Schlagwort: Geld

  • #143 GiveDirectly: Bedingungsloses Grundeinkommen soll Armut in Kenia bekämpfen

    Das bedingungslose Grundeinkommen ist nun schon seit einigen Jahren ein Thema. Dies wird kontrovers diskutiert und an einigen Orten bereits ausgetestet – wie z.B. zuletzt in Finnland. Doch kann es auch eine Möglichkeit sein, die Armut am afrikanischen Kontinent zu bekämpfen?

    Die Non-Profit-Organisation GiveDirectly hat mit einem 12-Jahre-Pilot-Programm das bislang größte Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen gestartet. Dabei sollen 26.000 Menschen aus 200 verschiedenen kenianischen Orten beteiligt sein – 6.000 davon sollen durch das Projekt über den Zeitraum der ganzen zwölf Jahre ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten.

    Dabei sollen sie 0,75 US-Dollar (rund 0,67 Euro) pro Tag erhalten. Das durchschnittliche Jahreeinkommen in Kenia liegt laut der Weltbank bei rund 1.340 US-Dollar bzw. 1231,05 Euro. Laut laenderdaten.info liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei 101 Euro. (Siehe dazu: Update-Information am Ende des Beitrages)

    ForscherInnen an den Universitäten Princeton und MIT werten dabei die Daten aus und zeigen auf, ob das Programm effektiv ist oder nicht. Obwohl das Projekt bereits angelaufen ist, sammelt GiveDirectly weiter Geld aus der Crowd: Bislang konnten bereits 24,3 Millionen gesammelt werden.

    Unter anderem investierte Pierre Omidyar, ein US-Amerikaner iranischer Herkunft und der Gründer der Auktionsplattform eBay, eine halbe Million US-Dollar in das Programm. Auch ein Mitbegründer von Facebook, Dustin Moskovitz, hat sich bereits beteiligt. Und so scheint es nur mehr eine Frage der Zeit zu sein, bis das Projekt wirklich starten kann und aussagekräftige Ergebnisse liefern wird können.

    In diesem Podcast von Vox.com hört man Eindrücke aus Kenia, geht auf auftauchende Fragen ein und ist grundsätzlich sehr interessant anzuhören (auf Englisch):

    https://soundcloud.com/vox-the-weeds/weeds-in-the-wild-free-money#t=0:11


    Weiterführende Links und Quellen:

    Update-Information/Erratum: Mir ist beim Umrechnen aufgrund von Komma und Punkt ein Fehler unterlaufen. In der ersten Version des Artikels schrieb ich darüber, dass das durchschnittliche Monatseinkommen bei rund 15 Euro liege, das ist natürlich falsch. Das Durchschnittseinkommen pro Monat liegt bei 101 Euro. Sorry! (Vielen Dank an Andreas und Andy fürs Aufmerksammachen und Andy fürs Liefern weiterer Quellen!)

    Bildquelle: CC BY SA (2.0), wrcomms, Titel: Kenyan shillings, Flickr

  • #49 Startschuss für österreichische Crowdfunding-Plattform fürs Gemeinwohl

    Die Genossenschaft „Bank für Gemeinwohl“ hat es sich zum großen Ziel gemacht, eine Bank zu gründen, welche ethisch, sozial und ökologisch ausgerichtete Unternehmen und Projekte fördert und finanziert. Im Oktober 2016 ist ein weiterer Schritt bis zur finalen Gründung dieser Bank angekündigt worden: Man wolle eine Crowdfunding-Plattform für „gemeinwohlorientierte“ Projekte starten. Dies ist im Jänner 2017 schließlich passiert, innerhalb eines Monats wurden auf der „BfG Crowdfunding Plattform“ nun bereits 20 Projekte eingereicht.

    Was ist Crowdfunding?

    Der Begriff Crowdfunding stammt aus dem englischen Sprachraum und setzt sich aus den Wörtern „crowd“, was so viel heißt wie „Gruppe“ und „funding“ zusammen, was im Deutschen „Finanzierung“ bedeutet. Diese Übersetzung verrät auch schon so einiges über die Idee, die hinter Crowdfunding steht, nämlich geht es hier um die Finanzierung durch eine Personengruppe. Als deutsches Synonym wird in diesem Zusammenhang auch die Bezeichnung „Schwarmfinanzierung“ verwendet. (gruenderszene.de)

    Auf ihrer Website erklärt das Team, aus welchen Bereichen die Projekt- und Geschäftsideen stammen müssen, damit sie Teil der Crowdfunding-Plattform werden können:

    • Ökologische Landwirtschaft und Ernährung
    • Erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz und Mobilität
    • Sozialprojekte und soziales Engagement
    • Bildungs- und Kulturprojekte
    • Wohnprojekte und nachhaltiges Bauen
    • Sozial und ökologisch ausgerichtete Unternehmen

    Die Projekte sollen mit den Crowdfunding-Varianten „Geld für Gegenleistung“ (Reward based Crowdfunding) und „Geld für Zinsen“ (Lending based Crowdfunding) finanziert werden. Auch „Geld für eine gute Tat“ (Donation based Crowdfunding) soll im weiteren Verlauf möglich sein – nur die Form „Geld für Beteiligung“ (Equity based Crowdfunding“ wird es bei dieser Plattform nicht geben.

    Aktuell sucht das Team nach Projekten, Produkten und Startups, welche einen konkreten Finanzierungsbedarf haben. Diese werden dann, in einem mehrstufigen Prozess auf ihre „Gemeinwohl-Orientierung“ und Machbarkeit geprüft, bevor die Projekte ab April von der Crowd unterstützt werden können.

    Die eigentliche Bank soll übrigens frühestens 2020 starten, 2018 möchte man als nächsten Schritt nach der Crowdfunding-Plattform ein Online-Zahlungsinstitut errichten.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY SA, Rocío Lara, „Crowdfunding“, Flickr

  • #48 Ontario: „Finanzielle Bildung“-Lernmodule als Pilotprojekt

    Den Umgang mit Geld zu erlernen ist bislang selten ein Teil des Lehrplans. Dabei ist „financial literacy“ – auf Deutsch am besten mit  „finanzielle Bildung“ übersetzt – ein essentielles Mittel, um Jugendliche davor zu bewahren, in der Schuldenfalle zu tappen. Die Zahlen für Österreich zeigen, dass ein Achtel der Menschen, die die Dienste der Schuldnerberatungen in Anspruch nehmen (müssen), unter 25 Jahre alt sind:

    Auch in Österreich ist eine beträchtliche Zahl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen von Schuldenproblemen betroffen. Jede/r achte KlientIn der Schuldnerberatungen ist unter 25. Über ein Viertel (26,7 %) der KlientInnen sind unter 30 Jahre alt, die unter 40jährigen stellen insgesamt deutlich mehr als die Hälfte der bei Schuldnerberatungen ratsuchenden Personen (57,2 %). (schuldnerberatung.at)

    Das Toronto Youth Cabinet, die offizielle Vertretung der Jugendlichen im Stadtrat Torontos, hat deshalb genau einen solchen Unterricht (u.a. mit einer Petition) im Umgang mit Geld gefordert. Im November 2016 hat dann schließlich die Unterrichtsministerin der Provinz Ontario, Mitzie Hunter, angekündigt, dass man für Schüler der 10. Schulstufe (15-16 Jahre) solche Kurse/Module im ganzen Gebiet der Provinz anbieten werde.

    Diese Module sollen helfen, damit die SchülerInnen finanzielle Kompetenz erlangen, sowohl in der kurzfristigen Geldmanagement-Perspektive, als auch in der langfristigen Planung von z.B. Renten, Hypotheken, Investmentfonds, Investitionen und Eigentumsrechten.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, martaposemuckel, Pixabay