Schlagwort: lesen

  • #120 Junge Bibliothekarin bringt Bücher und Leselust in ihr Slum

    Muskaan Ahirwar ist die Bibliothekarin der „Bal Pustakalaya“ (Hindi für „Kinderbibliothek“). Ihren Sitz hat die Bibliothek in den Slums der indischen Stadt Bhopal – und jeden Tag, nachdem Muskaan von der Schule nach Hause kommt, setzt sie sich für eine Stunde in ihre Bibliothek und liest den regelmäßig zahlreich erscheinenden Kindern (zwischen 25 und 50 pro Tag) aus einem der Bücher vor.

    Die heute zehnjährige Ahirwar wurde von einem Team des „State Education Board“ sozusagen entdeckt: Als der Ausschuss 25 Bücher an in den Slums wohnende Kinder ausgegeben hat und danach mit Quiz mehr über die Bildung der Kinder erfahren wollte, stach Muskaan hervor – und so gab man ihr die Verantwortung, ihr Wissen weiter zu streuen und den Kindern etwas beizubringen. Keine leichte Aufgabe für ein neunjähriges Kind. Doch Muskaan akzeptierte freudig und wurde damit zur jüngsten Bibliothekarin der Welt.

    Anfang 2016 begann sie mit 25 Büchern, Ende Oktober 2016 zählte sie bereits 700 – alles Spenden aus Indien, aber auch den USA und aus Australien.

    Muskaans Vater ist Zimmermann, ihre Mutter Hausfrau – sie sind stolz auf ihre beiden Töchter, denn neben Muskaan arbeitet auch ihre ältere Schwester Neha manchmal in de Bibliothek. Muskaans Ziel ist es, irgendwann zu studieren und Ärztin zu werden – für die Kinder im Slum ist sie deshalb nicht nur Vorleserin, sondern auch ein großes Vorbild.

    2016 wurde Muskaan mit dem „Thought Leader“-Award vom „National Institution for Transforming India (NITI Aayog) ausgezeichnet – und auch hier ist sie die bislang jüngste Preisträgerin.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay

  • #102 Eine Pferdebücherei in Indonesien

    In Indonesien konnten in den vergangenen Jahrzehnten durch die Einführung der Schulpflicht für eine sechsjährige Grundschule im Jahr 1974 und der Verlängerung um drei Jahre im Jahr 1994 eine Bevölkerung alphabetisiert werden. Allein von 2004 bis 2011 sank die Zahle der Analphabeten von 15,4 auf 6,7 Millionen. Die Analphabetenquote liegt im ganzen Land nun bei rund 5 Prozent. In der Schule gehört Lesen zwar zu den Pflichten der SchülerInnen, doch viele können sich keine Bücher leisten.

    Ridwan Sururi hat aus diesem Grund „Kudapustaka“ gestartet, eine mobile Bibliothek auf dem Rücken eines Pferdes. Damit reist er von einem Dorf zum anderen. In seiner Region, Zentral-Java, gibt es laut UNESCO immer noch rund eine Million Analphabeten. Die Bücher erhielt er anfangs von einem guten Freund, welcher ihn bei seinem Hobby unterstützten wollte. Die Kinder und Erwachsenen müssen für das Ausleihen der Bücher keinen Cent bezahlen und Sururi hat auch nicht vor damit irgendwann einmal Geld verdienen zu wollen.

    Das Angebot geht von Comics und Erzählungen für Kinder bis hin zu „How-To“-Büchern für Erwachsene, zum Beispiel: „How to farm“, also eine Anleitung zum landwirtschaftlichen Anbau oder Viehzucht.

    Luna, das Pferd, mit dem er immer reiste, gehörte ihm gar nicht. Als professioneller Betreuer von Pferden steht Luna sozusagen unter seiner Obhut, der eigentliche Besitzer hat sich schon lange nicht mehr um sein Pferd gekümmert. Sururis großer Traum war aber ein eigenes Pferd – ein Wunsch, der im Jahr 2016 durch den Einsatz der „Stiftung Soziale und Ökologische Zukunft“ erfüllt wurde.

    Seither bereits er drei Mal die Woche die Dörfer mit seinem eigenen Pferd Germanis, was so viel bedeutet wie „das süße Pferd aus Deutschland“.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay