Schlagwort: Mobilität

  • #249 Deutschland: Neues Gesetz vereinfacht Carsharing

    In Deutschland ist am 1. September das neue Carsharing-Gesetz in Kraft getreten. Damit hat diese Form der gemeinsamen Autonutzung eine moderne, aktuelle, gesetzliche Grundlage bekommen. So soll sich vor allem hinsichtlich Parkplatzsuche und Abstellplätzen etwas ändern.

    Was ist Carsharing?

    Der Duden definiert es so:“organisierte [gebührenpflichtige] Nutzung eines Autos von mehreren Personen“. Wikipedia fügt hinzu: „Carsharing erlaubt anders als konventionelle Autovermietungen ein kurzzeitiges, auch minutenweises Anmieten von Fahrzeugen. Die Nutzung der Fahrzeuge wird dabei über einen die Energiekosten mit einschließenden Zeit- oder Kilometertarif oder Mischformen solcher Tarife abgerechnet.“

    Das Gesetz regelt einige Rahmenbedingungen – für deren Umsetzung dann aber Städte, Kommunen und Gemeinden zuständig sind.

    • Das Gesetz definiert, was unter dem Begriff Carsharing-Fahrzeug zu verstehen ist und wie diese Fahrzeuge zu kennzeichnen sind.
    • Den örtlichen Straßenverkehrsbehörden wird die Möglichkeit eingeräumt, separate Parkflächen für Carsharing-Fahrzeuge auszuweisen und diese von Parkgebühren zu befreien.
    • Carsharing-Anbietern mit festen Stationen wird im Rahmen eines wettbewerblichen Auswahlverfahrens gestattet, Stellplätze an ausgewählten Standorten in den „öffentlichen Verkehrsraum“ zu verlegen.
    • Bei der Auswahl dürfen Aspekte wie die Vernetzung mit dem öffentlichen Nahverkehr und der Klimaschutz berücksichtigt werden. Carsharing-Flotten mit Elektrofahrzeugen oder Hybridantrieben könnten so bevorzugt zum Zuge kommen.
    • Darüber hinaus enthält das Gesetz insbesondere Ermächtigungen zum Erlass entsprechender Verkehrszeichen.

    Durch diese Angebote sollen Menschen in Städten nicht zwangsläufig auf Autos verzichten – es stellt sich nur vermehrt die Frage, ob jeder ein eigenes Auto benötigt.

    Studien zufolge ersetzt ein Carsharing-Auto im System ohne Verleihstationen schon heute drei private Autos, die im Durchschnitt nur eine Stunde am Tag bewegt werden. Bei den Varianten mit festen Orten, an denen die Leihautos zu finden und zu denen sie zurückzubringen sind, werden sogar pro Carsharing-Fahrzeug bis zu 20 Privatautos überflüssig. (sueddeutsche.de)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, kenny2332Pixabay

  • #34 Österreich zählte 2016 die meisten Neuzulassungen bei Elektroautos in der EU

    War Österreich 2015 noch auf Platz 5 der Neuzulassungen von Elektroautos in den EU-28, so schaffte man im vergangenen Jahr den Sprung an die Spitze. Insgesamt wurden 2016 im ganzen EU-Raum 63.330 E-Autos zugelassen – 3.826 davon in Österreich. Das entspricht für Österreich ein Plus von 128,2 Prozent gegenüber 2015. Großbritannien zählte 10.624 Zulassungen, Deutschland 11.284 und Frankreich 21.776.

    Gemessen an den Gesamtzulassungen liegt Österreich aber an der Spitze: 1,2 Prozent aller neu zugelassenen Autos im Vorjahr waren Elektroautos. Der EU-Schnitt liegt bei 0,4 %, Deutschland kommt auf 0,3 %. Allein in Vorarlberg (Einwohnerzahl am 1.1.2015: 378.490) wurden 355 E-Pkws zugelassen – drei Mal so viel wie in ganz Polen.

    In zwölf EU-Staaten gab es jedoch einen Rückgang bei den Neuzulassungen – so zum Beispiel auch in Deutschland.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, OpenClipart-Vectors, Pixabay

  • #29 Oberleitungs-LKWs als mögliche Zukunft für den Güterverkehr

    Bis zum Jahr 2050 soll sich der Güterverkehr in Deutschland, laut Schätzungen, vervierfachen. Damit aber nicht auch der CO2-Ausstoß um das Vierfache ansteigt, sucht man natürlich nach Lösungen.

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    Marktanteile im Güterverkehr, Stand 2015 (Quelle: allianz-pro-schiene.de)

    Nun wurde bekanntgegeben, dass auf zwei Testabschnitten deutscher Autobahnen Oberleitungs-LKWs getestet werden sollen. Siemens und das deutsche Bundesumweltministerium möchten gemeinsam bis 2018 diesen Versuch starten. Die Hybrid-LKWs können dann einerseits mit Strom aus der Oberleitung angetrieben werden und schließlich auch weiterhin mit Benzin. Einen ähnlichen Test gibt es – von Siemens und Scania – bereits seit 2016 in Schweden.

    Auch wenn seit Jahrzehnten versucht wird, den Güterverkehr auf Schiene zu bringen (also statt LKWs mehr Güterzüge zu nutzen), werden immer noch (Zahlen von 2015) 70,8 % des Güterverkehrs von LKWs erledigt, 18 % von der Eisenbahn, 8,5 % durch Binnenschiffe und 2,7 % durch Öl-Fernleitungen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, webandi, Pixabay

  • #27 Wien zählt erneut mehr Öffi-Jahreskarten als PKWs, Fahrradnutzung steigt ebenfalls

    Die Bewohner der österreichischen Bundeshauptstadt zeigt sich in Sachen Mobilität sehr modern: Gab es im Jahr 2006 noch doppelt so viele angemeldete PKWs wie Öffi-Jahreskarten, so hat sich das in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert, wie eine Grafik des VCÖ (einer NGO zum Thema Mobilität) aufzeigt:

    Zwar wuchs die Anzahl der angemeldeten PKWs an – doch nur in kleinem Ausmaß. Wenn man bedenkt, dass Wien 2008 1,67 Millionen Einwohner und 2016 bereits 1,84 Millionen zählte, hätte man hier auch einen weitaus größeren Zuwachs sehen können. Preislich war die Jahreskarte bereits 2007 mit 449 Euro für 961 Kilometer Öffi-Netz recht günstig, den deutlichsten Anstieg an JahreskartenbesitzerInnen gab es aber 2012, als im Mai der Preis auf 365 Euro gesenkt wurde. 2015 gab es dann erstmals mehr JahreskartenbesitzerInnen als PKWs, und auch 2016 ist die Tendenz weiter steigend.

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    Der massive Zuwachs ist nur deshalb, weil hier nicht 2015 und 2016 verglichen werden, sondern 2010 und 2016.

    Und auch hinsichtlich das Radfahrens kann Wien mit positiven Zahlen aufwarten: Die Stadt Wien hat an verschiedenen Orten automatische Zählstellen für den Radverkehr installiert – um so die Frequentierung messen zu können. Dabei gab es an fünf von zehn Zählstellen Veränderungen im zweistelligen Prozentbereich und nur zwei Stellen, die mit -1,9 % und-1,8 % einen negativen Wert aufführen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, domeckopol, Pixabay