Schlagwort: Produktion

  • #292 Produktion von Kohle sinkt weltweit

    Die weltweite Kohleproduktion sinkt seit dem bisherigen Höhepunkt, den Jahren 2013 und 2014 – und das auf allen Kontinenten. Lag die Produktion Anfang der 80er Jahre noch bei etwas über 21.000 Terawattstunden, so waren es am Höchststand 2013 über 46.500 – ein Grund dafür war der massive Anstieg in Asien. Einzig in Süd- und Mittelamerika gab es 2016 wieder einen kleinen Anstieg.

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    Die Kohleproduktion nach Region in Terawattstunden (CC BY-SA OurWorldInData.org)

    Wie die nachfolgende Grafik zeigt, ist vor allem China für den deutlichen Anstieg bis 2013 verantwortlich. Produzierte man 1950 noch rund 250 Terrawattstunden, waren es 2003 rund 10.500, und 2011 rund 20.700 – also die Hälfte der weltweiten Terrawattstunden.

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    Die Kohleproduktion nach Ländern in Terrawattstunden (CC BY-SA OurWorldInData.org)

    Ein weiterer Rückgang ist zu erwarten, weil gerade China einerseits gegen die Luftverschmutzung in Städten kämpft („In ganz China mussten seit dem 1. Oktober mehr als 176.000 Fabriken und 44.000 Kohlekraftwerke den Betrieb einstellen, weil sie die vorgegebenen Emissionsziele nicht erreichten.“ schreibt z.B. Die Zeit) und andererseits massiv in erneuerbare Energien investiert.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, hangelaPixabay

  • #284 Erfolgreiche Herstellung eines virusfreien Polio-Impfstoffs

    Der Polio-Virus löst Kinderlähmung aus – und dank weltweiter Impfkampagnen konnte der Virus zu 99 Prozent ausgerottet werden. Doch der Virus bleibt auch weiterhin auf dieser Welt – weil die aktuellen Impfstoffe auf aktiven Viren beruhen. ForscherInnen aus Großbritannien ist es nun aber gelungen, eine synthetische Kopie des erfolgreichen Impfstoffs zu produzieren. Damit könnte in einigen Jahren der Virus komplett von der Erde verschwinden.

    Zwar besteht der Impfstoff aus der äußeren Proteinhülle des Polio-Virus, enthält aber nicht den Virus selbst bzw. sein Erbgut, das für Ansteckung sorgt. Auf deutschlandfunk.de wird die Herstellungsweise ausführlich beschrieben. Hier eine verkürzte Fassung: Die genetischen Baupläne für die Hüllproteine werden in spezielle Bakterien namens Agrobacterium tumefaciens übertragen – als ringförmiger DNA-Strang. Danach werden die Blätter von Tabakpflanzen (das heutige Titelbild zeigt eine Tabakplantage) mit einer Lösung der Bakterien umspült. Das Bakterium dringt dabei in die Pflanzenzellen ein und schleust sich in den Zellkern. Die im DNA-Strang codierten Proteine werden dann durch die Pflanzen hergestellt – und das Ergebnis ist schließlich die leere Virushülle für den neuen Impfstoff.

    ForscherInnen der Universitäten Leeds und Oxford bestätigen in Untersuchungen, dass es sich um eine exakte Kopie der echten Virushülle handelt. Bei ersten Tests mit Mäusen löste sie außerdem die geplante Immunreaktion gegen den Polio-Virus aus. Ziel ist es nun, den Maßstab der Produktion zu vergrößern – und später auch klinische Tests an Menschen durchzuführen. Bereits im nächsten Jahrzehnt möchte man dann den neuen, synthetischen Impfstoff einführen. Auch eine Ausweitung auf andere Impf-Wirkstoffe ist geplant.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, distel2610Pixabay

  • #279 PocketDefi: Ein Defibrillator zum Mitnehmen

    Der Einsatz von Defibrillatoren kann die Überlebenchance nach einem Herzstillstand deutlich erhöhen – deshalb sollte man stets wissen, wo man einen findet (bzw. wo man online nachschauen muss:  für Österreich 144.at/defi, für Deutschland defikataster.de und für die Schweiz: herzsicher.ch). Das Grazer Start-up Liimtec hat sich aber zum Ziel gesetzt, den Defibrillator weiterzuentwickeln: Der PocketDefi ist nur 400 Gramm schwer und laut seinen EntwicklerInnen der kleinste Defibrillator der Welt. Seit wenigen Tagen ist nun die Crowdfunding-Kampagne am Laufen – mit vollem Erfolg: nach gerade einmal zwei Tagen wurden bereits 120.000 Euro finanziert – die erste 75 Geräte waren sogar innerhalb von 10 Minuten verkauft.

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    Natürlich gibt es bei einem solchen lebensrettenden Gerät große Auflagen – das Gerät soll für Österreich, Deutschland und die Schweiz angeboten werden und soll natürlich alle notwendigen Zertifizierungen und Zulassungen vorweisen können. Sollte die Kampagne so gut weiterlaufen (und im kommenden Monat zumindest 250.000 Euro erreicht werden, soll es weitere Sprachpakete für Frankreich, Spanien, die Niederlande und Italien geben – dem großen Launch in vielen europäischen Staaten sollte damit also nichts mehr im Weg stehen. (Im August erhielt das Startup zudem Investitionen in sechststelliger Höhe.)

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    Für die KäuferInnen heißt es aber trotzdem warten: Die ersten Geräte sollen im Dezember 2018 ausgeliefert werden. Sofort nach dem Ende des Fundings wird mit der serienfähigen Produktion begonnen – doch aufgrund der strengen medizinrechtlichen Vorgaben kann die Zulassung nur auf Basis eines fertigen Produktes erfolgen. Das Gerät kostet 699 Euro – aktuell gibt es bei der Crowdfunding-Aktion noch einen 35-prozentigen Rabatt (der Preis sinkt dadurch auf 449 Euro). Im Vergleich zu größeren Geräten ist der Preis deutlich geringer.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Bilder von der PocketDefi-Facebookseite