Schlagwort: Food and Drug Administration

  • #211 Rauchen soll nicht mehr süchtig machen

    Die US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) möchte das Rauchen revolutionieren: Der Nikotingehalt in Zigaretten soll derart abgesenkt werden, dass KonsumentInnen nicht mehr abhängig machen.

    „Der überwältigende Anteil der Todesfälle und Erkrankungen durch Tabak wird durch die Abhängigkeit von Zigaretten verursacht – dem einzigen legalen Produkt, dass bei angedachter Anwendung die Hälfte seiner Langzeitnutzer umbringt“ (Scott Gottlieb, Chef der FDA, spiegel.de)

    Natürlich kann ein solches Vorhaben nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Nun erwartet die Behörde Stellungnahmen von Tabakkonzernen und VerbraucherschützerInnen. Erst danach wird sich die FDA zu möglichen Vorschriften für die Hersteller äußern.

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    Knapp 1 Million EuropäerInnen sterben viel zu früh (Quelle: statista.de, Eurostat, Europäische Kommission, National Academy on an Aging Society, NIH, CDC, Link)

    Für die Tabakhersteller kam die Ankündigung offenbar überraschend: Die Aktienkurse brachen an der New Yorker Börse ein. Die Aktien von Altria (Marken wie Marlboro und Chesterfield) verloren zwischenzeitlich um bis zu 19 Prozent an Wert.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainmarkusspiskePixabay

    Transparenz: Ich bin selber Raucher. Und befürworte alle Bestrebungen, die Menschen dazu bringen sollen, weniger zu rauchen. Vielleicht fällt es mir ja dann auch leichter aufzuhören.

  • #197: Immun-Gentherapie gegen Leukämie in den USA vor Zulassung

    Eine von dem Schweizer Pharmaunternehmen Novartis eingereichte Therapie zur Behandlung von Leukämie wurde von dem Onkologie-Experten-Gremium der FDA (Food and Drug Administration) als einstimmig positiv empfohlen. Damit könnte ein möglicherweise zukunftsweisendes Verfahren für die immunologische Krebstherapie in naher Zukunft zugelassen werden.

    Die Methode mit dem wohlklingenden Namen „Tisagenlecleucel“ ist eine Zelltherapie für Patienten mit der Diagnose B-Zell-Leukämie. Die ForscherInnen entnehmen dabei T-Lymphozyten aus dem Blut, frieren diese ein und verschicken sie an ein Labor. Dort werden schließlich diese Zellen genetisch verändert und vermehrt, bevor sie dann den PatientInnen wieder als Infusion verabreicht werden. Diese Zellen steuern dann gezielt bösartige Zellen an und beseitigen sie.

    Die FDA sprach sich für eine Zulassung aus, jedoch mit einigen Auflagen: So soll diese Behandlungsform für Kinder ab drei Jahren bis hin zu Erwachsenen von 25 Jahren eingesetzt werden. Die PatientInnen müssen zudem bereits Rückfälle nach etablierten Therapien (wie z.B. Chemotherapie oder Bestrahlung) erlitten haben.

    Die von Novartis eingereichte Studie zeigte vorerst herausragende Ergebnisse: Zwischen April 2015 und August 2015 wurden 63 PatientInnen mit dieser neuartigen Form der Therapie behandelt. Bei 82,5 Prozent (52 PatientInnen) verschwand die Erkrankung, elf der 62 verstarben (aufgrund der Krankheit, nicht der Behandlung). Bis November 2016 gab es elf Rückfälle, 29 sind weiterhin in Remission (nicht vollständig genesen). Elf weitere PatientInnen unterzogen sich zusätzlich anderer Therapien oder haben eine Stammzellentransplantation hinter sich gebracht.

    Aber nicht nur im Kampf gegen Leukämie soll diese Form der Therapie eingesetzt werden:

    Die Akute B-Zell-Leukämie ist nur eine jener Krebserkrankungen, bei denen die CAR-T-Zellen derzeit als neue Therapieform in klinischen Studien erprobt werden. Andere Krebsarten sind bösartige Hirntumore, das Melanom und viele andere Krebsformen. (science.apa.at)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomaingeraltPixabay

  • #163 Studie: Medikament effektiv gegen verschiedene Tumorarten

    Eine vergangenen Donnerstag im Fachmagazin Science veröffentliche Studie sorgt für etwas positive Aufregung in der Krebsforschung. An Studie nahmen 86 KrebspatientInnen mit fortgeschrittener Tumorerkrankung an unterschiedlichen Stellen des Körpers (Bauchspeicheldrüse, Prostata, Gebärmutter und Knochen) teil. Für diese 86 PatientInnen sprachen die Standardbehandlungen nicht an – alle trugen Genmutationen in sich, wodurch ihre Zellen keine zerstörte DNA reparieren konnte. Im Rahmen der Studie haben sie nun ein Medikament getestet, dass helfen sollte, das Immunsystem dabei zu unterstützen, die Tumor anzugreifen.

    Der Arzneistoff nennt sich Pembrolizumab und ist bereits als Medikament Keytruda von Merck/MSD am Markt. Das Medikament wird bereits bei ausgewählten PatientInnen mit seltenen Formen von fortgeschrittenem Lungenkrebs, Hautkrebs und Blasentumoren. Die Kosten sind bislang noch sehr teuer, pro Jahr kostet die Behandlung mit diesem Medikament 156.000 Dollar pro Jahr (rund 140.000 Euro).  Die Ergebnisse der gerade publizierten Studie waren jedoch so vielversprechend, dass die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration für Patienten mit denselben Genmutationen zugelassen.

    Nachdem die PatientInnen Pembrolizumab verabreicht bekamen, hörte bei 66 PatientInnen der Wachstum des Tumors auf (bzw. begann zu schrumpfen). Bei 18 PatientInnen verschwand der Tumor sogar komplett und kam bislang nicht zurück. Die Studie startete 2013 und läuft auch jetzt noch weiter.

    Normalerweise schützen sich Tumorzellen im Körper vor Angriffen durch das Immunsystem durch schützende Proteine. Dadurch sind sie für das Immunsystem unsichtbar. Pembroluzimab hingegen macht diese Zellen wieder sichtbar.

    In den USA gibt es zudem auch bereits einen Test, der eine Genmutation feststellen kann. Die Kosten dafür belaufen sich auf 300 bis 600 Dollar (267 bis 535 Euro). Laut den StudienautorInnen tragen nur 4 Prozent aller KrebspatientInnen eine „passende“ Genmutation für dieses Medikament in sich – doch das sind allein in den USA bis zu 60.000 PatientInnen pro Jahr.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay