Schlagwort: Graz

  • #290 Kältebusse für Menschen ohne Obdach

    Die Tage werden kürzer und zugleich auch immer kälter. Für viele Menschen auf der Straße beginnen damit die schwierigsten Monate des ganzen Jahres. Rund 335.000 Menschen (Zahlen von 2016) in Deutschland und rund 37.000 Menschen (Zahlen von 2006) in Österreich gelten als obdachlos – für die Schweiz konnten keine gesicherten Zahlen gefunden werden.

    Damit diese Menschen die erbarmungslosen Witterungsverhältnisse ertragbarer werden, gibt es die Einrichtung der Kältebusse. Diese leisten niederschwellige Akuthilfe. Diese bieten zum Teil warmes Essen und Getränke an, und im Rahmen der Möglichkeiten auch Schlafsäcke, -plätze und Decken.

    Deutschland

    enorm Magazin hat hier die Telefonnummern der Kältebusse in den Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zusammengetragen.

    Österreich

    In Österreich gibt es dieses Angebot in der klassischen Form bislang nur in Wien, in anderen Großstädten gibt es aber auch andere Angebote (Speisen, Getränke oder kostenlose medizinische Versorgung).

    Wien

    Caritas-Kältetelefon
    Telefon: 01/480 45 43
    E-Mail: kaeltetelefon@caritas-wien.at

    Canisibus – Suppenbus

    Louise-Bus – Medizinbus
    Montag bis Freitag an verschiedenen Orten in Wien, alle Zeiten online

    Linz

    Help-Mobil – Mobile Basisversorgung
    Telefon: 0676 877 623 42
    E-Mail: help.mobil@caritas-linz.at

    am Montag
    von 17 – 18:45 Uhr am Domplatz, Eingang Herrenstraße
    von 19 – 20:45 Uhr am Volksgarten (gegenüber Arbeiterkammer)

    am Freitag
    von 17 – 18:45 Uhr am Domplatz, Eingang Herrenstraße
    von 19 – 20:45 Uhr bei der Martin-Luther-Kirche, Martin-Luther-Platz 1

    Salzburg

    Virgilbus – Medizinische Versorgung für Obdachlose
    Nicht direkt ein Kältebus – aber die Möglichkeit für Obdachlose niederschwellige medizinische Beratung anzubieten
    jeden Sonntag in Quartiren und auf Plätzen, welche von Obdachlosen und BettlerInnen häufig frequentiert werden

    VinziBus – Hier werden (das ganze Jahr über) täglich belegte Brote und Tee ausgegeben.

    Graz

    VinziBus – Hier werden (seit 1991) täglich an drei verschiedenen Ausgabestellen belegte Brote und Tee ausgegeben. Um 20 Uhr im Augarten, um 20.30 am Jakominiplatz und um 21 Uhr am Hauptbahnhof.

    Marienambulanz – rollende Ambulanz
    Mariengasse 24
    Eingang Kleiststraße 73
    8020 Graz
    Telefonnummer: 0316/8015-351
    E-Mail: marienambulanz@caritas-steiermark.at

    Klagenfurt

    Vinzibus – Wie in Graz kein wirklicher Kältebus, aber auch hier täglich Ausgabe von belegten Broten und Tee

    Innsbruck

    medcar(e) – soziale und medizinische Basisversorgung

    Öffnungszeiten:
    Ordination Südbahnstraße 1, 6020 Innsbruck: 
    MO 15:45 Uhr – 18:00 Uhr
    MI 9:00 Uhr – 10:00 Uhr anschließend Teestube, Kapuzinergasse 43, 6020 Innsbruck

    Medcare Bus (mobil Innsbruck Innenstadt):
    FR ab 17:00 Uhr

    Vinzibus Innsbruck

    Info: Sobald Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu weiteren mobilen Einrichtungen für obdachlose Menschen auftauchen, wird diese Liste natürlich erweitert. Vielen Dank an Caritas-Chef Michael Landau für die rasche Antwort auf meine Tweetanfrage!


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, josemdelaaPixabay

     

  • #279 PocketDefi: Ein Defibrillator zum Mitnehmen

    Der Einsatz von Defibrillatoren kann die Überlebenchance nach einem Herzstillstand deutlich erhöhen – deshalb sollte man stets wissen, wo man einen findet (bzw. wo man online nachschauen muss:  für Österreich 144.at/defi, für Deutschland defikataster.de und für die Schweiz: herzsicher.ch). Das Grazer Start-up Liimtec hat sich aber zum Ziel gesetzt, den Defibrillator weiterzuentwickeln: Der PocketDefi ist nur 400 Gramm schwer und laut seinen EntwicklerInnen der kleinste Defibrillator der Welt. Seit wenigen Tagen ist nun die Crowdfunding-Kampagne am Laufen – mit vollem Erfolg: nach gerade einmal zwei Tagen wurden bereits 120.000 Euro finanziert – die erste 75 Geräte waren sogar innerhalb von 10 Minuten verkauft.

    https://www.youtube.com/watch?time_continue=74&v=vONpFRWcuKo

    Natürlich gibt es bei einem solchen lebensrettenden Gerät große Auflagen – das Gerät soll für Österreich, Deutschland und die Schweiz angeboten werden und soll natürlich alle notwendigen Zertifizierungen und Zulassungen vorweisen können. Sollte die Kampagne so gut weiterlaufen (und im kommenden Monat zumindest 250.000 Euro erreicht werden, soll es weitere Sprachpakete für Frankreich, Spanien, die Niederlande und Italien geben – dem großen Launch in vielen europäischen Staaten sollte damit also nichts mehr im Weg stehen. (Im August erhielt das Startup zudem Investitionen in sechststelliger Höhe.)

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    Für die KäuferInnen heißt es aber trotzdem warten: Die ersten Geräte sollen im Dezember 2018 ausgeliefert werden. Sofort nach dem Ende des Fundings wird mit der serienfähigen Produktion begonnen – doch aufgrund der strengen medizinrechtlichen Vorgaben kann die Zulassung nur auf Basis eines fertigen Produktes erfolgen. Das Gerät kostet 699 Euro – aktuell gibt es bei der Crowdfunding-Aktion noch einen 35-prozentigen Rabatt (der Preis sinkt dadurch auf 449 Euro). Im Vergleich zu größeren Geräten ist der Preis deutlich geringer.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Bilder von der PocketDefi-Facebookseite

  • #258 Die steckerlose Ladelösung für E-Autos aus Österreich

    Easelink, ein österreichisches Unternehmen aus Graz, will das Laden von Elektroautos vereinfachen. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) stellen sie gerade ihre kabellose Ladeslösung vor. Einerseits wollen sie damit einen internationalen Standard etablieren (der in Zukunft automatisch verbaut werden könnte), andererseits erklären sie, dass auch nahezu alle E-Autos nachgerüstet werden können.

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    Matrix Charging nennt das Unternehmen Easelink sein System

    Ihre Lösung sieht so aus: Auf einem Parkplatz sollen metallene Ladepads (Maße 60 x 60 Zentimeter) im Boden installiert sein. Diese Platten werden natürlich mit dem Stromnetz verbunden – der/die E-Auto-FahrerIn muss jedoch nur direkt über der Platte parken (und das technische Kontaktstück besitzen). Das am Auto angebrachte Kontaktstück senkt dann automatisch einen kurzen Kabelstrang ab, der über sechs Kontaktflächen eine Verbindung zur Bodenplatte herstellt und den Stromfluss freigibt.

     

    Gezeigt wird das Produkt an einem Konzeptauto des chinesischen Autobauers Wey – der möchte es auch bald serienmäßig einbauen. Laut dem Chef von Easelink ist man aber auch mit deutschen Autobauern im Gespräch.

    https://www.facebook.com/wirtschaftsinsider/posts/2000250653540611


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainMarketing-ASSPixabay

  • #251 Europäischer Sozialfonds feiert 60. Geburtstag

    Die am 25. März 1957 unterzeichneten Römischen Verträge waren nicht nur der Startschuss für jenen innereuropäischen Zusammenschluss, den wir als Europäische Union kennen. Gleichzeitig wurde nämlich auch der Europäische Sozialfonds (kurz: ESF) gegründet – seit sechzig Jahren gilt es als das wichtigste Finanzinstrument für Sozialpolitik und Investitionen in Menschen.

    So möchte man mit dem Fonds Maßnahmen fördern, die Arbeitslosigkeit vermeiden oder bekämpfen, die das Ausbildungsangebot erweitern und „eine verbesserte Funktionsweise des Arbeitsmarktes“ ermöglichen. Die Förderzyklen umfassen sieben Jahre – aktuell befinden wir uns um 8. Zyklus, der 2020 endet.

    Der Budgetumfang der ersten Funktionsperiode (von 1958/1961 bis 1972) umfasste ungefähr 420 Millionen – in der aktuellen Funktionsperiode (von 2014 bis 2020) beläuft es sich auf rund 83 Milliarden Euro. Gemeinsam mit der Jugendbeschäftigungsinitiative sind das rund 8,5 % des gesamten EU-Budgets. Die ESF-Projekte werden einerseits von der Europäischen Union, andererseits von den Nationalstaaten finanziert – so kommt man insgesamt auf Investitionen von rund 120 Milliarden Euro.

    Laut der deutschen Website des Europäischen Sozialfonds profitieren pro Jahr rund 15 Millionen Menschen von den Investitionen in den Arbeitsmarkt und der Bekämpfung bzw. Vermeidung der Arbeitslosigkeit:

    ESF Arbeit

    Natürlich kann der ESF nicht mit den Finger schnipsen und damit Arbeitsplätze entstehen lassen. Auf der Website der Europäischen Kommission wird es so erklärt:

    Der ESF ist keine Arbeitsvermittlung und schreibt daher auch keine Stellen aus. Vielmehr fördert er EU-weit Zehntausende von lokalen, regionalen und einzelstaatlichen Beschäftigungsprojekten – von Kleinprojekten, die von Wohltätigkeitsorganisationen vor Ort durchgeführt werden und zum Beispiel der Unterstützung behinderter Menschen bei der Suche nach angemessener Arbeit dienen, bis hin zu landesweiten Projekten zur Förderung der Berufsbildung. (ec.europa.eu)

