Schlagwort: Schmetterling

  • #277 Salbe für „Schmetterlingskinder“ entwickelt

    Bei der Erbkrankheit „Epidermolysis bullosa“ löst sich die Haut der Erkrankten auf – ihre Haut ist dabei so empfindlich wie Schmetterlingsflügel. Deshalb werden PatientInnen als „Schmetterlingskinder“ bezeichnet. Eine Heilung für diese Krankheit gibt es bis heute nicht, bislang konnte man sich nur auf die Versorgung der Wunden beschränken. Doch eine Salbe, die an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg in Österreich, entwickelt wurde, verspricht eine deutliche, langanhaltende Reduktion der Symptome.

    Die Salbe, die gerade in einem Pilotversuch getestet wird, zeigt Erfolge bei einer Variante der Krankheit, der „Epidermolysis bullosa simplex“. Bei allen Varianten der Krankheit ist die Produktion eines wichtigen Proteins gestört – durch sein Fehlen ist die Haut geschwächt und bildet Blasen. Bei der Simplex-Variante ist zwar das Protein vorhanden, aber mutiert und tritt stark gehäuft auf. „Das führt zu Entzündungsreaktionen“, so Johann Bauer, Leiter der Forschungsgruppe an der Universitätsklinik für Dermatologie der PMU.

    Der Wirkstoff selber ist dabei nicht neu: Diacerein ist bereits in Tablettenform im Handel erhältlich, für die Behandlung von Osteoarthritis. Der Apotheke der Uni-Klinik gelang es schließlich, diesen Wirkstoff in Cremeform herzustellen.

    Daraufhin habe man eine kleine Pilotstudie mit fünf Personen gemacht. „Wir waren vom Erfolg überrascht“, sagt Bauer. „Innerhalb von zwei Wochen beobachteten wir eine 80-prozentige Reduktion der Blasen. Und hatten überraschenderweise – warum, das ist uns immer noch nicht ganz klar – einen sehr langfristigen Effekt dabei ausgelöst. Die Blasen waren dann auch ohne Behandlung nicht mehr vorhanden.“ (derStandard.at)

    Da die Zwischenergebnisse einer größeren Studie bereits so vielversprechend waren, wurde das Medikament bereits geschützt. Für das internationale Zulassungsverfahren hat man sich an einen amerikanischen Partner gewandt.

    Zahlen und Fakten

    1 von 17.000 Neugeborenen ist von der Erbkrankheit betroffen. 500 Betroffene gibt es in Österreich, rund 2.000 in Deutschland und 200 in der Schweiz – geschätzte 30.000 Betroffene sind es in ganz Europa.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainmanolofrancoPixabay

  • #47 Ein Paradies für Bienen um ihr Überleben zu sichern

    Bienen machen nicht nur köstlichen Honig – sie sind große Leistungsträger unserer Gesellschaft.

    Der wirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung der Bienen für die Landwirtschaft wird für Europa auf 65 Milliarden Euro jährlich geschätzt, für Österreich auf 525 Millionen und weltweit auf 100-200 Milliarden Euro. Ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt direkt oder indirekt von der Arbeit der Bienen ab. (bienenschutzgarten.at)

    Doch obwohl wir eigentlich unglaublich dankbar sein müssten, machen wir den Bienen das Leben schwer: Krankheitserreger, der Einsatz von Pestiziden und der Klimawandel setzen der Bienenpopulation weltweit zu. Das Münchner Umweltinstitut kommt sogar auf 7 Gründe, die für das Bienensterben verantwortlich sind.

    Die zweitgrößte Stadt Iowas, Cedar Rapids, will jetzt mit gutem Beispiel vorangehen. Im Frühjahr 2017 werden 188 Acre (rund 76 Hektar) mit nativen Gräsern und Wildblumen bepflanzt – Ziel ist es, ein 1.000 Acre (rund 404 Hektar) großes Bienenparadies zu errichten. Das darf man sich aber nicht als ein riesiges Feld vorstellen – über das ganze Stadtgebiet verteilt werden kleinere Felder dafür genutzt.

    Daniel Gibbins, Leiter der Parks in Cedar Rapids, ist überzeugt, dass dies nicht nur den Bienen, sondern im weiteren Verlauf auch Vögeln, Amphibien, Repitlien und Säugetieren helfen wird: „Everything that’s native here relies on native vegetation.“ Aber auch für andere Insekten wie z.B. Schmetterlinge sollen der Mix aus Blumen und Gräsern ein lebenswerter Raum werden.

    Die „1,000 Acre Pollinator Initiative“ soll in den kommenden fünf Jahren auf die namensgebenden 1.000 Acre kommen – gemeinsam mit weiteren Städten des Linn Countys in Iowa.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Silberfuchs, Pixabay