Schlagwort: digitale Kompetenz

  • #259 Positiver Blick auf die Digitalisierung

    Gerade in den aktuellen Wahlkämpfen in Deutschland und Österreich ist das Thema Digitalisierung ein Thema. Die häufig erwähnte Angst, dass die Veränderung der Arbeitswelt viele bestehende Jobs in Gefahr bringt, scheint jedoch bei den Deutschen nicht in dieser Form zu existieren. Die Ergebnisse des deutschen ifo Bildungsbarometers 2017 zeigen, dass sich 54 Prozent als GewinnerInnen bei der Digitalisierung sehen, 16 Prozent als dezidierte VerliererInnen der Digitalisierung.

    Methodik der Befragung (Auszug)

    Die Befragung für das vierte ifo Bildungsbarometer wurde vom 28. April bis 11. Juni 2017 durch Kantar Public Deutschland (zuvor TNS Infratest Sozialforschung) unter insgesamt 4 078 Personen durchgeführt. Die Ziehung der Stichprobe erfolgte in zwei Teilen: Der Teil der Bevölkerung, der das Internet nutzt (83%), wurde mit Hilfe eines Online-Fragebogens in einem Online-Panel befragt. Der Teil der Bevölkerung, der das Internet weder beruflich noch privat nutzt (17%), wurde im Rahmen einer persönlichen Befragung in der Wohnung der Befragten gebeten, den Fragebogen auf einem zur Verfügung gestellten Gerät elektronisch – auf Wunsch mit Unterstützung des Interviewers – auszufüllen. Um die Repräsentativität der Ergebnisse für die deutsche Bevölkerung sicherzustellen, wurden die Beobachtungen entsprechend gewichtet. Die Gewichtung erfolgte anhand der amtlichen Statistik nach Alter, Geschlecht, Bundesland, Schulabschluss, Gemeindegrößenklasse und Befragungsart (online oder offline). Der Fehlerbereich liegt bei der Grundstichprobe zwischen 1 und 1,5 Prozentpunkten.

    Das ifo Bildungsbarometer hat sich in diesem Jahr spezifisch mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. „Mit Digitalisierung ist die zunehmende Verbreitung von digitalen Geräten, wie z.B. Computer, Tablet, Smartphone und Roboter und die damit verbundene Vernetzung in Privatleben und Arbeitswelt gemeint.“

    Bei der eigenen Einschätzung sehen sich 11 % „deutlich eher als“ ein Gewinner und 43 % „eher als“ ein Gewinner. 30 % weder als Gewinner noch als Verlierer – 11 % eher als Verlierer und 4 % „deutlich eher als“ Verlierer. Bei der Einschätzung auf die Gesamtgesellschaft sieht man hingegen mehr potentielle Verlierer.

    Außerdem sprechen sich die Befragten für mehr Digitalunterricht an Grundschulen aus.

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    In der Randstadt-ifo-Personalleiterbefragung im 2. Quartal 2017, bei der ebenfalls die Digitalisierung das Thema war, erklärten die befragten PersonalleiterInnen, dass die Digitalisierung alle Unternehmen treffen wird. Insgesamt erklärten 51 %, ihr Unternehmen wäre „sehr stark“ und „stark“ betroffen, 47 % „weniger stark“, nur 2 % sollen „nicht betroffen“ sein. Fast zwei Drittel der Personalverantwortlichen sehen ihr eigenes Personal als „gut auf die Digitalisierung vorbereitet“. Dass die Digitalisierung „Stellen fresse“, sei aber in dem oft gewarnten Ausmaß deutlich nicht zu erwarten.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomaingeraltPixabay

  • #95 Schwedischer Vorstoß bei Vermittlung von (digitaler) Kompetenz

    Ab Juli 2018 wird es in Schweden eine Änderung des Lehrplans geben: Schon Kinder der 1. Klasse Grundschule sollen Programmieren lernen. Damit soll natürlich nicht nur das Erlernen einer Programmiersprache im Vordergrund stehen, sondern der allgemein von klein auf gelernte Umgang mit Computern und andere Endgeräten.

    „This means Sweden is taking the kind of approach we should have. Sweden should be a country where every kid in school is prepared for working life, and knowledge of programming needs to start early“ (Unterrichtsminister Gustav Fridolin, thelocal.com)

    Auch die Unterscheidung zwischen glaubwürdigen und unglaubwürdigen Quellen soll in Folge dieser Lehrplanänderung erlernt werden. Heutige Kinder und Jugendliche sind mit einer Vielzahl an Quellen konfrontiert, wenn sie nach (Nachrichten-)Inhalten suchen – deshalb ist es wichtig, den Kindern die Kompetenz, diese nach Glaubwürdigkeit zu filtern, beizubringen. Dies ist in ganz Schweden gerade ein großes Thema: Neben einer der beliebtesten schwedischen Comicfiguren, dem Bären Bamse hat auch der König selbst das Thema auf die Agenda gehoben.

    „There has been some naivety when it comes to the information society. An idea that all knowledge is just a short click away and we don’t need to know as much as we needed to before.“ […] „It’s the exact opposite: we need basic knowledge in reading, writing and numeracy so we can’t be tricked, but we also need to advance our criticism of sources to the same level as we previously taught students about scientific theory for example. You already need to have your first taste of this today at about the age of ten.“ (Unterrichtsminister Gustav Fridolin, thelocal.com)

    Auch in Österreich soll das Erkennen von Falschmeldungen in Schulen erlernt werden. Ebenso in Deutschland: die Tagesschau berichtete erst vor wenigen Tagen von einer Schule, die solche Lerninhalte vermittelt. Und in der Schweiz forderte der Präsident des Lehrerverbands bereits im November ein eigenes Fach für Medien(kompetenz).


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay