Schlagwort: Lithium

  • #288 Neuer Akku aus Abfall-Graphit

    Im Smartphone, den Bluetooth-Kopfhörern, Notebook oder im Elektroauto: Lithium-Ionen-Akkus haben sich in unserer technologisierten Welt durchgesetzt. Wie der Name schon sagt, braucht man dafür das Element Lithium. Das größte Vorkommen gibt es dabei in Bolivien, Argentinien und Chile – bislang oftmals noch unberührt, könnte der notwendige Abbau die Zerstörung der Umwelt mit sich ziehen.

    (Nicht nur) Deshalb sucht man nach Alternativen. ForscherInnen der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) und der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) in Zürich haben sich vorgenommen, einen Akku aus den am häufigsten vorkommenden Elementen der Erdkruste zu kreieren. Herausgekommen ist dabei die Aluminiumchlorid-Graphit-Batterie. Hervorragend dafür eignet sich Abfall-Graphit, der z.B. bei der Stahlherstellung anfällt.

    Nach ersten Experimenten sollen die Akkus bei täglichem Einsatz Jahrzehnte lang erhalten bleiben – außerdem kann er offenbar im Preis-Leistungs-Verhältnis punkten.


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  • #68 Physiker erfindet mit 94 Jahren den Akku neu

    Wir nutzen sie jeden Tag, aber die wenigsten wissen, wer sie eigentlich erfunden hat: Die Akkus. Ob in Telefonen, Tablets, PCs – Lithium-Ionen-Akkus haben sich in den vergangenen Jahrzehnte eindeutig durchgesetzt. Erfunden wurde die Technologie Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre damals vom US-amerikanischen Physiker und Materialwissenschaftler John B. Goodenough. Für diese Entwicklung wurde er relativ spät, im Jahr 2011 mit der „National Medal of Science“ vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama ausgezeichnet.

    Heute ist Herr Goodenough 94 Jahre alt. Er arbeitet immer noch an der University of Texas in Austin und selbst in diesem hohen Alter steht er an der Spitze eines ForscherInnenteams, das nun eine neue Akku-Technologie namens „Solid-State-Akkus“ vorgestellt hat: Hierbei wird Glas als Elektrolyt eingesetzt (in klassischen Akkus ist der Elektrolyt flüssig)- das Lithium wird durch Natrium ersetzt, welches deutlich günstiger, verfügbarer und umweltfreundlicher ist. Durch die höhere Dichte können solche neuen Akkus ungefähr 3x mehr Energie speichern, sind sicherer, günstiger und funktionieren bei Temperaturen zwischen -20 und +60 Grad Celsius.

    Außerdem soll es innerhalb weniger Minuten aufgeladen werden können. Und genau das macht diese Technologie für die Elektroautoindustrie so interessant: Der z.B. in Tesla-Autos verwendete Lithium-Akku ist teuer, ist bei Kälte ineffizient und braucht lange zum Laden. Sollte also diese Akku-Technologie die Marktreife erreichen, wäre das ein sehr positives Zeichen für Elektroautos. Nur kann es bis dahin noch etwas dauern – der Weg von der Entwicklung zur Marktreife bei Lithium-Ionen-Akkus dauerte damals rund zwölf Jahre.


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, ArcaionPixabay