Schlagwort: Kohlenstoff

  • #293 Methan-fressende Bakterien gegen den Klimawandel

    In einem antarktischen See fanden ForscherInnen Bakterien, die Methan, ein Treibhausgas, essen. Mit dieser Entdeckung wird die Gefahr, dass es beim Auftauen im Zuge des Klimawandel zu einer weiteren Erwärmung durch freigesetzte Gasreservoirs kommen könnte, deutlich reduziert werden.

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    Der Lake Whillans befindet sich auf dieser Karte südwestlich, zwischen dem West Antarctic Ice Sheet und dem Ross Ice Shelf. Foto: Von NASA Earth Observatory, Gemeinfrei, Link

    Die ForscherInnen müssten erst einmal 800 Meter in die Eisdecke bohren um die 120.000 Jahre alten Wasser- und Sedimentproben aus dem Lake Whillans zu bergen – das geschah 2013. Seither wurden diese Proben analysiert – nun wurden diese Analysen im Fachmagazin „Nature Geoscience“ veröffentlicht.

    Das ist gerade deshalb interessant, da unter dem Eis, aber auch im arktischen Permafrost riesige Mengen an Methan liegen. Durch die durch den Klimawandel herbeigeführte Erderwärmung besteht ein großes Risiko: Denn damit würde mehr und mehr Methan freigesetzt werden – und dieses Treibhausgas hat im Gegensatz zu Kohlenstoffdioxid eine 86-fach größere Wirkung auf den Klimawandel. Damit würde zum berechneten, erwartbaren Klimawandel eine zusätzliche Erwärmung hinzukommen, die den Klimawandel dann völlig außer Kontrolle geraten. Die Bakterien sollen durch das Auffressen des Methans diese Gefahr verringern.

    Die Bakterien brauchen das Methangas zum Überleben. Dort, unter dem Eis, gibt es keine Wärme und kein Sonnenlicht – daher holen sie sich die Energie aus dem Gas. Dadurch werden 99 % des Methans verbraucht.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, MemoryCatcherPixabay

  • #246 Filterschwamm entfernt Schwermetalle aus Gewässern

    Ein junger Mann aus dem aktuell von schweren Hochwassern betroffenen Houston/Texas konnte im Juli 2017 den wohl effektivsten Schwermetall-Wasserfilter vorstellen – und damit eine mögliche Lösung für die Trinkwasserverseuchung durch Schwermetalle bieten.

    Perry Alagappan, so heißt der Erfinder, hatte die Idee dazu nach einer Reise mit seinen Großeltern nach Indien. Daraufhin fragte er an, ob er an der Rice University in Houston in den Laboren Wasserfilter testen könne – bereits 2015 erhielt er seine Entdeckung den „Stockholm Junior Water Prize“. Seither wurde die Technologie weiterentwickelt und schließlich im Juli dieses Jahres präsentiert.

    oben: Ein Quarzfaser-Schwamm mit Kohlenstoff-Nanoröhren; unten: ein bereits genutzter Schwamm der im Testbetrieb 99% der Schwermetalle Cadmium, Kobalt, Kupfer, Quecksilber, Nickel und Blei aus dem Wasser zog
    oben: Ein Quarzfaser-Schwamm mit Kohlenstoff-Nanoröhren; unten: ein bereits genutzter Schwamm der im Testbetrieb 99% der Schwermetalle Cadmium, Kobalt, Kupfer, Quecksilber, Nickel und Blei aus dem Wasser zog (Fotorechte: © Barron Research Group/Rice University)

    Dabei handelt es sich um ein Quarzfaser-Schwamm, bei welchem Kohlenstoff-Nanoröhren hinzugefügt werden. Ein Gramm dieses Materials kann 83.000 Liter kontaminiertes Wasser vom Schwermetall befreien – genug um die täglichen Bedürfnisse von 11.000 Menschen zu stillen. Gereinigt kann dieser Schwamm mit Haushaltschemie wie z.B. Essig.

    Auf ingeneur.de wird das genauer beschrieben:

    Es ist eine simple Quarzwolle, ein watteartiges Gewirr aus zwölf Mikrometer dünnen Siliziumdioxid-Fasern, die das Grundgerüst des Filterschwamms bildet. Um dieses lassen die Forscher winzige Kohlenstoff-Nanoröhrchen wachsen. Die kleinen Nanoröhrchen werden dann mit einer oxidierenden Säure behandelt und einige Kohlenstoffatome werden durch Sauerstoff ersetzt. Dieser Trick verleiht den Nanoröhrchen viele hochreaktive potenzielle Ansatzstellen für Metallionen von Kadmium, Quecksilber und Co. (ingeneur.de)

    Ein Gramm dieses Schwamms kostet einen Vierteldollar (0,21 Euro Cent) – dabei sind Material- und Herstellungskosten in die Kostenanalyse mit eingerechnet. Perry Alagappan studiert nun übrigens an der Stanford Universität.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainTobiasDPixabay