Schlagwort: Schwangerschaft

  • #222 Vitamin B3 verringert Gefahr von Fehlgeburten und Geburtsfehler

    Eine in Australien durchgeführte Studie hat herausgefunden, dass das Vitamin B3 (Niacin) positiv auf den Körper einwirkt, wenn dieser ein Molekül nicht richtig herstellen kann. Dieses Molekül mit dem Namen „Nicotinamidadenindinukleotid“ (NAD) wird dabei erstmals als das grundlegendes Molekül für die gesunde Entwicklung des Fötus im Mutterbuch genannt. Die Folge daraus ist, dass die australischen ForscherInnen des Victor Chang Cardiac Research Institute von großen Auswirkungen sprechen:

    “The ramifications are likely to be huge. This has the potential to significantly reduce the number of miscarriages and birth defects around the world and I do not say those words lightly“ (Forschungsleiterin Dr. Sally Dunwoodie, telegraph.co.uk)

    Die Studie, welche im New England Journal of Medicine erschienen ist, erklärt, dass ein Fehlen/eine Fehlfunktion des Moleküls NAD die Entwicklung des Babys und seiner Organe im Mutterleib zur Folge hat. Dass am Ende einer 12-jährigen Forschung ein altbekanntes Vitamin die Lösung ist, überrascht auch die ForscherInnen.

    Nun wird versucht, einen Test zu erarbeiten, welcher die NAD-Werte misst, um Frauen zu identifizieren, die ein größeres Risiko haben. Außerdem weißt Dunwoodie darauf hin, dass das Vitamin B3 bei den meisten Schwangerschafts-Nahrungsergänzungspräperaten kaum vorkommt – mindestens ein Drittel der schwangeren Frauen wiesen in der Studie im ersten Trimester (Schwangerschaftswoche 1 bis 12) ein niedriges B3-Niveau auf.

    Wo findet man Vitamin B3?

    Vitamin B3 ist in Geflügel, Fleisch, Fisch, in tierischen Innereien (vor allem Leber), Eiern, grünem Gemüse wie Spargel, Brokkoli und Grünkohl, Pilze wie Champignons und Steinpilze, Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen sowie Getreide- und Vollkornprodukte enthalten. (vitamine.com) Für Australien besonders interessant: auch in ihrem Brotaufstrich Vegemite (ein Hefeextrakt, in Großbritannien als Marmite auf dem Markt, in Deutschland als Vitam-R) findet man recht viel Vitamin B3.


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  • #184 App kann Gefahr für Fötus verringern

    „Count the Kicks“ nennt sich die App – und mit ihr können schwangere Frauen die Tritte ihrer ungeborenen Kinder „mitzuschreiben“. Eine gewisse Anzahl an Tritten pro Stunde ist für ein gesundes Baby normal.

    Emily Eekhoff, eine junge US-Amerikanerin, hatte sich diese App heruntergeladen und auch genutzt, als in der 33. Schwangerschaftswoche die regelmäßigen Tritte plötzlich aufhörten. Sie suchte sogleich einen Arzt auf, dieser konnte zwar einen Herzschlag feststellen, aber keine Bewegungen. Durch einen Notkaiserschnitt kam ihre Tochter schließlich zur Welt – ihre Nabelschnur hatte sich drei Mal um ihren Hals gewickelt. Ruby, so der Name des Kindes entwickelt sich prächtig – und wäre ihre Mutter durch die App nicht derart aufmerksam und vorsichtig gewesen, wäre es wahrscheinlich tot zu Welt gekommen.

    Die App wurde von fünf Müttern aus Iowa entwickelt, die selbst bereits eine Totgeburt oder Kindstod erleiden mussten. Aufmerksam wurden sie durch ein öffentliches Gesundheitsprogramm Norwegens, das Frauen gelehrt hat, wie sie die Bewegungen der Föten im letzten Trimester der Schwangerschaft zählen. Dadurch konnten in einem Krankenhaussystem des skandinavischen Landes die Totgeburtenrate um 30 Prozent gesenkt werden. Auch die fünf Frauen haben ab 2009 mit Schulungen gestartet – seit kurzem gibt es die Idee auch als App für Android und iOS-Geräte. In Iowa sank seit dem Start die Totgeburtenrate um 26 Prozent.

