Schlagwort: Hygiene

  • #200 Kenia: Kostenlose Hygieneartikel für Mädchen während ihrer Menstruation

    In Kenia können sich zwei Drittel aller Mädchen und Frauen keine Tampons und Binden leisten: Deshalb bleiben viele Schülerinnen während ihrer Menstruation zu Hause. In Sub-Saraha-Afrika versäumt, laut UNICEF, deshalb eines von 10 Mädchen den Schulunterricht. 2012 waren es nur in Kenia zwischen 30 und 40 Prozent aller Mädchen.

    Ein neues Gesetz sieht nun vor, dass jede junge Frau kostenlose Hygieneartikel für die Zeit der Menstruation zur Verfügung gestellt bekommt. Ende Juni trat das Gesetz, bzw. die Novellierung des Bildungsgesetzes in Kraft. Es verspricht „free, sufficient and quality sanitary towels“ für jedes Mädchen, dass in der Schule registriert ist und zudem  „a safe and environmental sound mechanism for disposal“.

    https://www.facebook.com/NowThisFuture/videos/1079080388889502/


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle:  Bestimmte Rechte (CC BY NC 2.0) vorbehalten von Maria Salamanca, Bildtitel: School, Flickr

  • #180 Indien installiert bis Ende 2019 75 Millionen Toiletten

    In ganz Indien sind Toiletten das große Thema: Seit der indische Premierminister vor drei Jahren die Kampagne „Clean India“ („Swachh Bharat“) gestartet hat, wird auf Plakatwänden auf die Benutzung von Toiletten hingewiesen, sogar Stars aus Bollywoodfilmen und Cricketteams sprechen im Fernsehen und Radio darüber – und selbst auf der inidischen Währung findet man das Logo der Kampagne. Doch warum das Ganze?

    Bis vor wenigen Jahren war der Zugang zu einer Toilette für viele InderInnen nicht vorhanden. 2014, zum Start der Kampagne, hatten nur 42 Prozent der BewohnerInnen des Landes Zugang zu ordnungsgemäßen Toiletten. Das Problem dabei ist, dass die Menschen daher gewohnt waren, draußen „ihr Geschäft“ zu verrichten – meist erst wenn es draußen dunkel geworden ist.

    Jährlich sterben weltweit 1,7 Millionen Menschen an den Folgen von verschmutztem Wasser, fehlenden Sanitäreinrichtungen und Hygiene. 600.000 davon in Indien. Dieser Tatsache wollte man ein Ende setzen – und ist gut dabei: 30 Prozent der indischen Dörfer sind heute schon als frei von „open defecation“, 2015 waren es noch 8 Prozent.

    Nachdem immer mehr Toiletten installiert werden, ist es nun die Aufgabe, die Gewohnheiten der Menschen zu verändern: Genau deshalb gibt es Klo-Testimonials und ständige Gespräche darüber in TV und Radio. Im nächsten Jahr soll dann, gemeinsam mit Google, eine Suche in 11 Städten angeboten werden, die zeigt, wo die nächstgelegenen öffentlichen Toiletten zu finden sind.

    Bill Gates war in Indien und hat dazu ein 360-Grad-Video erstellt, wo er den bisherigen Zustand erläutert, die Fortschritte aufzeigt und Innovationen beschreibt:


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, 383961, Pixabay

  • #141 Hotel-Seife findet Wiederverwendung in Kambodscha

    Zahlen von UNICEF besagen, dass einer von fünf Todesfällen von kambodschanischen Kindern im Alter von fünf Jahren und jünger auf Durchfallerkrankungen zurückzuführen sind. Gründe davor sind die schlechten Hygienepraktiken. Doch es ist nicht so einfach: Für viele Menschen in Kambodscha ist ein Stück Seife ein Luxusartikel, den sie sich nicht leisten können.

    Aus diesem Grund hatte der US-Student Samir Lakhani im Jahr 2014 bei einem Aufenthalt in einem Hotel in Kambodscha eine Idee: Hotel-Seife, die kaum benutzt wurde, wird normalerweise in den Müll geworfen. Er wollte diese Seifen sammeln, recyceln und jenen Menschen im Kambodscha zur Verfügung zu stellen, die sie sich normalerweise nicht leisten können. Daher startete er die Non-Profit-Organisation „Eco-Soap Bank“.

    Heute betreibt diese Organisation vier Recyclingcenter im ganzen Land und bietet bezahlte Arbeitsplätze für 35 Frauen. Für diese Frauen bedeutet das, dass sie ihre Familie versorgen, Schulden zurückzahlen und ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen können. Ihre Aufgabe in den Recyclingcentern ist es, die benutzten Seifen zu reinigen und sie zu neuen Seifen oder Flüssigseifen einzuschmelzen.

    Doch Eco-Soap konzentriert sich nicht nur darauf, die Seifen unter die Menschen zu bringen. Die Communities, Familien und Kinder lernen auch die Wichtigkeit von Hygiene, um Krankheiten vorzubeugen. Über 660.000 Menschen haben von den recycelten Seifen der Eco Soap Bank bislang profitiert. Das Ziel von Lakhani ist es, das Konzept in weiteren Entwicklungsländern umzusetzen – aktuell sind Expansionen in sieben weitere Länder geplant.

    Lakhani ist nicht der erste mit dieser Idee: Bereits 2011 stellte CNN ein ähnliches Projekt von Derreck Kayongo vor, das „Global Soap Project„.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, B_A, Pixabay