Schlagwort: Kraftwerk

  • #209 Die Sommerhitze zur Stromgewinnung nutzen

    Was wäre, wenn man die vor allem in diesem Sommer teils nur schwer aushaltbare Hitze zu etwas Positivem nutzen könnte? Aufwindkraftwerke tun genau das: dabei wird bodennahe Luft verwendet, die durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt und in einen hohen Turm durch eine Turbine geschleust wird, um Strom zu erzeugen. Die Idee ist nicht neu: Bereits Anfangs der 1980er-Jahre gab es das erste Aufwindkraftwerk in voller Größe in der spanischen Stadt Manzanares – errichtet vom deutschen Ingeneurbüro Schlaich Bergermann Solar und Fördergeldern des Deutschen Bundesforschungsministeriums.

    Das Wiener Architekturbüro heri&salli hat sich mit ihrer Idee eines Aufwindkraftwerks weit aus dem Fenster gelehnt: Ihr „Energie Land Turm“ soll 1 Kilometer (1.000 Meter) hoch sein. Jener in Manzares erreichte die Höhe von 194 Meter. Zusätzlich sieht ihr Konzept vor, dass der Turm zugleich als bewohnbares Hochhaus funktionieren soll. Das bislang höchste Bauwerk, das Burj Khalifa kommt übrigens auf 830 Meter.

    Auch wenn all das eher utopisch klingt – es braucht immer Menschen, die über das bisher Bekannte hinausdenken. Für alle, die in den kommenden zwölf Monaten einmal in Wien sind: Dieses Konzept und noch viel mehr findet man in der Ausstellung „Die Zukunft der Stadt“ im Technischen Museum Wien.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY-SA 3.0Widakora, „Solar Chimney prototype at Manzanares, Spain. View from south 8km away“, commons.wikimedia.org

  • #28 Hamburgs Wärmespeicher-Revolution

    Hamburgs Fernwärmenetz wird umgebaut. Aber anstatt alte Heizkraftwerke einfach durch neue zu ersetzen, planen die Zuständigen so etwas wie eine kleine Sensation. Denn sonst würde man einen solchen Absatz nicht in einem Zeit.de-Artikel finden:

    Das wird die Welt verändern.

    Hamburg stellt sich an die Spitze des ökologischen Fortschritts.

    Superlative dienen oft zur Übertreibung, hier sind sie angebracht. Was Hamburg plant, davon träumen Umweltschützer schon ewig. (Zeit.de)

    Doch worum geht es? Hamburg will Wärme als „Baukastenlösung“ aus vielen Bereichen der Stadt sammeln: Wärme aus der Müllverbrennung, Abwärme aus der Industrie, eventuell Biomasse oder Sonnenwärme. Und ein Teil des Baukastens ist ein „Aquiferwärmespeicher“.

    Aquifere sind wasserführende Schichten im Boden. Aus den oberen Lagen versorgt sich Hamburg mit Trinkwasser. Tiefer, unter dicken Tonschichten, verlaufen weitere Wasserleiter. Weil sie Kontakt mit Salzstöcken haben, sind sie als Quellen für Trinkwasser unbrauchbar. Aber man kann Wärme darin speichern. Hamburgs neuer Wärmespeicher muss also nicht mehr gebaut werden, er ist schon da. (Zeit.de)

    Das ist nämlich das Besondere: Hier kann Wärme über lange Zeit (100 Tage auf einer Temperatur von 65° Celsius) gespeichert werden, Wärme muss nicht ständig neu produziert werden, sondern wird „recycelt“. Die Technik ist nicht neu – der Reichstag in Berlin wird mit einem Aquiferwärmespeicher geheizt. Nur jetzt geht es um eine Viertelmillion Haushalte und nochmal so viel Gewerbefläche.

    Der Preis für einen solchen Aquiferspeicher? Rund eine Million Euro. 2015 kündigte man noch den Bau eines neuen „Innovationskraftwerks“ an, zu einem Preis von rund einer halben Milliarde Euro.

    Das klingt also alles sehr beeindruckend. Und so beschließt der Autor des Zeit-Artikels auch mit folgenden Worten:

    Wo also ist der Haken an der Sache? Das ist die Frage, die offen bleibt.

    Wir werden sehen. Im Herbst 2017 entscheidet die Stadt schließlich, ob es zu so einer Umsetzung kommen wird.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay