestand Ende 2016
    Deutschland 44.946 5.443 50.019
    Österreich 2.404 228 2.632
    Schweiz 60 20 75
    Liechtenstein 0 0 0
    Frankreich 10.505 1.561 12.065
    Spanien 23.025 49 23.075
    Vereinigtes Königreich 13.809 736 14.542
    EU-28 141.726 12.490 153.730

    Interessant wird da ja der Vergleich zu früheren Jahren: Hier bietet der WindEurope Report folgende Zahlen zu den installierten Kapazitäten:

    2005 hielt Kohle bei 24,8 %, Gas bei 20,5 %, Atomkraft bei 19,4 % und Wasserkraft bei 17,7%. Wind kam damals auf 6% und war damit sogar noch hinter Öl (7,7 %).

    2016 ist zwar Gas auf Platz eins (20,3 %), Wind ist jedoch bereits die zweitwichtigste Erzeugungsform in Europa (16,7 %), gefolgt von Kohle mit (16,5 %). Atomkraft landete hinter Wasserkraft (14,8 %), bei 13,1 %.


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