Schlagwort: Pflanzen

  • #201 „leaf republic“ macht aus Blättern Geschirr

    Das Münchner Start-up „leaf republic“ hat zugegebenermaßen keine neue Idee: Im asiatischen Raum kennt man schon lange die Vorteile von Pflanzenblättern als Essensunterlage und Geschirr. Doch die Deutschen wollen die Arbeit mit Blättern weiterdenken und auch in Europa zeigen, was in ihren Fasern steckt: Das Produkt von „leaf republic“ ist eine mehrschichtige Naturschale aus Laubblättern, wasserfestem Laub-Papier und noch einer Schicht Laubblätter. Darin befinden sich, wie das Unternehmen betont, keine synthetischen Zusätze, keine Farbe, kein Kleber und außerdem musste kein Baum dafür gefällt werden. Und innerhalb von 28 Tagen ist dieser Schale auch schon wieder verschwunden – und damit vollkommen biologisch abgebaut.

    Die Idee zum Produkt kam den GründerInnen von „leaf republic“ während einer Weltreise, wo sie selbst das Pflanzengeschirr in Aktion erlebten – und natürlich im Gedanken, den Plastikmüll zu verringern. Produziert wird in Deutschland, doch das Unternehmen steht aktuell noch vor einem Problem: Europäischem Laub fehlt es bislang an der Formstabilität und Biegsamkeit. Doch die ForscherInnen im Team suchen bereits nach einer Lösung. Solange importieren sie passendes Laub aus Indien.

    So sieht die Produktpalette aus:

    https://www.facebook.com/leafrepublic/photos/a.584842734867418.1073741827.584832064868485/1376380972380253/?type=3&permPage=1

    PULS, das junge Programm des Bayerischen Rundfunks, hat erst kürzlich über die Teller aus Laubblättern berichtet:

    https://www.youtube.com/watch?v=iN3_Fg5PsmM


    Weiterführende Links und Quellen:

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  • #190 Indien: 66 Millionen Bäume in 12 Stunden gepflanzt

    In Indien wurde 2016 ein Rekord aufgestellt: Innerhalb weniger Stunden wurden 2016 im Bundesstaaat Uttar Pradesh 50 Millionen Bäume eingepflanzt. Doch dieser Weltrekord wurde am 2. Juli 2017 gebrochen – ebenfalls in Indien: 1,5 Millionen Menschen pflanzten im Bundesstaat Madhya Pradesh innerhalb von 12 Stunden über 66 Millionen Bäume.

    Indien möchte bis 2030 5 Millionen Hektar Land wieder aufforsten. Ziel ist es, die Auswirkungen des globalen Klimawandels zu verringern. Die Regierung unterstützt dieses Projekt mit 6,2 Milliarden US-Dollar (rund 5,4 Milliarden Euro). Bei dem Weltrekord haben sich unzählige Freiwillige zusammengefunden: StudentInnen, Hausfrauen oder auch Regierungsangestellte.

    https://www.facebook.com/DavidAvocadoWolfe/videos/10154644193076512/


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  • #104 Flaschen auf Pflanzenbasis in Entwicklung

    In der 13.344-Einwohner Gemeinde Hard im westlichsten österreichischen Bundesland Vorarlberg ist der Firmensitz des weltweit agierenden Unternehmens ALPLA. Der Verpackungsmittelhersteller hat über 17.000 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro – seit 1955 produzieren sie Kunststoffverpackungen wie z.B. Flaschen, Verschlüsse oder Tuben.

    Doch das Erdöl wird knapper und damit auch Rohstoff zur Herstellung von Kunststoff. Deswegen forscht die chemische Industrie mit (nachwachsenden) Naturprodukten wie z.B. Zuckerrüben, Soja, Gras oder sogar Klärschlamm. Das Vorarlberger Unternehmen ist soweit, dass es jetzt bereits Flaschen herstellt, welche zu 30 Prozent aus Pflanzen wie Maisblätter, Getreidehalme oder Gras bestehen. (Dabei betonen sie, dass es sich dabei um Teile der Pflanzen handelt, die keine Nahrungsmittel sind.)

    Ziel ist es aber natürlich, dass die Flaschen irgendwann zu 100 Prozent aus „Pflanzenkunststoff“ bestehen. Ein Prototyp besteht bereits und mit der Qualität ist man äußert zufrieden: Die Haltbarkeit ist gegenüber normalen Plastikflaschen fünf bis zehn Mal höher, aufgrund der höheren Dichte der „Pflanzenflaschen“. Das bedeutet, dass weniger Kohlensäure herauskommt, und weniger Sauerstoff eindringen kann.

    Der bio-basierte Kunststoff nennt sich „Polyethylenfuranat“ (oder kurz: PEF). Er wird zu hundert Prozent aus pflanzlichen Rohmaterialen hergestellt und ist ebenso zu hundert Prozent vollständig recyclingfähig. Das aktuelle Problem für das Unternehmen ist, dass das dafür benötigte Sekundärrohstoff, das pflanzliche Granulat, nur in relativ geringen Mengen produziert wird. Bei ALPLA plant man aber, bereits in ungefähr fünf Jahren mit der Flaschenproduktion in größerem Stil starten zu können.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, congerdesign, Pixabay