Schlagwort: Kolumbien

  • #282 Friedensnobelpreis für Anti-Atomwaffen-Initiative

    Im Juli 2017 haben 122 Nationen weltweit einen rechtsverbindlichen Vertrag ausverhandelt und unterzeichnet, der ein Verbot von Atombomben vorsieht. Nun hat ICAN, die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (auf Englisch: „International campaign to abolish nuclear weapons“), den Friedensnobelpreis 2017 zugesprochen bekommen.

    Seit 10 Jahren arbeitet das ICAN-Bündnis in 450 Friedensgruppen und Organisationen weltweit an einer weltweiten Abrüstung. Das Nobelpreiskomitee begründet ihre Entscheidung damit, dass sich ICAN „bahnbrechend um ein vertragliches Verbot solcher Waffen bemüht“ (deutschlandfunk.de).

    KritikerInnen erklären, dass der ausverhandelte Vertrag keine Wirkung habe – haben doch alle Länder, die Atomwaffen besitzen sowie alle NATO-Mitgliedsstaaten (bis auf die Niederlande) diesen Vertrag boykottiert. Doch z.B. Deutschland, als NATO-Mitglied boykottierend, gratulierte zum Nobelpreis: „Die Bundesregierung unterstützt das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen“, so die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer – doch die Notwendigkeit einer nuklearen Abschreckung sei noch gegeben.

    Es kann aber auch sein, dass die Entscheidung des norwegischen Komitees dazu beiträgt, dass etwas weitergeht. Das passierte bereits im vergangenen Jahr, als der Friedensnobelpreis an den kolumbianischen Präsidenten Santos – am Ende des ein halbes Jahrhundert andauernden Bürgerkriegs – ging. Dadurch wurde der Friedensprozess weiter vorangetrieben.


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  • #181 Kolumbien: FARC-Rebellen offiziell abgerüstet

    Nach 53 Jahren Guerilla-Krieg ist es ein großes Zeichen. In einer offiziellen Zeremonie feierten der kolumbische Präsident Juan Manuel Santos und der FARC-Führer Rodrigo Londoño die Abrüstung der brutalen Rebellen.

    Dem seit 1964 andauernden Konflikt waren mehr als 260.000 Menschen zum Opfer gefallen. Ausgetragen wurde er dabei von der kolumbianischen Armee, der FARC, anderen linken Guerillagruppen und recht(sextrem)en Paramilitärs. Sieben Millionen Menschen wurden aufgrund der Auseinandersetzung zur Flucht gezwungen. Seit 22. Juni 2016 gab es einen offiziellen endgültigen Waffenstillstand zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC

    FARC heißt eigentlich FARC-EP bzw. F.A.R.C.-E.P. und steht für „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo“, also „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee. In den EU-Ländern, den USA, Kanada, Peru und Kolumbien wurde die FARC bis September 2016 als „terroristische Organisation“ eingestuft.  Die Annäherung der Regierung an die FARC-Rebellen wird jedoch nicht von der gesamten Bevölkerung als positiv angesehen: Bei einem nichtbindenden Referendum im Oktober 2016 stimmten 50,23 Prozent gegen das Friedensabkommen.

    Die FARC will ihre Ziele nun ohne Waffen und Entführungen umsetzen – nämlich als politische Partei – 10 Sitze im Kongress soll ihnen dabei in den ersten Jahren garantiert werden. Wie Boris Herrmann in der Süddeutschen schreibt, werden sie es aber langfristig schwer haben:

    Als künftige Bewerber um Wählerstimmen sorgen sich die Farc um ihr schlechtes Image. Sie haben eine Werbekampagne gestartet, in der sie sich als soziale Wohltäter inszenieren. Große Teile der Bevölkerung halten das für scheinheilig. (sueddeutsche.de)

    Er ist es auch, der beschreibt, dass die Gewalt in Kolumbien noch nicht zu Ende ist. Die ELN („Ejército de Liberación Nacional; Nationale Befreiungsarmee), die zweitgrößte Guerillagruppe, mordet und entführt weiter. Doch auch hier begannen im Februar 2017 Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der ELN mit dem Ziel der Entwaffnung.


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  • #165 Eine Bibliothek mit Büchern aus dem Müll

    Vor 20 Jahren soll es sich zugetragen haben, dass José Alberto Gutiérrez, ein Müllmann in Bogota, Kolumbien sein erstes Buch aus dem Müll gefischt hat: Leo Tolstois Klassiker Anna Karenina. Bis heute hat er mehr als zehntausende weggeworfene Bücher gerettet und daraus eine Gemeinschaftsbibliothek gemacht.

