Schlagwort: Resistenz

  • #158 Neuer Wirkstoff auf Basis von Komodowaran-Blut

    Komodowarane, oder auch Komododrachen genannt, ist eine Echsenart aus Indonesien. Mit einer maximalen Länge von drei Metern und einem Gewicht von 70 Kilogramm ist sie die größte gegenwärtig lebende Echse. Sie leben in ungemütlichen, widerlichen Umgebungen und kommen darin gut zurecht.

    Aus diesem Grund haben sich ForscherInnen der George Mason University (Virginia, USA) die Komodowarane, oder besser gesagt das Blut der kleinen Drachen, angesehen. Dabei fanden sie 48 seperate protein-ähnliche Verbindungen, sogenannte antimikrobielle Peptide (also Abwehrpeptide), die Bakterien abwehren. Acht davon bekämpfen Bakterien, die bislang bei der Behandlung mit aktuellen Antibiotika eine Resistenz aufwiesen.

    Die ForscherInnen haben mit diesem Wissen ein neues, synthetisches Peptid entwickelt. Es trägt den überaus coolen Namen „DRGN-1“, was ausgesprochen „Dragon One“ heißen soll. Diese synthetische Verbindung ist sogar noch stärker als jene, die im Blut des Komodowarans gefunden wurden. DRGN-1 tötet aber nicht nur die Bakterien, sondern es schwächt auch den Biofilm, den Bakterien verwenden, um an der Oberfläche der Wunden zu haften. Außerdem heilt die Wunde damit schneller.

    Für die Medizin könnte das ein großer Durchbruch sein. Zwar macht uns das Drachenblut nicht, wie im Nibelungenlied, unverwundbar – aber es könnte ein Mittel gegen die immer größere werdende Antibiotikaresistenz sein. Die Weltgesundheitsorganisation sieht die Antibiotikaresistenz als „one of the greatest challenges to global public health today, and the problem is increasing“ (apps.who.int; PDF).

    Aktuell wurde der Wirkstoff erst an Mäusen getestet, aber DRGN-1 „is a good candidate for additional studies and possible development as a topical therapeutic agent for infected wounds“ (bbc.com)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, JamesDeMers, Pixabay

  • #109 Froschschleim tötet Grippeviren

    Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Immunity veröffentlicht wurde, besagt, dass eine chemische Verbindung aus dem Hautsekret-Schleim des „Hydrophylax bahuvistara“-Frosches den H1-Stamm des menschlichen Influenzaviruses töten kann. Die Froschart selbst wurde erst 2015 von der Wissenschaft entdeckt.

    Diese chemische Verbindung ist eine kurze Kette von Aminosäuren (Peptid), welches die ForscherInnen der Emory University „urumin“ benannten, nach einem traditionellen südindischen Schwert. Als die ForscherInnen das Hautsekret des Frosches ins Labor brachten, isolierten sie 32 Peptide – vier davon zeigten „Grippe-Zerschlagungsfähigkeiten“, eines davon war schließlich nicht giftig. Es greift z.B. das Hämagglutinin (HA) an – das H in z.B. H1N1 (einem Subtyp des Influenzaviruses).Doch die Abwehr gelingt auch bei vielen weiteren Stämmen der Influenza. Hämagglutinin hat normalerweise so etwas wie eine Schlüsselfunktion – es ermöglicht den Angriff auf unsere Zellen um uns zu infizieren. Das Hautsekret zerstört damit also die Integrität des Viruses, er wird dadurch nutzlos.

    Da die Resistenz auf aktuelle anti-virale Medikamente wächst, ist es notwendig, neue wirksame Medikamente zu erforschen. Bis der Froschschleim aber zum Einsatz kommt, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern und zahlreiche weitere Forschung benötigen.

    Warum der Schutz unserer Fauna und Flora so wichtig ist, erklärt iflscience! in diesem wunderbaren letzten Absatz:

    Nevertheless, this optimistic story underpins a very real need for us to maintain the world’s biodiversity. After all, you never know which frog you’ll need in the coming years of antibiotic-resistant superbugs.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY SA (4.0) 0 Public Domain, David V. Raju, WikiCommons