Schlagwort: Ebola

  • #285 Erste friedliche Machtübergabe in Liberia steht bevor

    Die am Dienstag, den 10. Oktober, abgehaltenen Parlaments- und Präsidentenwahl im westafrikanischen Liberia sind friedlich verlaufen. Am Tag danach begann man mit der Auszählung – ein offizielles Ergebnis wird am 25. Oktober erwartet. Doch egal welcher der 20 KandidatInnen das Amt von Ellen Johnson-Sirleaf übernehmen wird – es wird ein Fortschritt sein für das von Bürgerkrieg gebeutelte, wirtschaftlich schwache Land: „Es ist das erste Mal seit 73 Jahren, dass eine gewählte Regierung durch Wahlen ausgewechselt wird.“ (fr.de)

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    Liberia grenzt an Sierra Leone im Nordwesten, Guinea im Norden und die Elfenbeinküste im Osten

    Johnson-Sirleaf wurde 2005 gewählt und 2006 ins Amt eingeführt – und war damit die erste demokratisch gewählte Präsidentin eines afrikanischen Staates. Nach rund 14 Jahren Bürgerkrieg war es ihre Aufgabe, den gerade erst entstandenen Frieden zu bewahren und die Wirtschaft zu verbessern. Das gelang ihr zu einem Teil auch – 2011, im Jahr ihrer Wiederwahl erhielt sie zudem den Friedensnobelpreis.

    Die Wirtschaft wuchs auch wirklich im vergangenen Jahrzehnt, wie diese Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf in US-Dollar zeigt:

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    Quelle: IMF. (n.d.). Liberia: Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in jeweiligen Preisen von 2007 bis 2017 (in US-Dollar). In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 11. Oktober 2017

    Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt in Österreich betrug 2016 39.990 Euro. Gemessen am BIP pro Kopf in US-Dollar im Jahr 2016 liegt Liberia auf Platz 165 von 191 bestehenden Volkswirtschaften. In den vergangenen drei Jahren war Liberia zusätzlich von einer Ebola-Epidemie betroffen: zwar hatte Sierra Leone mehr Fälle, die Todeszahl in Liberia war aber am höchsten. Seit 2014 stockt auch das Wirtschaftswachstum etwas.

    Die aussichtsreichsten Kandidaten für das Präsidentschaftsamt sind Joseph Boaki und George Weah. Boaki war in den vergangenen zwölf Jahren Vizepräsident unter Johnson-Sirleaf, Weah ist ein ehemalige Fußballstar und heutiger Senator – bereits 2005 war er angetreten und hatte erst in der Stichwahl gegen Johnson-Sirleaf verloren. Auch diesmal wird eine Stichwahl erwartet, da nicht zu erwarten ist, dass einer der Kandidaten über 50 Prozent der Stimmen erhalten wird.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Titelbild CC0 Public Domain, Public_Domain_PhotographyPixabay, Kartenbild CC0 Public Domain, onestopmapPixabay

  • #2 Impfstoff gegen Ebola wirkt

    #2 Impfstoff gegen Ebola wirkt

    Im Jahr 2014 brach die bislang stärkste Ebolafieber-Epidemie aus: bis März 2016 erkrankten 28.639 Menschen am Ebolafieber, von denen 11.316 verstarben. Gegen die 1976 entdeckten Ebolaviren, die das Ebolafieber verursachen, gab es bislang keinen Impfstoff. Auch heute ist noch kein Medikament am Markt, doch kanadischen Forschern scheint der Durchbruch nun gelungen.

    In Guinea testeten sie ihren Impfstoff „rVSV-Zebov“ an 6.000 Menschen. Keiner davon erkrankte im vergangenen Jahr an Ebola. In der Kontrollgruppe mit nicht-geimpften Menschen kam es hingegen zu 23 Infektionen. Daher geht man nun von einem fast hundertprozentigen Schutz aus. Es gebe eine „90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Impfstoff während einer akuten Epidemie 80 Prozent der Geimpften schützt“.

    Das US-Pharmaunternehmen Merck will das Medikament mittels Schnellverfahren bereits 2018 auf den Markt bringen – normalerweise dauert es bis zu zehn Jahren, bis es zu einer Zulassung kommt. Als Gegenleistung für das Schnellverfahren sichert Merck zu, 300.000 Dosen für Notfälle bereitzuhalten.

    Zwar müsse man für andere Ebola-Virenstämme eigene Impfstoffe entwickeln, aber mit diesem Erfolg ist zumindest ein vielversprechender Anfang gemacht.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, tpsdave, Pixabay