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  • #131 Erste Erfolge mit künstlicher Fruchtblase

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    Der Aufbau sowie Bilder vom 4. Tag in der künstlichen Fruchtblase (b) und dem 28. Tag darin (c) (Bildquelle: Children’s Hospital of Philadelphia)

    ForscherInnen des Children’s Hospital of Philadelphia ist es gelungen, dass Föten von Lämmern bis zu vier Wochen in einem speziellen Plastiksack mit immer wieder erneuertem künstlichen Fruchtwasser überlebten. Dabei haben sie geschluckt, sich leicht bewegt und auch einen Wollflaum angesetzt.

    „Was die Entwicklung sowohl der peripheren Organe als auch des Gehirns betrifft, aber auch die messbaren Stoffwechselprodukte, alles erschien nach der Entnahme aus dieser künstlichen Fruchtblase normal.“ (Alan Flake, nzz.ch)

    Gerade deshalb sind diese Ergebnisse so spannend: Das Ziel ist es, in einigen Jahren eine solche künstliche Fruchtblase auch bei extrem früh geborenen menschlichen Babys einsetzen zu können. Dabei meint man Frühchen, welche in der 22. oder 23. Schwangerschaftswoche (bei einer durchschnittlichen Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen) geboren wurden. Zwar haben diese bereits heute dank Hightech-Medizin eine höhere Überlebenschance, doch fast 90 % zeigen später neurologische Behinderungen oder Beeinträchtigung von Organen. Daher würde eine künstliche Fruchtblase (oder wie sie von Alan Flake genannt wird: der Biobag) besser für solche Frühchen sein als bisherige Inkubatorsysteme.

    Dies ist ein erster Schritt – von einem raschen Einsatz bei Menschen kann keine Rede sein. Hierfür muss man herausfinden, wie man das künstliche Fruchtwasser zusammensetzen soll und ob man „man einen Fötus überhaupt schnell genug nach einem Kaiserschnitt von der mütterlichen Blutversorgung ab- und an die Biobag-Versorgung ankoppeln kann.“ Außerdem wurden bei dem Test mit den Lämmern noch keine möglichen Spätfolgen untersucht. Es durfte nur ein Lamm weiterleben; dies ist nun mehrere Monate alt und es ist augenscheinlich gesund.


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  • #17 Teenager-Schwangerschaften erreichen in den USA ein Allzeittief

    Laut einem Bericht des Center for Disease Control and Prevention (CDC) gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika so wenig Schwangerschaften von Jugendlichen (im Alter von 15 bis 19 Jahren) wie noch nie. So sank es in den vergangenen 25 Jahren von 62 Geburten je 1.000 Teenager auf 24 Geburten je 1.000 Teenager gesunken.

    Die Gründe für den Rückgang sind relativ unklar, aber es gibt einzelne Vermutung: So gingen in Colorado die Schwangerschaften zwischen 2009 und 2015 um fast 40 Prozentpunkte zurück. Der Grund? Weil „die Gesundheitsbehörden des Bundesstaates den Jugendlichen unentgeltlich lang anhaltende, umkehrbare Kontrazeptiva anboten.“

    Außerdem werden Amerikanerinnen heutzutage später aktiv als in früheren Generationen. Mitgrund hierfür sind, laut Soziologen, „Reality-Serien“ wie 16 and Pregnant (MTV, vergleichbar mit Sendungen wie Teenager werden Mütter). In den ersten eineinhalb Jahren nach der Premiere der Serie sank die Zahl der Jugendschwangerschaften in den USA um sechs Prozentpunkte.


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