Schlagwort: Plastikmüll

  • #236 Milchkapseln gegen Plastikmüll

    Wir kennen sie alle: diese kleinen Plastikdöschen mit Deckel aus Aluminium in denen 7,5 Gramm Kaffeesahne enthalten sind. Und wir alle wissen wohl, dass hier dem praktischen Nutzen ein – für diese geringe Menge – recht unnötiger Müll gegenübersteht. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben sie nun jedoch womöglich die Zukunft der portablen Milch vorgestellt: verpackungslose Milchkapseln, welche sich in warmen Getränken automatisch auflösen.

    Die Milch hält sich in der Kapsel, weil es in Wahrheit ein Zuckerwürfel mit Milchfüllung ist. In der Presseaussendung der Universität wird beschrieben,

    Die Herstellung der Kapseln ist relativ einfach: Zunächst wird eine Lösung aus Milch und dem gewünschten Zucker hergestellt, die in eine Form gegeben wird. Danach kühlt die Lösung ab, wobei der überschüssige Zucker an den Rand der Flüssigkeit wandert und sich dort Kristalle bilden. Im Inneren befindet sich dann eine Milch-Zucker-Lösung.  (pressemitteilungen.pr.uni-halle.de)

    Wer jetzt aber sagt, dass nur Kaffee ohne Zucker richtiger Kaffee sei: Keine Sorge. Bislang gibt es eine gesüßte und eine leicht gesüßte Milchkapsel. Es muss auch nicht immer Zucker sein, andere Stoffe sind auch denkbar. An einer zuckerfreien Lösung wird gerade noch getüftelt.

    Für das Verfahren, Flüssigkeiten in ein Zuckerhülle zu geben, besitzt man seit 2015 ein Patent. Nun muss überprüft werden, ob dieses Konzept sämtliche Anforderungen für Lebensmittel erfüllt und ob diese Kapseln auch kostengünstig in großer Stückzahl hergestellt werden können.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Pressefoto der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Fotografin: Martha Wellner

  • #195 Refill Berlin: Für den Genuss des Leitungswassers

    35892431945_3381541f57_c.jpg
    Teilnehmende Unternehmen werden mit diesem Sticker markiert.

    Das Projekt „Refill Berlin“ hat ein Ziel: Der Gebrauch von Einwegflaschen aus Plastik soll reduziert werden. Daher bieten bislang zehn Orte (Lokale, Shops usw.) an, dass  leere Flaschen kostenlos und offiziell mit Leitungswasser nachfüllt werden.

    Die Idee tauchte in Deutschland eigentlich erstmals in Hamburgauf und hat sich bislang in sieben deutsche Städte verbreitet. In Berlin beteiligen sich auch die Berliner Wasserbetriebe an dem Projekt: Dort können sich Unternehmen die blauen Aufkleber besorgen, die sie dann neben dem Eingang außen anbringen sollen.

    „Wir wollen Trinkwasser aus der Leitung für alle Menschen zugänglich machen – auch unterwegs“, erklärt Lena Ganssmann von a tip: tap, einer Initiative, die sich für frei zugängliches Leitungswasser einsetzt. „So vermeiden wir den Müll der Plastikflaschen – und die beteiligten Geschäfte werben für sich als jemand, der Nachhaltigkeit unterstützt.“ (Pressemitteilung der Berliner Wasserbetriebe)

    Der Verein „a tip: tap“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leitungswasser wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

    https://twitter.com/rbbabendschau/status/885514655145357316


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainTanteTatiPixabay

  • #176 2 Milliarden Plastiktaschen weniger in Deutschland

    Im Jahr 2015 verbrauchte der bzw. die Durschnittsdeutsche noch 68 Plastiktaschen pro Jahr. Ein Jahr später sind ist der Pro-Kopf-Verbrauch auf 45 Taschen pro Jahr gesunken. Laut aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsforschung sank der Verbrauch von 5,6 Milliarden Taschen pro Jahr auf 3,6 Milliarden – ein Rückgang von einem Drittel.

    Die Gründe dafür sind vielfältig: Modeketten wie H&M oder C&A haben 2016 begonnen, Gebühren für die Einkaufstaschen zu verlangen – allein damit sank die Ausgabe von Taschen um 50 Prozent. Supermärkte wie Real, Penny, Lidl oder Rewe haben Plastiktaschen komplett aus ihren Geschäften verbannt. Insgesamt verlangen seit Juli 2016 über 350 Unternehmen Geld für jede ausgegebene Plastiktasche.

    Eine Alternative, die Papiertaschen, sind zwar gut recyclebar, werden sie aber nur ein- oder zweimal genutzt, schneiden sie auch hier in der Ökobilanz schlecht ab. Ihr Herstellung verbraucht nämlich viel Wasser und Energie. (Wobei sie natürlich grundsätzlich viel ökologischer sind als ihre Plastikpendants.) Perfekt hingegen sind Stoffbeutel. Sie sind extra für eine häufige Nutzung ausgelegt und können einen über Monate oder gar Jahre hinweg begleiten.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, geralt, Pixabay