    Fündig geworden ist er dabei vor allem in den wohlhabenderen Bereichen der Stadt, sein Zielpublikum mit der Bibliothek sind aber vor allem die Familien aus den ärmeren Bezirken. Oftmals kommen Familien, die ihren Kindern bei der Hausübung helfen wollen in seine Bibliothek, der er den klingenden Namen „La Fuerza de las Palabras“ (übersetzt: „Die Kraft der Worte“) gegeben hat. Die Bibliothek wird von seiner ganzen Familie geführt, also auch von seiner Frau und seinen drei Töchtern.

    Laut Deutschlandfunk hat er in seinem Zuhause rund 30.000 verschiedene Bücher – und über all die Jahre rund 20.000 Bücher bereits verschenkt. Jetzt reisen seine Familie und er manchmal in arme Gegenden Kolumbiens und haben damit schon über 100 kleine Bibliotheken entstehen lassen.

    „Da habe ich erstaunt festgestellt, dass einige Menschen Bücher wegwerfen. Das hat mich traurig gemacht. Als Kind hat mir meine Mutter viel vorgelesen. Ihr habe ich zu verdanken, dass für mich heute ein Buch der beste Freund ist.“ (José Alberto Gutiérrez, deutschlandfunk.de)


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  • #117 Mexiko eliminiert Infektionskrankheit, die Blindheit verursacht

    Die Pan American Health Organization (PAHO) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verkündeten Anfang der Woche, dass die Infektionskrankheit Trachom in Mexiko als öffentliches Gesundheitsproblem beseitigt werden konnte. Die Krankheit ist eine bakterielle Entzündung des Auges mit „Chlamydia trachomatis (Serotyp A bis C) und führt zu wiederholten Infektionen. Diese führen dann zur Narbenbildung und schließlich auch zum Verlust des Sehvermögens.

    Trachom betrifft vor allem arme und isolierte Populationen in 41 Ländern. Am amerikanischen Kontinent ist die Krankheit in Brasilien, Guatemala und Kolumbien noch weit verbreitet. In Mexiko waren 146.000 Menschen davon betroffen – im Jahr 2004 startete das Land bzw. das mexikanische Gesundheitsministerium schließlich ein „Trachom-Präventations- und Kontrollprogramm“ inklusive einer WHO SAFE-Strategie. Hierbei wurde der Fokus auf Sauberkeit, Antibiotika, Umweltverbesserung und auch Chirurgie für Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung. Eine „Task Force“ ging in Schulen, sprach mit Familien und erklärte den Slogan: „With water, soap and cleanliness you can prevent trachoma.“

    Weltweit sind 1,9 Millionen an Trachom erkrankt. Seit Jahren wird nun verstärkt versucht, die Krankheit mehr und mehr zu schwächen und schließlich zu eliminieren. Mexiko ist das dritte Land, welches das erreicht hat – zuvor schafften das der Oman und Marokko. Das große Ziel, also die weltweite Eliminierung von Trachom, soll bereits im Jahr 2020 erreicht werden.


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  • #103 Weltweit höhere Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Kindern mit Leukämie

    Die medizinischen Fachzeitschrift Lancet Haematology veröffentlichte am 11. April die Ergebnisse einer Studie zur Überlebenschance von Leukämie bei Kindern. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fünf-Jahres-Überlebensrate seit 1995 weltweit angestiegen ist.

    Für die Studie wurden 89.828 Kinder in 53 Staaten untersucht. Zwischen 1995 und 1999 lag die Rate in China bei 10,6 % und in Österreich von 86,8 %. Auch in der Phase zwischen 2005 und 2009 gab es große Unterschiede zwischen einzelnen Ländern – hier rangierten die Werte zwischen 52,4 % in Cali, Kolumbien und 91,6 % in Deutschland. Doch die Werte verbesserten sich in den meisten Ländern – in China liegt sie in 2005-2009 bei 69, 2 %.

    Bei den deutschsprachigen Staaten liegt Deutschland auf Platz 1:

    Jahre Deutschland Österreich Schweiz
    1995-1999 86,3 % 86,8 % 86,0 %
    2000-2004 87,3 % 90,1 % 87,9 %
    2004-2009 91,6 % 91,1 % 87,9 %

    Bei der Studie unterschied man zwischen den Überlebensraten bei Akuter Lymphatischer Leukämie (ALL, die häufigste Form von Leukämie bei Kindern) und Aktuer Myeloischer Leukämie (AML) und weiteren Leukämieformen. Bei den untersuchten Fällen handelte es sich bei 81 % um ALL, bei 16 % um AML und bei 3 % um weitere Formen. Die in diesem Beitrag genannten Werte gelten für alle Formen von Leukämie.

    Österreich und Deutschland werden im Artikel extra erwähnt: Hier waren und sind die Überlebensraten für ALL und AML schon immer sehr hoch. Den Grund dafür sehen sie in einem besseren Einhalten der Therapie-Protokolle.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY (2.0), Ed Uthman, Chronic Lymphocytic Leukemia, Flickr