Schlagwort: Medizin

  • #289 Dank körpereigenem Molekül Atemwegstherapien effizienter

    Gerade bei Atemwegserkrankungen ist es oftmals schwierig, zwischen bakterieller und viraler Infektion zu unterscheiden. Mittels Tests, die das Vorkommen des körpereigenen Moleküls Procalcitonin im Blut anzeigen, wird diese Unterscheidung erleichtert. Bei gesunden Menschen ist dieses Molekül kaum oder gar nicht nachweisbar. Diese Form der Tests sind nicht vollkommen neu – doch nun gibt es erste Ergebnisse über ihre Wirksamkeit und ihre Auswirkungen.

    Durch diesen Test wird also festgestellt, ob es sich um eine bakterielle oder virale Infektion handelt – dabei soll verhindert werden, dass Antibiotika zur Behandlung von viralen Infektionen eingesetzt wird, was ja wirklos wäre. Zusätzlich verkürzt das Wissen über die Procalcitonin-Werte eine Antibiotikatherapie um ein Drittel.

    Schweizer ForscherInnen haben die Daten von 6.708 PatientInnen mit (bakteriellen) Atemwegsinfektionen ausgewertet: Die Sterberate sank dabei, im Vergleich zur Kontrollgruppe, um 14 Prozent, wenn der Biomarker Procalcitonin zur Rate gezogen wurde. Außerdem sanken die Nebenwirkungen der Antibiotika um 25 Prozent.


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  • #284 Erfolgreiche Herstellung eines virusfreien Polio-Impfstoffs

    Der Polio-Virus löst Kinderlähmung aus – und dank weltweiter Impfkampagnen konnte der Virus zu 99 Prozent ausgerottet werden. Doch der Virus bleibt auch weiterhin auf dieser Welt – weil die aktuellen Impfstoffe auf aktiven Viren beruhen. ForscherInnen aus Großbritannien ist es nun aber gelungen, eine synthetische Kopie des erfolgreichen Impfstoffs zu produzieren. Damit könnte in einigen Jahren der Virus komplett von der Erde verschwinden.

    Zwar besteht der Impfstoff aus der äußeren Proteinhülle des Polio-Virus, enthält aber nicht den Virus selbst bzw. sein Erbgut, das für Ansteckung sorgt. Auf deutschlandfunk.de wird die Herstellungsweise ausführlich beschrieben. Hier eine verkürzte Fassung: Die genetischen Baupläne für die Hüllproteine werden in spezielle Bakterien namens Agrobacterium tumefaciens übertragen – als ringförmiger DNA-Strang. Danach werden die Blätter von Tabakpflanzen (das heutige Titelbild zeigt eine Tabakplantage) mit einer Lösung der Bakterien umspült. Das Bakterium dringt dabei in die Pflanzenzellen ein und schleust sich in den Zellkern. Die im DNA-Strang codierten Proteine werden dann durch die Pflanzen hergestellt – und das Ergebnis ist schließlich die leere Virushülle für den neuen Impfstoff.

    ForscherInnen der Universitäten Leeds und Oxford bestätigen in Untersuchungen, dass es sich um eine exakte Kopie der echten Virushülle handelt. Bei ersten Tests mit Mäusen löste sie außerdem die geplante Immunreaktion gegen den Polio-Virus aus. Ziel ist es nun, den Maßstab der Produktion zu vergrößern – und später auch klinische Tests an Menschen durchzuführen. Bereits im nächsten Jahrzehnt möchte man dann den neuen, synthetischen Impfstoff einführen. Auch eine Ausweitung auf andere Impf-Wirkstoffe ist geplant.


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  • #271 Nervenstimulation als Hoffnung für Menschen im Wachkoma

    Französischen ForscherInnen ist es gelungen, einem Patienten, der seit 15 Jahren im Wachkoma lag, mithilfe von Nervenstimulation Bewusstseinsregungen zu entlocken. Die Stimulation des Vagusnervs ist zum Teil bereits eine Behandlung für Epilepsie oder Depression – die Einzelfallstudie der Forschungsgruppe an der Université Claude Bernard Lyon 1 zeigt nun erstmals einen Erfolg bei Wachkomapatienten.

    Zur Info: Der Vagusnerv zieht vom Gehirn aus in den Körper und kontrolliert die vegetativen Organe von Rachen, Brust und im oberen Bauchraum. (welt.de)

    Bei Menschen im Wachkoma funktionieren meist noch die grundlegenden Körperfunktionen wie die Atmung oder der Schlaf-Wach-Rhythmus – eine bewusste Reaktion mit der Umwelt gibt es dabei jedoch nicht. Der 35-jährige Patient, er kam durch ein schweres Schädel-Hirn-Trauma nach einem Autounfall ins Wachkoma, kann nun, nach der Stimulation des Nervs, mit seinen Augen einem Objekt folgen oder auf Kommando seinen Kopf bewegen. Untersuchungen mittels Positronenemissionstomografie (PET) zeigten, dass sich zudem die Kommunikation verschiedener Hirnareale verbessert haben. Es scheint so, so die ForscherInnen, als wäre der Patient damit nicht mehr in einem vegetativen Zustand sondern in einem Zustand minimalen Bewusstseins.

    Für die nahe Zukunft planen sie nun eine größere Studie mit mehr PatientInnen – erst danach kann festgestellt werden, ob die Stimulation des Vagusnervs grundsätzlich zur Behandlung von WachkomapatientInnen eingesetzt werden kann.


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  • #254 Asthma-Medikament beugt möglicherweise Parkinson vor

    Ein internationales Forschungsteam hat Anfang September eine Studie veröffentlicht, die erklärt, dass ein altbekanntes Asthmamittel das Potenzial habe, den Ausbruch der Parkinson-Krankheit verhindern zu können.

    Nach ersten Tests an Tieren war man auf der Suche nach riesigen Datenbank, in der über viele Jahre verschriebene Medikamente beinhaltet. Das fanden die ForscherInnen schließlich in Norwegen: Dort werden alle verschriebenen Medikamente der 4,5 Millionen Bewohner Norwegens gespeichert – über den Zeitraum von 11 Jahren. Zwar war die Parkinsonkrankheit nicht sehr stark verbreitet: 0,1 % der Menschen, die kein Asthma-Medikament nahmen, erkrankten in diesem Zeitraum an Parkinson. Bei jenen, die ein Asthma-Medikamente („Beta-2-Sympathomimetika“) wie Clenbuterol und Salmeterol benutzten, lag die Zahl der Erkrankungen bei weniger als 0,04 %.

    Auch die Höhe der Dosis war da ausschlaggebend: Vergleicht man jene, die das Medikament nicht nahmen mit jenen, die die höchste Dosis nahmen, so verringerte sich der Gefahr einer Erkrankung um die Hälfte. Bei jenen, die nur die niedrigste Dosis einnahmen, verringerte sich die Erkrankungsgefahr hingegen kaum.

    Dieser spannenden Forschung stehen nun noch aufwändige klinische Tests bevor:

    Scherzer [Anmerkung: einer der Forschenden] says that any clinical trials are “a few years off.” He notes that 16 recent trials of potential Parkinson’s disease treatments have failed. He and his colleagues don’t want to have No. 17.

    Diese Form der Behandlung bzw. der Prophylaxe klingt vor allem deshalb spannend, weil die Krankheit zum Teil bereits 10 oder gar 20 Jahre in den Körpern der PatientInnen existiert, bevor die ersten Symptome erkennbar werden. Doch bis heute gibt es noch keine Screening-Methoden, um derart früh die Erkrankung zu erkennen – jetzt könne man eine solche Studie vor allem an jenen durchführen, bei denen es, aufgrund genetischer Vererbung, sehr wahrscheinlich ist, dass sie daran erkranken werden.


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  • #252 Mit einer Kamera in den Körper sehen

    Britische WissenschaftlerInnen haben einen Prototypen für eine Kamera vorgestellt, die im medizinischen Bereich einen Durchbruch darstellt: Diese Kamera kann nämlich von außen Bilder aus dem Körperinneren aufnehmen. Anstatt aufwändige und kostspielige Röntgenaufnahmen vorzunehmen, ist die Kamera sofort einsetzbar.

