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  • #235 Chile: Pinguine statt Eisenmine

    Ein einzelner Humboldt-Pinguin auf einem Stein, umgeben von Wasser.
    Ein Humboldt-Pinguin

    Eine Investition von 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,12 Milliarden Euro) mit nicht ausreichenden Umweltgarantien oder doch lieber der Schutz der Umwelt? Für viele Regierungen wäre es keine leichte Entscheidung keine Einfache – doch die chilenische Regierung hat nun die Pläne für das Bergbauprojekt des Unternehmens „Andes Iron“ abgelehnt. Das Unternehmen wollte 12 Millionen Tonnen Eisen und 150.000 Tonnen Kupfer in der nördlichen Region Coquimbo produzieren und zusätzlich einen neuen Hafen bauen.

    Für den Umweltminister Marcelo Mena sind in den aktuellen Plänen keine ausreichenden Umweltgarantien erbracht worden. In dem betroffenen Gebiet leben 80 % der Humboldt-Pinguine – diese Pinguinart zählt zu den „gefährdeten“ Vogelarten. In Chile und Peru genießt diese Vogelart einen gesetzlichen Schutz. Auch andere gefährdete Tierarten wie Blauwale, Finnwale oder Seeotter findet man in diesem Gebiet. Der Minister betont, dass er an (wirtschaftliche) Entwicklungen glaubt, diese jedoch nicht auf Kosten des Naturerbes oder mit verbundenem Gesundheitsrisiko geschehen darf.

    Nachdem im März die Umweltkomission das Projekt abgelehnt hat, hat nun das Ministerkomitee das endgültige Urteil verlautbart. Chiles „National Mining Society“ (Sonami, Sociedad Nacional de Minería) sieht darin eine „schlechte Nachricht für den Bergbau und das ganze Land“, das Unternehmen Andes Iron kann gegen diese Entscheidung berufen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, PublicDomainPicturesPixabay (Titelbild) und WerbeFarbrikPixabay (Bild 2)

  • #181 Kolumbien: FARC-Rebellen offiziell abgerüstet

    Nach 53 Jahren Guerilla-Krieg ist es ein großes Zeichen. In einer offiziellen Zeremonie feierten der kolumbische Präsident Juan Manuel Santos und der FARC-Führer Rodrigo Londoño die Abrüstung der brutalen Rebellen.

    Dem seit 1964 andauernden Konflikt waren mehr als 260.000 Menschen zum Opfer gefallen. Ausgetragen wurde er dabei von der kolumbianischen Armee, der FARC, anderen linken Guerillagruppen und recht(sextrem)en Paramilitärs. Sieben Millionen Menschen wurden aufgrund der Auseinandersetzung zur Flucht gezwungen. Seit 22. Juni 2016 gab es einen offiziellen endgültigen Waffenstillstand zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC

    FARC heißt eigentlich FARC-EP bzw. F.A.R.C.-E.P. und steht für „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo“, also „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee. In den EU-Ländern, den USA, Kanada, Peru und Kolumbien wurde die FARC bis September 2016 als „terroristische Organisation“ eingestuft.  Die Annäherung der Regierung an die FARC-Rebellen wird jedoch nicht von der gesamten Bevölkerung als positiv angesehen: Bei einem nichtbindenden Referendum im Oktober 2016 stimmten 50,23 Prozent gegen das Friedensabkommen.

    Die FARC will ihre Ziele nun ohne Waffen und Entführungen umsetzen – nämlich als politische Partei – 10 Sitze im Kongress soll ihnen dabei in den ersten Jahren garantiert werden. Wie Boris Herrmann in der Süddeutschen schreibt, werden sie es aber langfristig schwer haben:

    Als künftige Bewerber um Wählerstimmen sorgen sich die Farc um ihr schlechtes Image. Sie haben eine Werbekampagne gestartet, in der sie sich als soziale Wohltäter inszenieren. Große Teile der Bevölkerung halten das für scheinheilig. (sueddeutsche.de)

    Er ist es auch, der beschreibt, dass die Gewalt in Kolumbien noch nicht zu Ende ist. Die ELN („Ejército de Liberación Nacional; Nationale Befreiungsarmee), die zweitgrößte Guerillagruppe, mordet und entführt weiter. Doch auch hier begannen im Februar 2017 Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der ELN mit dem Ziel der Entwaffnung.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Julianza, Pixabay