Schlagwort: Bollywood

  • #180 Indien installiert bis Ende 2019 75 Millionen Toiletten

    In ganz Indien sind Toiletten das große Thema: Seit der indische Premierminister vor drei Jahren die Kampagne „Clean India“ („Swachh Bharat“) gestartet hat, wird auf Plakatwänden auf die Benutzung von Toiletten hingewiesen, sogar Stars aus Bollywoodfilmen und Cricketteams sprechen im Fernsehen und Radio darüber – und selbst auf der inidischen Währung findet man das Logo der Kampagne. Doch warum das Ganze?

    Bis vor wenigen Jahren war der Zugang zu einer Toilette für viele InderInnen nicht vorhanden. 2014, zum Start der Kampagne, hatten nur 42 Prozent der BewohnerInnen des Landes Zugang zu ordnungsgemäßen Toiletten. Das Problem dabei ist, dass die Menschen daher gewohnt waren, draußen „ihr Geschäft“ zu verrichten – meist erst wenn es draußen dunkel geworden ist.

    Jährlich sterben weltweit 1,7 Millionen Menschen an den Folgen von verschmutztem Wasser, fehlenden Sanitäreinrichtungen und Hygiene. 600.000 davon in Indien. Dieser Tatsache wollte man ein Ende setzen – und ist gut dabei: 30 Prozent der indischen Dörfer sind heute schon als frei von „open defecation“, 2015 waren es noch 8 Prozent.

    Nachdem immer mehr Toiletten installiert werden, ist es nun die Aufgabe, die Gewohnheiten der Menschen zu verändern: Genau deshalb gibt es Klo-Testimonials und ständige Gespräche darüber in TV und Radio. Im nächsten Jahr soll dann, gemeinsam mit Google, eine Suche in 11 Städten angeboten werden, die zeigt, wo die nächstgelegenen öffentlichen Toiletten zu finden sind.

    Bill Gates war in Indien und hat dazu ein 360-Grad-Video erstellt, wo er den bisherigen Zustand erläutert, die Fortschritte aufzeigt und Innovationen beschreibt:


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, 383961, Pixabay

  • #155 Die unglaubliche Strandreinigung von Mumbai

    Innerhalb von 21 Monaten haben Freiwillige auf dem 2,5 Kilometer langen Versova-Strand 5,3 Millionen Kilogramm Müll beseitigt. Galt er früher als einer der dreckigsten Strände Mumbais, so ist er jetzt von all dem Müll befreit. Doch wie ist das passiert?

    Begonnen hat alles mit dem jungen Anwalt und Umweltschützer Afroz Shah. Als er vor zwei Jahren in sein neues Apartment einzog, sah er die Müllberge auf diesem Strand. Er erzählt CNN „It was 5.5 feet high. A man could drown in the plastic“ (umgerechnet sind das rund 1,68 Meter). Mit einigen NachbarInnen hat er schließlich 2015 begonnen, den Strand zu säubern – und wurde schließlich von mehr als 1.000 Freiwilligen unterstützt. Darunter lokale BewohnerInnen, PolitikerInnen, Bollywood-Stars und Schulkinder.

    Zusätzlich wurden noch 52 öffentliche Toiletten am Strand gereinigt und 50 Kokospalmen gepflanzt. Ziel von Afroz Shah ist es, insgesamt 5.000 Kokospalmen zu pflanzen, um am Strand eine Kokospalmenlagune herzurichten, wie es das früher an der Stelle gab.

    Die Veränderung machte u.a. auch Muppavarapu Venkaiah Naidu, der Minister „of Housing and Urban Poverty Alleviation“ (übersetzt: für Wohnungswesen und städtische Armutsbekämpfung).

    Der Grund, warum so viel Müll am Strand landete ist einfach erklärt: Einerseits wird durch den Wind über das Meer viel Müll angespült. Außerdem ist der Strand von Slums umgeben – und auch von dort wurde viel Müll hingebracht. Die lokale Politik hat, weil der Strand zuvor nicht viele BesucherInnen und TouristInnen anlockte, die Reinung lange ignoriert.

    Die Vereinten Nationen haben die Transformation des Versovastrand als „world’s largest beach clean-up project“ bezeichnet.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay