Schlagwort: Fernsehen

  • #210 Die Welt ist friedlicher geworden

    Mit der Welt geht es bergab! – Das könnte man vermuten, wenn man regelmäßig die Berichterstattung in Zeitungen, Zeitschriften oder in den Nachrichtensendungen der TV-Stationen konsumiert. Kriege und Terror werden uns damit tagtäglich in unsere Wohnzimmer gesendet, Konflikte vom anderen Ende der Welt landen auf der Titelseite und in unseren Briefkästen. Die Wahrheit ist jedoch: Es gab seit dem Jahr 1400 keine Zeit, in der weniger Menschen weltweit in Konflikten gestorben sind.

    global death in conflicts since the year 1400
    Globale Todeszahlen in Konflikten seit dem Jahr 1400

    Die Grafik von „Our World in Data“ zeigt den Verlauf der vergangenen sechshundert Jahre. Der Forscher Max Roser arbeitet an der Universität von Oxford und publiziert (aktuell mit zwei Kollegen) auf seiner Website aktuelle Zahlen, um die Entwicklung der Welt im großen Ganzen (und vor allem im geschichtlichen Verlauf) darzustellen.

    Ein wichtiger Grund, warum die Todeszahlen in Konflikten derart zurückgegangen sind ist der Frieden, der in Europa (in den Ländern der Europäischen Union) seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrscht.

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    Jahre, in denen europäische Staaten in internationalen Kriegne teilnahmen (1500-2000) (CC BY SA 4.0, Max Roser / Our World in Data)

    „Was die Nachrichten dominiert, sind die Kriege, die stattfinden und nicht jene, die nicht stattfinden“ (Max Roser, businessinsider.de)

    Dabei sollen natürlich aktuelle Konflikte mit zahlreichen Toten nicht kleingeredet werden: Auch heute noch sterben zu viele Menschen in Kriegen. Und doch zeigt die Statistik, dass wir in vergleichsweise friedlichen Zeiten leben, vor allem auch gesehen im Verhältnis zur Weltbevölkerung.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Defence-Imagery, Pixabay; CC BY SA 4.0, Max Roser / Our World in Data

  • #94 „The Daily Talk“ – Eine Nachrichten-Tafel in Liberia

    Der westafrikanische Staat Liberia zählt zu den ärmsten Ländern der Welt: Geht man nach dem Bruttoinlandsprodukt kommt das Land auf Platz 165 von insgesamt 188 (Zahlen von 2015). Laut frieden-fragen.de war Liberia 2013 sogar das zweitärmste Land der Welt, hinter Kongo  Deshalb ist es für viele BewohnerInnen schwierig an Informationen und Nachrichten zu gelangen – nicht jeder hat Internetzugang, viele können sich keinen TV oder eine Zeitung leisten.

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    Alfred Sirleaf hat es in der Hauptstadt Monrovia, Liberia auf spannende Art und Weise gelöst: Er veröffentlicht seine Nachrichten auf einer Tafel, die von alle, die vorbeikommen, kostenlos gelesen werden kann. Seine Beweggründe sind klar:

    „The news is important because information is power, information is knowledge.“ (Alfred Sirleaf)

    Begonnen hat er im Jahr 2000 noch während des Bürgerkrieges – um gegen die Propaganda der einzelnen Konfliktparteien anzukämpfen. Sein Aktionismus wurde und wird deshalb bis heute nicht von der Politik geschätzt oder gar gefördert – bereits drei Mal wurde seine Tafel zerstört. 2005 wurde er sogar aufgrund seiner Arbeit verhaftet. Und selbst obwohl die finanzielle Unterstützung fehlt (bislang erhielten er und sein Team kleinere Spendenbeiträge), will er nicht damit aufhören.

    Sirleaf erklärt, dass es drei verschiedene Arten von NutzerInnen der Nachrichtentafel: jene, die Lesen und Schreiben können, jene, die das nur auf einem Basisniveau können (oder lesen, aber nicht schreiben) und jene, die beides nicht beherrschen. Für letztere werden die Geschichten zudem bebildert und mit Symbolen erklärt – jeder soll, so Sirleaf, Zugang zu den Nachrichten haben. Oftmals lesen auch Umstehende, welche lesen können, die Geschichten laut vor.

    Im Video von Great Big Story hört man den Enthusiasmus von Alfred Sirleaf in seinen eigenen Worten:

    https://www.facebook.com/greatbigstory/videos/1668672523435174/


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: By Chris Guillebeau – http://www.chrisandjolie.com/archives/Daily%20Talk.jpg, CC BY-SA 3.0, Link