Schlagwort: Japan

  • #167 Für EU-Mitgliedsstaaten wird Pariser Klimaabkommen gesetzlich verpflichtend

    Würden sich alle Staaten dieser Erde an ihre Versprechungen aus dem Pariser Klimaabkommen halten, wäre das natürlich eine gute Entscheidung im Kampf gegen den Klimawandel. Entscheidet sich aber ein Land, sich nicht an die Abmachungen zu halten, dann wird es dafür nicht bestraft. Für viele Umweltorganisationen ist das der große Nachteil am Abkommen. Für die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union soll sich nun durch ein Gesetz verändern.

    Das Europäische Parlament hat sich am 14. Juni 2017 mit überwältigender Mehrheit (534 Stimmen dafür, 88 Gegenstimmen. 56 haben sich enthalten) für diese Gesetzesinitiative ausgesprochen. Das Gesetz würde die Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, den Ausstoß von Treibhausgasen um 40 Prozent unter den Wert von 1990  Die Europäische Union ist der drittgrößte Produzent von Treibhausemmissionen – nach China (30 %) und den USA (15 %) kommen die EU-28 auf 9%, gefolgt von Indien (7 %), Russland (5 %) und Japan (4 %). Bislang konnte die EU den Ausstoß um 22 Prozent verringern, für die restlichen 18 Prozent braucht es breit angelegte Anstrengungen.

    Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Entwurf muss nun noch im Rat der Europäischen Union verabschiedet werden – danach muss es noch von den einzelnen nationalen Regierungen in nationales Recht umgewandelt werden. Das kann also noch einige Jahre dauern – und doch ist es vielversprechend und vielsagend, dass sich das Parlament mit einer derart großen Zustimmung dafür ausgesprochen hat.


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  • #132 Indien plant Paris-Klimaziel deutlich früher zu erreichen

    In einem Entwurf für die Energieentwicklung in den kommenden 10 Jahren wird prognostiziert, dass Indien bereits 2027 57 % der gesamten Energiekapazität aus nicht-fossilen Energiequellen stammen werden. Das Ziel des Pariser Klima-Abkommens war eine Reduktion von 40 % bis zum Jahr 2030.

    Das Übereinkommen von Paris

    Am 12. Dezember 2015 wurde auf der UN-Klimakonferenz in Paris das Nachfolge-Abkommen des Kyoto-Protokolls verabschiedet – es sieht die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten vor. Am 4. November 2016 trat es schließlich in Kraft, nachdem 55 Staaten, die Verursacher von zumindest 55 % der Emissionen sind, die Ratifizierung abgeschlossen haben.

    Weitere Infos auf help.gv.at

    Die Prognose zeigt die Auswirkungen von einem Anstieg an Investitionen de Privatsektors in Indiens Erneuerbare-Energie-Projekte im vergangenen Jahr. Außerdem wird erklärt, dass keine neuen Kohlekraftwerke bis 2027 notwendig sind, um den Energiebedarf zu erfüllen.

    Die größten Investitionen in den Bereich Erneuerbare Energie stammen aus dem Ausland: Japans Softbank hat z.B. 20 Milliarden Dollar (rund 18,30 Milliarden Euro) in den indischen Solarenergiersektor investiert. Tim Buckley, der Direktor am Institute for Energy Economics and Financial Analysis fasst Indiens Ziele zusammen:

    “India is moving beyond fossil fuels at a pace scarcely imagined only two years ago,” he said. “Goyal has put forward an energy plan that is commercially viable and commercially justified without subsidies, so you have big global corporations and utilities committing to it.” (Tim Buckley, theguardian.com)


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  • #129 Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 halbiert

     

    1990 zählte man noch 14,2 Millionen Todesfälle von Kindern auf der ganzen Welt, 2015 sind es 7,3 Millionen. Und das bei einem weltweiten Bevölkerungsanstieg von rund 2 Milliarden Menschen (von 5.309.668.000 auf 7 349 472.000)Immer noch eine schrecklich hohe Zahl, und doch ein deutlicher Fortschritt: Dr. Nicholas J. Kassebaum, ein Autor des Berichts, sieht die Gründe dafür in flächendeckenden Impfungen, Schutz für schwangere Mütter und der Ernährung.

    Äthiopien und Malawi stechen dabei besonders hervor: Hier sieht Kassebaum vor allem die positiven Entwicklungen beim Zugang zu sauberem Trinkwasser und besseren Kenntnissen über Hygiene als ausschlaggebend an. Ebenso führt in diesen Ländern bessere Bildung (vor allem auch von Frauen) dazu, dass die Menschen mehr auf ihre Gesundheit und auch auf ihre Ernährung achten.

    The world is doing a much better job of keeping babies alive long enough to become children, children alive long enough to become teens and teens alive long enough to fully grow up. (mainepublic.org)

    Zwar sind das gute Nachrichten für Säuglinge und Kleinkinder (bis 5 Jahre). Kinderkrebserkrankungen bei älteren Kindern und Jugendlichen sind jedoch immer noch ein großes Problem: In Japan, Europa und den USA gab es dabei große Fortschritte bei der Heilung, in ärmeren Ländern gibt es jedoch diesen Zugang zu den Behandlungsmethoden nicht. Außerdem ist Krieg immer noch der größte Grund für Kindersterblichkeit im Mittleren Osten – jene, die ihre Kindheit im Krieg überlegen, leiden dann häufig an Posttraumatischer Belastungsstörung.

    Und so beendet Kassebaum das Interview mit folgenden Worten:

    For the last two decades, enormous progress has been made. Children under five are not dying as much. But you have to think of childhood and adolescence as a continuum. We have to continue to address the health challenges of all children and adolescents (mainepublic.org)


    Weiterführende Links und Quellen:

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  • #87 Ein Haarschnitt für Obdachlose

    Joshua Coombes arbeitet seit sechs Jahren als Frisör. Im Jahr 2015 begann er schließlich, sich mit seinem Friseur-Werkzeug im Rucksack auf den Weg in Exeters Straßen (Exeter ist die Hauptstadt der Grafschaft Devon im Westen von England). Seither schneidet er obdachlosen Menschen kostenlos die Haare – zuerst eben in Exeter, später auch in London. Begleitet wird er dabei von seinem Freund Matt Spracklen, ein Fotograf, der die Ergebnisse mit der Kamera dokumentiert.

    Auf Coombes Instagram-Account findet man diese sehenswerten und berührenden Eindrücke, gemeinsam mit dem Hashtag #DoSomethingforNothing (übersetzt: Mache etwas für nichts). Coombes möchte mit seiner Arbeit Bewusstsein schaffen für die vielen Menschen, die auf der Straße leben. Im April 2016 veranstalteten Coombes und Spracklen auch ein Zusammentreffen für Menschen, die sich ebenfalls engagieren wollen. Josh erklärt,

    „For me, it is about giving something back and raising awareness of the homeless and by doing it on the street, it breaks the generalisation and so far it has been a good response.“ (metro.co.uk)

    Nasir Sobhani ist ein weiterer Straßenfrisör. Er kümmert sich dabei seit 2014 um die Obdachlosen der australischen Stadt Melbourne. Er ist geboren und aufgewachsen in Japan, hat in Kanada ein College besucht, am Inselstaat Vanuatu ehrenamtlich gearbeitet und ist schließlich in Australien gelandet.

    Und auch er erklärt, warum nicht nur der Haarschnitt für die Obdachlosen wichtig ist:

    „They need actual human contact, to engage in some form of intimacy with a human being who actually cares for them.“ (popsugar.com)

    Neben seinem Instagram-Account (mit dem Hashtag #CleanCutCleanStart) gibt es auch noch einen eigenen YouTube-Account, in der Geschichten von einzelnen Obdachlosen während eines Haarschnitts erzählt werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay