Schlagwort: Malaria

  • #169 Europäischer Erfinderpreis für automatisierten Malaria-Bluttest

    Der österreichische Biochemiker Oliver Hayden hat gemeinsam mit dem niederländischen Wissenschaftler Jan van den Boogaart den „Europäischen Erfinderpreis 2017“ gewonnen. Für die Entwicklung eines automatischen Blutschnelltests für Malaria wurden sie in der Kategorie „Industrie“ ausgezeichnet. Der Preis wird seid zwölf Jahren jährlich vom Europäischen Patentamt (EPO) verliehen.

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    Jan van den Boogaart (links) und Oliver Hayden (rechts) feiern den Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie „Industrie“ (© EPO)

    Malaria ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten für Menschen: Jährlich gibt es 200 Millionen Neuinfektionen und 2 Millionen Todesfälle (Quelle: tropeninstitut.at). Überträger sind Stechmücken der Gattung Anopheles. Normalerweise ist für eine Diagnose eine aufwendige mikroskopische Untersuchung notwendig. Durch die Erfindung von Hayden und van den Boogaart kann die Diagnose automatisiert durchgeführt werden: die beiden haben 30 Parameter gefunden und eine Algorithmus entwickelt. Mit einem Bluttestcomputer ist es damit möglich, die Krankheit mit einer Sicherheit von 97 Prozent zu diagnostizieren.

    Die beiden haben bereits 2011 das Patent angemeldet, 2015 wurde es ihnen schließlich auch erteilt. Hayden war von 2007 weg bei Siemens Corporate Technology bzw. Siemens Healthineers aktiv – deshalb wurde der Algorithmus auch für einen Blutscanner der Siemens-Medizintechnik-Sparte Healthineers entwickelt (und deshalb gab es auch den Preis in der Kategorie „Industrie“. 2017 übernahm er schließlich die Heinz-Nixdorf-Professur für Biomedizinische Elektronik an der Technischen Universität München.

    Die beiden Forscher versuchen, die Methode, die für Malaria funktioniert, auch auf andere Erkrankungen wie Leukämie auszudehnen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, nuzree, Pixabay

  • #39 Neuer Malaria-Impfstoff zeigt Wirkung

    Die Risikogebiete für Malaria
    Die Risikogebiete für Malaria

    Zwar gibt es bereits hochwirksame Medikamente gegen die Krankheit, jedoch wartet die Menschheit bis heute auf einen Impfstoff gegen Malaria. Doch Forscherteams auf der ganzen Welt arbeiten unter Hochdruck daran: Ab 2018 soll ein Impfstoff namens „RTS,S“ in drei Ländern in Subsahara-Afrika zum Einsatz kommen. Das Problem dabei ist: Dieser Impfstoff zeigt nur bei jedem dritten Patienten Wirkung. Nun erbrachte ein weiterer Wirkstoff bei ersten Studien gute Ergebnisse.

    Jedes Jahr sterben rund 430.000 Menschen an Malaria – 92 Prozent der Todesfälle sind am afrikanischen Kontinent zu verorten. Zwar ist die Zahl der Neuerkrankungen von 2010 bis 2015 weltweit um 21 % zurückgegangen und die Sterblichkeitsrate um 29 % – doch: 2015 starb alle zwei Minuten ein Kind an dieser Krankheit. (science.orf.at)

    Doch wie ging man bei den Tests für den neuen Wirkstoff vor? „Zehn Freiwillige ließen sich von Mücken stechen, die eine genetisch geschwächte Form des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum in sich trugen, und entwickelten anschließend Antikörper“, so heise.de. Keiner der zehn Freiwilligen erkrankte dabei an Malaria. Es geht dabei um drei Gene, welche im Erreger Plasmodium falciparum stillgelegt werden müssen, damit der Parasit nicht mehr seinen vollen Lebenszyklus durchläuft. Nach Tests an Mäusen ist das nun der erste Test an Menschen.

    Im kommenden Jahr sollen dann Menschen, die mit diesem Impfstoff geimpft wurden in Kontakt mit unmanipulierten Erregern kommen. Dadurch würde sichtbar werden, ob die erzeugten Antikörper das Immunsystem ausreichend schützen können. Sollte dies gelingen, wird es schließlich weitere, größere Studien mit diesem Impfstoff geben. Bis dahin soll der Impfstoff RTS,S eingesetzt werden – denn selbst wenn er nur bei jedem dritten Patienten Wirkung zeigt, ist das bereits ein Fortschritt.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Titelbild CC0 Public Domain, ZoranD, Pixabay, Grafik: Public Domain, Link