Schlagwort: Diabetes Typ 2

  • #128 Diabetes: Typ 1 für ein Jahr gestoppt – ohne Nebenwirkungen

    ForscherInnen der UT Health San Antonio in Texas, USA haben waren an der Entwicklung einer patentierten Technik beteiligt, mit der es gelang, Mäuse für ein ganzes Jahr von Diabetes Typ 1 zu heilen – dabei konnten keinerlei Nebenwirkungen beobachtet werden.

    Infobox: Zellen in der Bauchspeicheldrüse

    Beta-Zellen sind die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin produzieren und ins Blut ausschütten. Daneben gibt es in der Bauchspeicheldrüse Alpha-Zellen, die das Hormon Glukagon produzieren. Glukagon ist ein „Gegenspieler“ von Insulin: es erhöht den Blutzuckerspiegel und hilft so, den Blutzucker zu regulieren – etwa bei einer Unterzuckerung.

    Alpha- und Betazellen befinden sich in kleinen „Zellhaufen“, die wie Inseln im Gewebe der Bauchspeicheldrüse verteilt sind. Diese werden nach ihrem Erst-Beschreiber als Langerhans-Inseln bezeichnet. (diabetes-ratgeber.net)

    Beta-Zellen werden bei Diabetes Typ 1 ja durch die Abwehrzellen des Immunsystems angegriffen und zerstört. Die neue Therapie nutzt deshalb die anderen Zellen der Bauchspeicheldrüse und verändert sie, dass sie Insulin absondern und dies nur als Antwort auf Glukose – so übernehmen die Zellen die Aufgabe der Beta-Zellen. Das Immunsystem soll sie aber nicht als Beta-Zellen erkennen. Diese Therapie gelingt durch einen sogenannten Gentransfer: Dabei werden Gene in die Bauchspeicheldrüse transportiert, welche  werden Gene in die Bauchspeicheldrüse gebracht, welche Verdauungsenzyme und andere Zellen dazu bringen, Insulin zu produzieren. Gentransfers wurden bereits 50 Mal von der „U.S. Food and Drug Administration“ zur Behandlung verschiedener Krankheiten zugelassen.

    “We don’t need to replicate all of the insulin-making function of beta cells,” he [Dr. Bruno Doiron] said. “Only 20 percent restoration of this capacity is sufficient for a cure of Type 1.”

    Diese neue Technik könnte nicht nur eine Hoffnung für Betroffene mit Diabetes Typ 1 sein – es könnte auch das Ende für das Spritzen von Insulin bei Diabetes Typ 2 sein.

    Unterschied zur „Therapiehoffnung“ im 365guteDinge-Beitrag Nr. 71: Die ForscherInnen des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ersetzen die fehlenden Bauchspeicheldrüsenzellen durch genmanipulierte Leberzellen. Die ForscherInnen aus San Antonio hingegen nutzen Zellen der Bauchspeicheldrüse selbst – von der Idee her sind sich die beiden Ansätze aber ähnlich: Durch Gene soll es zu einer „Umerziehung“ der Zelle kommen.

    Bislang wurden ausschließlich Tests an Mäusen durchgeführt. Das Ziel der ForscherInnen ist es, klinische Tests mit Menschen in den nächsten drei Jahren durchzuführen – aber zuvor müssen zuerst Studien mit großen Tieren durchgeführt werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Weitere 365guteDinge-Beiträge zu #diabetes:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Myriams_Fotos, Pixabay

    Änderung 8. Mai 2017, 19:36 Uhr: Der Artikel zeigte die falschen weiterführenden Quellen – die richtigen Quellen wurden nun eingebunden.

  • #92 Neues Medikament eliminiert erstmals (vorübergehend) Diabetes Typ 2

    Rund 570.000 Menschen in Österreich, rund 6 Mio. in Deutschland und rund 460.000 Menschen in der Schweiz leiden an Diabetes Typ 2. Bei dieser chronische Stoffwechselkrankheit ist der Blutzuckerspiegel aufgrund einer Insulinresistenz erhöht. („Das Hormon hat eigentlich die Aufgabe, die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen weiterzuleiten. Bei einer Insulinresistenz gelingt das nur unzureichend – der Zucker staut sich in den Blutgefäßen an“ (diabetes-rategeber.net). Hauptursache dafür sind Bewegungsmangel, Übergewicht und falsche Ernährung.

    Bislang kann der Blutzuckerspiegel einerseits natürlich durch eine positive Veränderung des Lebensstils etwas verbessert werden – andererseits hilft auch eine medikamentöse Behandlung die Krankheit zu bewältigen. Eine Heilung gibt es jedoch nicht. Ein Forschungsteam der University of California berichtet nun jedoch in der neuen Ausgabe des Fachmagazins Nature Chemical Biology von einem neuen Medikament, welches den Blutzuckerspiegel wieder normalisiert. Mäuse mit Insulinresistenz erhielten eine tägliche Dosis dieses Medikaments. Durch die Einnahme wurde der schädliche Zustand, die Resistenz „ausgelöscht“ – für mindestens 30 Tage normalisierte sich der Blutzuckerspiegel – ein Fortschritt, den es in dieser Form noch nicht gab.

    Ein ganz bestimmtes Enzym (mit dem wohlklingenden Namen „niedermolekulares Protein-Tyrosin-Phosphat, kurz: LMPTP) ist verantwortlich, um eine Insulinresistenz herbeizuführen. Dieses findet man in der Leber und interagiert mit den Zellen, damit dieser schlussendlich resistent werden. Das Forschungsteam unter Leitung von Stephanie Stanford, hatte zum Ziel, den Fortschritt des Enzyms zu behindern – da die Rezeptoren der Zellen dann wieder auf Insulin reagieren könnten. Bei Tests an Labormäusen wurde das Medikament täglich oral verabreicht – es wurden auch keine Nebenwirkungen erkannt.

    “So far, the drug has only been tested in mice, and while some research in human genetics suggests this approach could work in people too, we need more research before we know how relevant this could be for people with type 2 diabetes.” (Emily Burns von der Charity „Diabetes UK“, newscientist.com)

    Natürlich ist nun das Ziel, eine Studie mit menschlichen Testpersonen durchzuführen. Davor müssen aber noch weitere Sicherheitstests an Tieren durchgeführt werden, um eine Ungefährlichkeit der Behandlung für Menschen sicherzustellen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, ariesa66, Pixabay