    Die Technologie arbeitet nach dem Prinzip, die Lichtquelle an der Spitze von Endoskopen aufzuspüren. Die Kamera hat eine derart sensible Optik, und kann so Lichtspuren im Körper bis zu 20 Zentimeter tief erkennen und lokalisieren.

    ForscherInnen der University of Edinburgh und der Heriot-Watt University sind für diese Entwicklung zuständig. Sie sehen darin ein essentielles Tool bei minimal-invasiven Eingriffen zur Krankheitsbehandlung:

    „The ability to see a device’s location is crucial for many applications in healthcare, as we move forwards with minimally invasive approaches to treating disease.“ (Kev Dhaliwal, University of Edinburgh, bbc.com)

    Aber wohlgemerkt: Damit kommen keine hochauflösenden Aufnahmen aus dem Körper heraus. Die Bilder sehen bei Aufnahmen mit dem Prototypen so aus:

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    Abbildung: Aufnahme mit dem Kameraprototyp

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  • #216 Demenz: Neue Substanz verbessert Gehirnfunktion

    ForscherInnen der Technischen Universität München kann in der Demenzforschung einen Erfolg vermelden: Neue Substanzen hemmen die Produktion von Amyloid-β (das Protein Beta-Amyloid gilt als Hauptverantwortlicher für die Entstehung von Alzheimer). Nun konnten sie nachweisen, dass Inhibitoren (also solche Hemmer) die Amyloid-β-Menge reduzieren, dadurch die normale Aktivität der Nervenzellen wiederhergestellt und die Gedächtnisleistung dabei deutlich verbessert werden konnten.

    Was (wahrscheinlich) Alzheimer verursacht

    „Die genauen Ursachen der Erkrankung sind zudem noch nicht endgültig geklärt. Wahrscheinlich ist aber, dass sich bei Erkrankten im Gehirn größere Mengen des Proteins Amyloid-β anhäufen als bei Gesunden, was dazu führt, dass das Protein verklumpt und die Nervenzellen schädigt.

    Betroffene Zellen können dadurch überaktiv werden, so dass sie ständig falsche Signale an ihre Nachbarzellen senden. Außerdem geraten bestimmte Gehirnwellen, die so genannten langsamen Oszillationen, außer Kontrolle. Diese Wellen spielen vor allem in der Gedächtnisbildung eine entscheidende Rolle, indem sie Gelerntes in den Langzeitspeicher verschieben.“ (tum.de)

    Die ForscherInnen arbeiteten dabei mit Mäusen, die großen Mengen von Amyloid-β produzierten. Über den Zeitraum von acht Wochen erhielten die Tiere den Hemmstoff über die Nahrung. Mittels Zwei-Photonen-Mikroskopie wurden einzelne Nervenzellen im Gehirn beobachten. Und neben der Hemmung der Amyloid-β-Produktion zeigten die Forschungsergebnisse noch viel mehr:

    „Der Effekt des Wirkstoffs war aber deutlich weitreichender: auch die Gehirnfunktionen der Tiere hatten sich wieder normalisiert. Es gab weniger überaktive Nervenzellen und auch die langsamen Gehirnwellen verhielten sich wieder wie in gesunden Tieren. Entscheidend war für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass sich auch das Gedächtnis der Tiere wieder verbesserte. Die Mäuse fanden eine in einem Wasserlabyrinth versteckte Plattform wieder ebenso schnell, wie ihre gesunden Artgenossen.“ (tum.de)

    Nun plant man eine große klinische Studie mit rund 1.000 TeilnehmerInnen.


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  • #194 Möglicher Impfschutz gegen Gonorrhö

    Erst vor kurzem hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davor gewarnt, dass sich die Geschlechtskrankheit Gonorrhö (heutzutage oftmals als „Tripper“ bezeichnet) immer weiter entwickelt und es dazu kommen könnte, dass kein bestehendes Antibiotika mehr zur Behandlung eingesetzt werden kann. Nur hat eine Forschungsgruppe der University of Auckland (Neuseeland) jedoch eine Studie veröffentlicht, die Hoffnung auf einen Impfschutz gegen die Krankheit macht.

    Dafür untersuchte das Team um Helen Petousis-Harris die Daten von 14.000 Menschen, welche in Neuseeland im Zeitraum zwischen 2004 und 2006 gegen Meningitis-B-Epidemie geimpft wurden. Unter den Geimpften erkannten sie 31 Prozent weniger Gonorrhö-Fälle als bei nicht-geimpften Menschen. Nach Angaben der Forschungsgruppe schützt ein alter Impfstoff gegen der Hirnhautentzündung auch vor jenem Bakterium das Gonorrhö auslöst.

    Gonorrhö (Tripper) zählt zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten: Jährlich erkranken laut WHO 78 Millionen Menschen weltweit. Die bakterielle Infektion wird durch ungeschützten Sex übertragen und kann zu Harnwegsentzündungen oder Unfruchtbarkeit führen.


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  • #187 Zika-Virus: Brasilien hebt Notstand auf

    Im Zeitraum von Jänner bis Mitte April 2017 zählte das brasilianische Gesundheitsministerium 7.911 neue Zika-Infektionen. Im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor waren es hingegen noch mehr als 170.000 Fälle. Das bedeutet eine Verringerung um rund 95 Prozent. Grund genug, den nationalen Notstand nach 18 Monaten für beendet zu erklären.

    Infektion durch Stechmücke

    Sowohl Zika, das Denguefieber als auch das Chikungunya-Fieber werden durch die Stechmücke Aedes aegypti übertragen.

    Nachgelesen: Zika-Virus

    Der Virus wird durch Stechmücken übertragen. Der Infektionsverlauf beim Menschen verläuft normalerweise relativ glimpflich, bislang sind keinerlei Tote durch den Virus nachgewiesen. Für Schwangere jedoch ist die Infektion eine große Gefahr: Föten von infizierten Schwangeren wurden mit Mikrozephalie (also eine Fehlbildung, bei der der Kopf eine deutliche geringer Größe hat) geboren, manche sterben bereits kurz nach der Geburt.

    Erklärung für Rückgang

    Die Forschung kam zur Erkenntnis, dass die Tastsache, dass einmal Infizierte sich nicht erneut infizieren können, zu diesem rasanten Rückgang geführt haben. Man schätzt, dass sich zwischen 2015 und 2016 über eine Million Menschen in Brasilien mit diesem Virus infiziert haben.

    Auch die Zahl der Neugeborenen mit Mikrozephalie ist im Vergleichszeitraum gefallen. Ein grundsätzliches Aufatmen wäre aber deutlich zu früh. Die Weltgesundheitsorganisation warnt davor, dass Zika „here to stay“ sei. Der Kampf gegen weitere Infektionen muss weiter gehen: „Zwar wurden weltweit Gelder in Millionenhöhe für die Intensivierung der Forschung bereitgestellt, aber viele Rätsel rund um Zika sind noch ungelöst.“ (zeit.de). Ein experimenteller Impfstoff hat ja, wie berichtet, bei frühen Tests positive Ergebnisse geliefert.


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    Weitere 365guteDinge-Beiträge zu #zika:

    Bildquelle: CC0 Public DomainMyriams_FotosPixabay

    Änderung 8. Mai 2017, 19:36 Uhr: Der Artikel zeigte die falschen weiterführenden Quellen – die richtigen Quellen wurden nun eingebunden.

  • #172 Fortschritte bei Forschung zur Regeneration menschlicher Haut

    Einem kleinen US-amerikanisches Biotech-Unternehmen ist es gelungen, dass bei Verbrennungen oder Wunden Haut erfolgreich vollständig regeneriert wurde und auch Haarwachstum an diesen Stellen angeregt wurde. Vorerst zwar im Versuch mit Schweinen, doch dies scheint ein wichtiger Weg zu sein, damit dies auch bald mit menschlicher Haut möglich ist.

    Heutzutage wird bei rekonstruktiver Chirurgie bei Menschen mit Verbrennungen oftmals eine dünne Schicht gesunder Haut von einer anderen Stelle des Körpers verwendet. Dabei gelingt es aber nicht, eine natürlich dicke und funktionelle Haut an Körperstellen mit den Verbrennungen entstehen zu lassen. Hier sieht PolarityTE Inc. (der Name des Unternehmens) ihren Vorteil.

    Hier wird zwar auch mit Haut des Patienten bzw. der Patientin. Hierbei wird die Haut im Labor vergrößert (sozusagen: ausgedehnt). Danach entstehen dort alle Hautschichten, bevor es zur Behandlung der Wunde eingesetzt wird. Laut PolarityTE soll dieser Vorgang innerhalb von weniger als 24 Stunden passieren.

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    Diese Grafik soll in aller Einfachheit den Ablauf der Technologie beschreiben. (Bildquelle: PolarityTE)

    Nach der erfolgreichen Forschung an Schweinen sollen menschliche Studien später im Laufe diesen Jahres beginnen – eine Zelltherapie könnte schließlich zwölf bis 18 Monate danach auf den Markt kommen. Doch die Haut ist dem Unternehmen nicht genug: Es wird verlautbart, dass die Technologie auch das Potential hat, voll funktionsfähige Gewebe wie Knochen, Muskel, Knorpel oder die Leber zu entwickeln.


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  • #163 Studie: Medikament effektiv gegen verschiedene Tumorarten

    Eine vergangenen Donnerstag im Fachmagazin Science veröffentliche Studie sorgt für etwas positive Aufregung in der Krebsforschung. An Studie nahmen 86 KrebspatientInnen mit fortgeschrittener Tumorerkrankung an unterschiedlichen Stellen des Körpers (Bauchspeicheldrüse, Prostata, Gebärmutter und Knochen) teil. Für diese 86 PatientInnen sprachen die Standardbehandlungen nicht an – alle trugen Genmutationen in sich, wodurch ihre Zellen keine zerstörte DNA reparieren konnte. Im Rahmen der Studie haben sie nun ein Medikament getestet, dass helfen sollte, das Immunsystem dabei zu unterstützen, die Tumor anzugreifen.

    Der Arzneistoff nennt sich Pembrolizumab und ist bereits als Medikament Keytruda von Merck/MSD am Markt. Das Medikament wird bereits bei ausgewählten PatientInnen mit seltenen Formen von fortgeschrittenem Lungenkrebs, Hautkrebs und Blasentumoren. Die Kosten sind bislang noch sehr teuer, pro Jahr kostet die Behandlung mit diesem Medikament 156.000 Dollar pro Jahr (rund 140.000 Euro).  Die Ergebnisse der gerade publizierten Studie waren jedoch so vielversprechend, dass die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration für Patienten mit denselben Genmutationen zugelassen.

    Nachdem die PatientInnen Pembrolizumab verabreicht bekamen, hörte bei 66 PatientInnen der Wachstum des Tumors auf (bzw. begann zu schrumpfen). Bei 18 PatientInnen verschwand der Tumor sogar komplett und kam bislang nicht zurück. Die Studie startete 2013 und läuft auch jetzt noch weiter.

    Normalerweise schützen sich Tumorzellen im Körper vor Angriffen durch das Immunsystem durch schützende Proteine. Dadurch sind sie für das Immunsystem unsichtbar. Pembroluzimab hingegen macht diese Zellen wieder sichtbar.

    In den USA gibt es zudem auch bereits einen Test, der eine Genmutation feststellen kann. Die Kosten dafür belaufen sich auf 300 bis 600 Dollar (267 bis 535 Euro). Laut den StudienautorInnen tragen nur 4 Prozent aller KrebspatientInnen eine „passende“ Genmutation für dieses Medikament in sich – doch das sind allein in den USA bis zu 60.000 PatientInnen pro Jahr.


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