Schlagwort: Natur

  • #89 Europäische Kommission plant vollständiges Verbot von bienen-schädlichen Pestiziden

    Laut einem exklusiven Bericht des britischen Mediums The Guardian plant die Europäische Kommission ein (fast) vollständiges Verbot für Pestizide, welche akute Risiken für Bienen mit sich bringen. Wird der Vorschlag der Kommission von einer Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten genehmigt, so könnte das Verbot bereits in diesem Jahr beschlossen werden. Die einzige Ausnahme soll für Pflanzen gelten, welche ausschließlich in Gewächshäusern gezüchtet werden.

    Bereits 2013 hat die Europäische Union ein vorübergehendes Verbot der Verwendung der drei wichtigsten Neonicotinoide verhängt. Der erneute und radikalere Vorstoß stützt sich auf eine Risikobewertung von Pestiziden durch die „European Food Safety Authority (Efsa), welche 2016 veröffentlich wurden. Frühestens im Mai könnte darüber abgestimmt werden, und sofern der Entwurf verabschiedet wird, könnte er innerhalb weniger Monate in Kraft treten.

    Der Rückgang der Bienenpopulation ist bereits seit Jahren zu beobachten und die Auswirkungen sind vielen Menschen noch gar nicht bewusst: Den Bienen verdanken wir nicht nur den köstlichen Honig – sie sind durch ihre ausdauernde Arbeit für den weiteren Bestand zahlreicher Lebensmittel verantwortlich. Das kurze Video in diesem Tweet zeigt, wie unterschiedlich unsere Supermärkte ohne Bienen aussehen würden:

    153 Milliarden Euro ist der globale Wert der Bestäubungsleistung unserer Bienen – Wikipedia hat die Zahlen und Anteile schön zusammengefasst:

    Der bei weitem wichtigste Beitrag der Honigbiene für die moderne Landwirtschaft ist ihre Bestäubungsleistung. 22,6 % bzw. 14,7 % der landwirtschaftlichen Produktion in Entwicklungs- bzw. Industrieländern sind direkt auf Bestäubung durch Honigbienen angewiesen. Der globale Wert der Bestäubungsleistung durch Insekten wurde auf 153 Mrd. € geschätzt, was 9,5 % der landwirtschaftlichen Produktion entspricht. Davon entfallen 14,2 Mrd € auf die EU25 und 14,4 Mrd. € auf Nordamerika inkl. Mexiko. (de.wikipedia.org)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, hansbenn, Pixabay

  • #79 „Farm School“ in Indien lehrt organischen Anbau

    Die Marudam Farm School in Thiruvannamalai im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu wurde 2009 gegründet. Damals startete die Schule mit 20 SchülerInnen, sechs bis sieben LehrerInnen und zwei Familien, die auf der Farm wohnten. Seit 2012 ist die Schule auch vom indischen „Board of Elementary Education“ anerkannt und darf offiziell als Grundschule agieren.

    Der Unterricht findet in Klassen mit einer Größe von 4 bis 10 SchülerInnen statt und ist eine Mischung aus der Philosophie um Jiddu Krishnamurti (eine Form von alternativer Pädagogik), Waldorf, Montessori, Sudbury Valley School und UK’s Summer Hill – Ziel ist es, dass die Themen, die behandelt werden demokratisch zwischen den SchülerInnen und LehrerInnen beschlossen werden. So kam es einmal, dass eine Gruppe im Geografieunterricht sich derart für Ozeane interessiert hat, dass man im Laufe eines Schuljahres immer mehr und mehr davon erforschte und lernte.

    Marudam also follows a principle of alternative education that encourages children to be curious, while helping them learn at their own pace. (thebetterindia.com)

    In dieser Schule werden viele Dinge an praktischen Beispielen gelehrt:

    Much of the teaching at Marudam is done through a continually evolving curriculum and projects that connect the children directly to nature and the community that surrounds them. For instance, mathematics is taught through pottery, baking, or even goat-rearing, depending on whatever strikes a chord with the children. Subjects like farming, tailoring, gardening, composting, carpentry and cooking are also taught. (thebetterindia.com)

    Dabei wird schließlich die ökologische Landwirtschaft am eigenen Schulfeld gelehrt, ebenso wie Aufforstung oder die Arbeit mit Vieh. Der Fokus der Schule liegt dabei eindeutig auf nachhaltigem Leben. 85 Prozent der Speisen, die die Schule ausgibt, werden selbst angebaut und geerntet.

    Heute leben in Marudam 5 Familien, die Schule umfasst 23 LehrerInnen und 70 Kinder. Diese kommen aus den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft. 35.000 Rupien (umgerechnet rund 497,60 Euro) kostet der Unterricht für ein Kind für ein Jahr – nicht alle können es sich leisten: Drei Viertel der SchülerInnen wird deshalb das Schuljahr durch Spenden ermöglicht.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Unsplash, Pixabay