Schlagwort: Initiative

  • #282 Friedensnobelpreis für Anti-Atomwaffen-Initiative

    Im Juli 2017 haben 122 Nationen weltweit einen rechtsverbindlichen Vertrag ausverhandelt und unterzeichnet, der ein Verbot von Atombomben vorsieht. Nun hat ICAN, die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (auf Englisch: „International campaign to abolish nuclear weapons“), den Friedensnobelpreis 2017 zugesprochen bekommen.

    Seit 10 Jahren arbeitet das ICAN-Bündnis in 450 Friedensgruppen und Organisationen weltweit an einer weltweiten Abrüstung. Das Nobelpreiskomitee begründet ihre Entscheidung damit, dass sich ICAN „bahnbrechend um ein vertragliches Verbot solcher Waffen bemüht“ (deutschlandfunk.de).

    KritikerInnen erklären, dass der ausverhandelte Vertrag keine Wirkung habe – haben doch alle Länder, die Atomwaffen besitzen sowie alle NATO-Mitgliedsstaaten (bis auf die Niederlande) diesen Vertrag boykottiert. Doch z.B. Deutschland, als NATO-Mitglied boykottierend, gratulierte zum Nobelpreis: „Die Bundesregierung unterstützt das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen“, so die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer – doch die Notwendigkeit einer nuklearen Abschreckung sei noch gegeben.

    Es kann aber auch sein, dass die Entscheidung des norwegischen Komitees dazu beiträgt, dass etwas weitergeht. Das passierte bereits im vergangenen Jahr, als der Friedensnobelpreis an den kolumbianischen Präsidenten Santos – am Ende des ein halbes Jahrhundert andauernden Bürgerkriegs – ging. Dadurch wurde der Friedensprozess weiter vorangetrieben.


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, fillPixabay

  • #238 Dolly Partons Imagination Library versendet 1 Million Bücher pro Monat an Kinder

    Das Logo von Dolly Parton's Imagination Library. Ein aufgeschlagenes Buch, auf welchem fünf weitere Bücher stehen und durch die ein Zug durchfährt.
    Das Logo der Initiative

    Dolly Parton hat eigentlich schon alles erreicht: Als Country-Sängerin hat sie seit den 70er Jahren mehr als 100 Millionen Alben verkauft und 8 Grammys gewonnen. Doch viele junge Menschen werden etwas anderes mit ihr verbinden: Die von ihr initiierte „Imagination Library“ versendet jeden Monat ein Buch an Kinder zwischen 0 und 5 Jahren.

    Im Juli 2017 vermeldet die Initiative, dass allein in diesem Monat 1.098.100 Bücher versendet wurden. Seit dem Start im Jahr 1996 ist die Imagination Library für 92.919.139 versendete Bücher verantwortlich. Bis heute hat sich das Projekt weiterentwickelt. Gab es diese Initative anfangs nur im US-Bundesstaat Tennessee, bekommen nun Kinder in den gesamten USA, in Kanada, dem Vereinigten Königreich und Australien einmal im Monat ein Buch.

    Die einzelnen (der mehr als 1.600) Kommunen, die an dem Projekt teilnehmen, sind dabei auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen. In Lewis County, Kentucky kann man z.B. mit 25 Dollar pro Jahr das Lesevergnügen für ein Kind finanzieren. Gerade durch die Einsparungen im Bereich der Bildung in den USA braucht es umso mehr SpenderInnen für diese Initiative.

    Studien zeigen auch, dass es einen Zusammenhang zwischen der Imagination Library und der Fähigkeit, bereits im Kindergartenalter lesen zu können gibt.

    Results presented in this article suggest that program participation is also positively and significantly associated with higher early language and math scores, even after controlling for other key factors associated with kindergarten readiness. These results offer support for policy interventions designed to advance kindergarten readiness by increasing access to early literacy materials for families with young children. (tandfonline.com)


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    Bildquelle: CC0 Public DomainStockSnapPixabay 

  • #121 Säuregrad der Atmosphäre (fast) auf dem Niveau der vorindustriellen Zeit

    Grönland bietet für die Menschen und vor allem für interessierte ForscherInnen ein einzigartiges Archiv der klimatischen und atmosphärischen Entwicklung unseres Planeten. Denn dort fällt regelmäßig Schnee vom Himmel, schmilzt an manchen Stellen jedoch nie (bzw. beginnt es auch dort durch die Erderwärmung zu schmelzen). Somit ist es möglich, durch kilometertiefe Bohrungen bis zu 100.000 Jahren zurückzublicken. Doch auf eine solch große Zeitreise wollten sich ForscherInnen des Niels Bohr Institute der Universität von Kopenhagen (Dänemark) nicht machen – sie interessierten sich für den Zeitraum der vergangenen einhundert Jahre.

    Sie untersuchten dabei das Eis auf den Säuregehalt in der Atmosphäre – und dabei erkannten sie, dass dieser in den vergangenen Jahren stark gesunken ist. Von 1930 weg, einem wichtigen Zeitpunkt der industriellen Revolution stieg er an, bis es in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte.

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    Die Entwicklung des atmosphärischen Säuregrads (Am Anfang der y-Achse ist ungefähr 2005, am Ende 1900) Fotoquelle: Helle Astrid Kjær, NBI

    Der Rückgang hat vor allem einen Grund: In den Siebzigern wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa Gesetze verabschiedet, welche die Wiederherstellung, Sicherung und den Schutz der Luftqualität zum Ziel hatte. Dabei wurden Firmen verpflichtet, Filter in ihre Schlote einzubauen, um weniger Gift in die Atmosphäre zu blasen.

    Ein hoher Säuregrad kann mehrere Gründe haben: Einerseits durch den Ausstoß bei großen Vulkanausbrüchen, großen Waldbränden und durch die Industrie (und den menschlichen Energieverbrauch). In ihrer Berechnung gelang es, Vulkanausbrüche und Waldbrände herauszurechnen – ihre Ergebnisse beziehen sich also einzig auf die menschgemachte Verschmutzung der Atmosphäre.

    Die Untersuchung des Niels Bohr Insituts zeigt auf, wie politische Initiativen eine nachhaltige und wichtige Veränderung herbeiführen können. Die Übersäuerung der Meere, saurer Regen und das sagenumwobene Waldsterben wurde damit zumindest eingedämmt.


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, Tarabiscuite, Pixabay

  • #24 Nepalesische Initiative zum Schutz des Schneeleoparden

    Man macht sich Sorgen um den Schneeleoparden. Zurecht: Die IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) sieht die Art als stark gefährdet an. Schätzungen gehen von 4.000 bis 6.600 wild lebenden Individuen aus, wobei Wilderei und die Bejagung seiner natürlichen Beutetiere durch die Menschen dem Bestand des Schneeleoparden am meisten zusetzt.

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    Das Verbreitungsgebiet des Schneeleoparden

    Nun haben sich MinisterInnen jener Länder getroffen, in denen der Schneeleopard verbreitet ist, um gemeinsam an der Zukunft der Art zu arbeiten. Von 19. bis 20. Jänner traf man sich dabei zum „2nd Steering Committee Meeting of the Global Snow Leopard and Ecosystem Protection Program“ (oder kurz: GSLEP) in Kathmandu, Nepal.

    Herausgekommen ist dabei der „Snow Leopard Conservation Action Plan 2017-2012. Ziel ist es für Nepal dabei, dass zumindest 100 Schneeleoparden im Fortpflanzungsalter jene drei Landschaften bevölkern, die sie es Lebensraum ansehen.

    Es ist ein ambitionierter Plan:

    The action plan will address the urgent need to continue research and monitoring using cutting-edge technology; improve habitat and corridors; mitigate conflict through community engagement; reduce wildlife crimes; and, strengthen trans-boundary coordination and cooperation. This all-encompassing new plan is estimated to cost $3.15 million. (wwf.panda.org)

    Bleibt nur zu hoffen, dass ihnen dieses Unterfangen gelingt und durch den Klimawandel nicht weiterer Lebensraum für den Schneeleoparden verschwindet. (Auch daran arbeiten die NepalesInnen gerade.)

    Der nepalesische Premierminister Dahal erklärt aber auch, dass die Arterhaltung des Schneeleoparden eine globale Angelegenheit sei:

    “The responsibility of protecting snow leopards does not rest solely with these 12 countries and a handful of organisations,” he said. (thehimalayantimes.com)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, skeeze, Pixabay
    Bildquelle Grafik:
    Von Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird Laurascudder als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben). – Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird angenommen, dass es sich um ein eigenes Werk handelt (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben)., CC BY-SA 3.0, Link

  • #18 Vierzig globale Konzerne wollen weniger Plastikmüll erzeugen

    Die schlechte Nachricht zuerst: Sollte sich nichts ändern, wird es 2050 mehr Plastik als Fische in den Weltmeeren geben. Eine erschreckende Vorstellung. Die gute Nachricht ist aber, dass sich nun 40 global agierende Konzerne wie z.B. Procter and Gable, Unilever, Coca-Cola oder Danone zu einem selbst auferlegten Wandel entschlossen haben. Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos schlossen sich die Unternehmen einer Initiative der Seglerin Ellen MacArthur (übrigens eine Rekord-Weltumseglerin) an.

    Sie hat es sich mit ihrer Foundation zur Aufgabe gemacht, die weitreichende Verschmutzung der Weltmeere zum Thema zu machen und Veränderungen bzw. Lösungen zu forcieren. Das Umdenken bei den globalen Unternehmen ist damit ihr bislang größter Erfolg. So schreibt die FAZ:

    Der Nahrungs- und Putzmittelkonzern Unilever verpflichtete sich beispielsweise, bis zum Jahr 2025 nur noch voll wiederverwertbare, recyclingfähige oder kompostierbare Plastikverpackungen einzusetzen. (FAZ.net)

    Ein kompletter Verzicht auf Plastik ist also nicht vorgesehen – jedoch zielt das Ansinnen der Unternehmen darauf ab, den Einsatz von Plastik einerseits einzuschränken und andererseits auch viel mehr zu recyclen. Die Initiative in Davos erklärt: 20 % der weltweiten Plastikproduktion könnten so gewinnbringend wiederverwertet und ganze 50 % recycled werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, geraldsimon00, Pixabay