    In diesem kurzen Video (nicht vom Zeichentrickstil abschrecken lassen) wird zusätzlich in aller Kürze erklärt, wie das Geld europaweit investiert wird:


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomaindmnkltnrPixabay

    Transparenz: Auf das Thema wurde ich aufmerksam, als mich die Kommunikationsbeauftragte für den Europäischen Sozialfonds in Österreich per Mail kontaktierte. Da ich selber bislang nur weniger über den Fonds gewusst habe – und auch nicht, in welchem Umfang hier in Europa investiert wird, war es meine Entscheidung, nun darüber zu berichten. (Vor allem auch, weil die Frittierweise von Pommes oder die Giftigkeit in Porzellanfarbe Dutzende Nachrichtenbeiträge bekommen, der ESF hingegen nicht.)

    Update: 8. September 2017, 13.38 Uhr – Absatz gelöscht, in dem ich fälschlicherweise erkläre, dass Österreich bereits 1957 vom ESF profitierte. Tatsächlich (und logischerweise) erhält Österreich erst seit dem Beitrag 1995 Geld aus dem ESF.

  • #203 Betrieb von neuartiger Wasserturbine auch bei geringer Fallhöhe wirtschaftlich

    Doro Turbine nennt sich das Anfang dieses Jahres gegründete Grazer Start-Up, dass sich das Ziel gesetzt hat, die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft nicht nur in großem Ausmaß, sondern auch im kleinen zu ermöglichen.

    Der 27-jährige Maschinenbauer Stefan Strein hat die Turbine konzipiert und arbeitet aktuell an einem einsatzfähigen Prototypen. Das Besondere daran ist, dass es auch bereits bei kleinen Fallhöhen von 0,7 bis drei Meter möglich ist, die Turbinen wirtschaftlich zu nutzen. Bislang war es so, dass Wasserkraftpotential im Fallhöhenbereich bis 3 Meter nur unwirtschaftlich genutzt werden konnten.

    Fallhöhe

    bezeichnet im Wasserbau die Differenz zwischen Ober- und Unterwasser einer Fallstufe, im Einzelnen zum Beispiel eines Wehres, einer Schleuse oder eines Wasserkraftwerkes. (Quelle: de.wikipedia.org)

    Auf der Website des Start-Ups wird die Funktionsweise der kleinen Turbine erklärt:

    Die Schaufeln der doro turbine bewegen sich unabhängig zur Nabe und tauchen geführt ins Oberwasser ein. Dies ermöglicht weitaus höhere Wirkungsgrade und Durchflussmengen als bei herkömmlichen Schaufelturbinen. (Quelle: doro-turbine.com)

    Eine solche Turbine soll bis zu 800 Haushalte versorgen. Die Kraftwerkgesamtleistung liegt zwischen 20 und 500 Kilowatt. Im Gegensatz zu konventioneller Stromerzeugung soll das 2.200 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Zusätzlich betont das Unternehmen, dass die Turbine fisch- und sedimentdurchgängig ist.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomaineberhardgrossPixabay

  • #110 Ein Hospiz nur für Obdachlose

    Rund 37.000 Menschen in Österreich sind obdachlos, in Deutschland 335.000, für die Schweiz liegen keine offiziellen Zahlen vor. Seit Anfang April gibt es nun in Österreich das erste Hospiz nur für Obdachlose. Darin sollen die wohnungslosen Menschen während ihres letzten Lebensabschnitts begleitet werden. In Deutschland gibt es bereits mehrere Hospiz-Einrichtungen, die auch für Obdachlose bereitstehen – diese Hilfe auch in Anspruch zu nehmen, dafür scheuen sich viele Obdachlose aber noch.

    Das österreichische Hospiz ist ausschließlich für Obdachlose. In Graz, in unmittelbarer Nähe zum VinziDorf, einer Herberge für Obdachlose, hat es am 5. April eröffnet. Für viele Obdachlosen ist das ein Vorteil – hier gibt „am Lebensende eine medizinisch-pflegerische Versorgung in einem gewohnten Umfeld“, wie Maria Steinwender auf enorm-magazin.de schreibt.

    Betrieben wird das VinziDorf-Hospiz von den Ordensfrauen der Elisabethinen, finanziert wird es durch Spenden. Den Betreiberinnen geht es darum, den Menschen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen, gemeinsam mit ihren FreundInnen, die sie aus dem VinziDorf kennen. Die Menschen dürfen dort auch rauchen oder ein Bier trinken, DiabetikerInnen auch etwas Süßes essen. „Es ist uns eine Freude, wenn ein Mensch genießen kann.“, so Gerold Muhri, der ärztliche Leiter in einem Interview mit der Presse.


    Weiterführende Links und Quellen:

    VinziDorf-Hospiz
    IBAN: AT24 2081 5000 4069 2659
    BIC: STSPAT2GXXX

    Bildquelle: CC0 Public Domain, josemdelaa, Pixabay