Schlagwort: Kühlschrank

  • #239 „Verwenden statt verschwenden“ – Offener Kühlschrank für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

    Am Bundesgymnasium Dornbirn war es SchülerInnen irgendwann nicht mehr egal, dass zu viele Speisen in der Schulkantine entsorgt wurden, die übrig geblieben sind. Sie wollten etwas ändern. Das Ziel war es, einen Food-Sharing-Kühlschrank bereitzustellen. Dieses übrig gebliebene Essen sollte Flüchtlingen zugute kommen – so war der Plan.

    Das Projekt ist gelungen: Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aus dem Ort wird durch den „offenen Kühlschrank“ eine zeitunabhängige Entnahme ermöglicht. Nicht nur, dass hier keine Lebensmittel mehr verschwendet werden, die geflüchteten Jugendlichen kommen dabei auch noch in den Genuss von lokal gekochten Gerichten. Unterstützung bekam er dabei durch die Initiative „Eure Projekte“ (siehe unten) – dadurch konnte ein Kühlschrank samt Behälter angeschafft werden. Einer der Schüler, selber ein Flüchtling, bringt dabei die Speisen regelmäßig in die Flüchtlingsunterkunft.

    „Verwenden statt verschwenden“ zeigt wieder einmal, wie ein kleines, regionales Projekt die großen Probleme unserer Welt anpacken kann – und dabei auch noch die Verbindung zwischen der alteingesessenen Bevölkerung und den Geflüchteten verbessert. Das Projekt wurde auch mit dem Österreichischen Jugendpreis ausgezeichnet.


    EureProjekte_Logo_frei.jpgEure Projekte

    „Eure Projekte“ ist eine Initative des österreichischen Bundesministeriums für Familien und Jugend. Hierbei können junge Menschen, die ein Projekt umsetzen möchten um finanzielle Unterstützung von bis zu 500 Euro ansuchen. Zusätzlich erhalten die Jugendlichen individuelle Projektberatung. Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren. Wer eine Idee hat, kann hier seine/ihre Idee bzw. sein/ihre Projekt einreichen: eureprojekte.at


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainAlexas_FotosPixabay

  • #149 Solarkühlschränke für kenianische Mangos

    Bei Außentemperaturen von rund 35 Grad ist es für kenianische Obst- und Gemüsebauern sehr wichtig, möglichst rasch ihre Ernte in den Handel bringen zu können. Bislang gelingt das, laut dem kenianischen Landwirtschaftsministerium, aber nur mit 50 bis 70 Prozent ihrer Ernte – der Rest konnte bislang nicht gekühlt gelagert werden und verrottete. Doch ein Non-Profit-Projekt stellt Mangobauern in Nziu Solarkühlschränke zur Verfügung – und beobachtet dabei die Entwicklung.

    Hinter dem Non-Profit-Projekt steht die Gruppe TechnoServe und die Initiative Yieldwise. TechnoServe hat es sich zur Aufgabe gemacht, unternehmerisch tätige Menschen in Entwicklungsländern zu unterstützen und mit ihnen wettbewerbsfähige Farmen, Unternehmen oder Industrien aufzubauen. YieldWise, erst Anfang 2016 gegründet, ist eine Initiative der Rockefeller Foundation. Ihr Ziel ist es, den Ernteverluste für afrikanische Landwirte zu reduzieren. Sie sagen, dass man allein mit den weggeworfenen bzw. verrotteten Ernteprodukten 1 Milliarde Menschen ernähren könnte.

    Ein Metallcontainer mit vier Solarpaneelen, ein Kühlaggregat, ein Wechselrichter und eine Autobatterie – daraus setzen sich die Solarkühler zusammen. Die Batterie benötigt man, um auch eine Kühlung nach dem Sonnenuntergang gewährleisten zu können. So wird rund um die Uhr gekühlt.

    Die Solarkühlschränke schaffen Temperaturen von 17 Grad Celsius für die geernteten Mangos. Bereits jetzt kühlen 150 Bäuerinnen und Bauern 3,4 Tonnen ihrer Früchte. Zusätzlich verdienen sie nun mehr am Verkauf ihrer Ernte: Konnten sie früher von Zwischenhändlern zu billigen Preisen gezwungen werden (da das geerntete Obst ja recht rasch weiterverkauft werden mussten), haben sie nun eine bessere Ausgangslage bei den Verhandlungen. Der Preis pro Kilo stieg von umgerechnet rund 7 Cent auf 18 Cent.

    Ein Käufer ist z.B. der global agierende Konzern Coca-Cola Company. Für Landwirte, die mit dem Unternehmen kooperieren, stiegen die Profite um 142 Prozent. Coca-Cola überlegt zudem, die gesamte Produktion in Ostafrika auf lokale Ressourcen aus nachhaltige Produktion umzustellen.

    Aus der Sicht des International Food Policy Research Institute (IFPRI) ist Landwirtschaft der Zukunft nur überlebensfähig, wenn sie sieben Anforderungen genügt: Effizienz, soziale Gerechtigkeit, Klimaverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein und Unternehmerfreundlichkeit. Manchmal funktioniert das allein mit 18 Grad Celsius Unterschied zur Außentemperatur. (orf.at)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Meditations, Pixabay