Schlagwort: Italien

  • #286 Segel- statt Containerschiff: Fair gehandelter Kaffee soll emissionsfrei nach Europa kommen

    Alles kommt irgendwann wieder: Was in der Mode für die eine oder andere Überraschung sorgt, soll sich nun auch im globalen Warentransport Einkehr finden. Zwei Österreicher wollen fair gehandelten Kaffee aus Lateinamerika mit einem richtig alten Segelschiff nach Europa bringen – angetrieben nur vom Wind.

    Der weltweite Handel mit Containerschiffen

    Der weltweite Handel wird mit rund 40.000 Containerschiffen (umweltbundesamt.de) betrieben. Während man am Festland den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen beschränken will, fahren die Containerschiffe mit Schweröl, das sehr hohe Schwefel- und Schwermetallanteile beinhaltet. Bei Containerschiffen darf der Schwefelgehalt im Schiffstreibstoff maximal 3,5 Prozent betragen. Was nach wenig klingt, ist in Wahrheit extrem hoch: Es ist 3.500 Mal so viel wie in LKW-Diesel. Saubere Alternativen (also „saubere“ Treibstoffe gäbe es, und sie würden damit auch den Preis für Produkte nur um wenige Cents ansteigen lassen). Laut Schätzungen sterben in Europe 50.000 Menschen an der Luftverschmutzung durch den Ausstoß von Containerschiffen.

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    Oscar und Daniel Kravina, beide Ende der 60er in Tarvis, Italien geboren, haben sich einen über 100 Jahre alten Frachtsegler gekauft, der aktuell in der Werft in Trapani, Sizilien restauriert wird. „Brigantes“, so der Name des Schiffes, soll ab Ende 2018 zwischen dem Mittelmeer und Lateinamerika verkehren. Auf dem 30 Meter langen Zweimaster sollen 160 Tonnen Waren geladen werden können. Es sollen vor allem fair gehandelter Kaffee und Kakao auf diesem Weg transportiert werden.

    Dafür haben sie das Unternehmen das Unternehmen „Sail-powered Shipping GmbH“ gegründet und ist Mitglied der Sail Cargo Alliance. Finanziert werden soll das Projekt vorerst durch Spenden und Crowd-Investing: 800 von ingesamt 1.600 Firmenanteilen können zu jeweils 1.000 Euro gekauft werden. Auch hier bezieht man sich auf ein traditionelles Finanzierungsmodell in der Schifffahrt: Seit 2007 in Österreich und 2013 in Deutschland dürfen eigentlich keine neuen Reedereien errichtet werden – es bleibt also spannend, ob dies als „Crowd-Investing“ schließlich doch möglich sein wird.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Alle Bilder sind von der Website Brigantes.eu

  • #279 PocketDefi: Ein Defibrillator zum Mitnehmen

    Der Einsatz von Defibrillatoren kann die Überlebenchance nach einem Herzstillstand deutlich erhöhen – deshalb sollte man stets wissen, wo man einen findet (bzw. wo man online nachschauen muss:  für Österreich 144.at/defi, für Deutschland defikataster.de und für die Schweiz: herzsicher.ch). Das Grazer Start-up Liimtec hat sich aber zum Ziel gesetzt, den Defibrillator weiterzuentwickeln: Der PocketDefi ist nur 400 Gramm schwer und laut seinen EntwicklerInnen der kleinste Defibrillator der Welt. Seit wenigen Tagen ist nun die Crowdfunding-Kampagne am Laufen – mit vollem Erfolg: nach gerade einmal zwei Tagen wurden bereits 120.000 Euro finanziert – die erste 75 Geräte waren sogar innerhalb von 10 Minuten verkauft.

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    Natürlich gibt es bei einem solchen lebensrettenden Gerät große Auflagen – das Gerät soll für Österreich, Deutschland und die Schweiz angeboten werden und soll natürlich alle notwendigen Zertifizierungen und Zulassungen vorweisen können. Sollte die Kampagne so gut weiterlaufen (und im kommenden Monat zumindest 250.000 Euro erreicht werden, soll es weitere Sprachpakete für Frankreich, Spanien, die Niederlande und Italien geben – dem großen Launch in vielen europäischen Staaten sollte damit also nichts mehr im Weg stehen. (Im August erhielt das Startup zudem Investitionen in sechststelliger Höhe.)

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    Für die KäuferInnen heißt es aber trotzdem warten: Die ersten Geräte sollen im Dezember 2018 ausgeliefert werden. Sofort nach dem Ende des Fundings wird mit der serienfähigen Produktion begonnen – doch aufgrund der strengen medizinrechtlichen Vorgaben kann die Zulassung nur auf Basis eines fertigen Produktes erfolgen. Das Gerät kostet 699 Euro – aktuell gibt es bei der Crowdfunding-Aktion noch einen 35-prozentigen Rabatt (der Preis sinkt dadurch auf 449 Euro). Im Vergleich zu größeren Geräten ist der Preis deutlich geringer.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Bilder von der PocketDefi-Facebookseite

  • #64 Simbabwe verbietet körperliche Gewalt an Kindern

    Das ostafrikanische Land Simbabwe wird das nächste Land sein, welches körperliche Gewalt an Kindern in der Schule und Zuhause unter Strafe stellt. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied sich für den Verbot, nachdem Eltern sich aufgrund der Gewalt von LehrerInnen an SchülerInnen  mit Kinderrechtsorganisationen zusammentaten und damit bis zum Obersten Gerichtshof gelangten. Nun muss nur noch der Verfassungsgerichtshof dem Verbot zustimmen.

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    Durch Klick auf die Landkarte landest du auf einer interaktiven Weltkarte, die den Fortschritt des weltweiten Verbots zeigt

    Grundsätzlich ist ein Verbot von körperlicher Gewalt gegen Kinder bereits in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen niedergeschrieben – diese Konvention wurde von der UN-Generalversammlung  im November 1989, also vor über 27 Jahren verabschiedet. Bislang haben 52 Staaten der Welt jede Form körperlicher Gewalt gegen Kinder verboten (Simbabwe wäre Staat Nr. 53). Zumindest 54 weitere Staaten haben sich verpflichtet, an einem vollen Verbot zu arbeiten.

    In Österreich ist körperliche Gewalt gegen Kinder seit 1989 verboten, in Deutschland seit 2000. In der Schweiz ist körperliche Bestrafung zuhause und in der alternativen Betreuung erlaubt. Österreich ist übrigens nach Schweden (1979), Finnland (1983) und Norwegen (1987) das vierte Land weltweit, welches ein solches umfassendes Verbot hatte. Seit 2011 gibt es zudem ein verfassungsgesetzlich geschütztes Recht jedes Kindes auf eine gewaltfreie Kindheit.

    Wer sich die interaktive Landkarte (siehe Abbildung rechts) ansieht, wird überrascht sein: Südamerika ist hier Nordamerika weit voraus – aber auch in Europa gibt es Staaten (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Italien, Tschechien, Kosovo und Weißrussland), welche in manchen Bereichen bislang noch keinen Verbot vorweisen können – sich die Regierungen aber auch nicht zu einem baldigen vollen Verbot verpflichtet haben.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Alexas_Fotos, Pixabay