Schlagwort: Blut

  • #289 Dank körpereigenem Molekül Atemwegstherapien effizienter

    Gerade bei Atemwegserkrankungen ist es oftmals schwierig, zwischen bakterieller und viraler Infektion zu unterscheiden. Mittels Tests, die das Vorkommen des körpereigenen Moleküls Procalcitonin im Blut anzeigen, wird diese Unterscheidung erleichtert. Bei gesunden Menschen ist dieses Molekül kaum oder gar nicht nachweisbar. Diese Form der Tests sind nicht vollkommen neu – doch nun gibt es erste Ergebnisse über ihre Wirksamkeit und ihre Auswirkungen.

    Durch diesen Test wird also festgestellt, ob es sich um eine bakterielle oder virale Infektion handelt – dabei soll verhindert werden, dass Antibiotika zur Behandlung von viralen Infektionen eingesetzt wird, was ja wirklos wäre. Zusätzlich verkürzt das Wissen über die Procalcitonin-Werte eine Antibiotikatherapie um ein Drittel.

    Schweizer ForscherInnen haben die Daten von 6.708 PatientInnen mit (bakteriellen) Atemwegsinfektionen ausgewertet: Die Sterberate sank dabei, im Vergleich zur Kontrollgruppe, um 14 Prozent, wenn der Biomarker Procalcitonin zur Rate gezogen wurde. Außerdem sanken die Nebenwirkungen der Antibiotika um 25 Prozent.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, StockSnapPixabay

  • #119 „Zeckenzement“ als biologischer Klebstoff für menschliches Gewebe möglich

    Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten: Zecken werden nur sehr ungern auf der menschlichen Haut gesehen. Denn haben sie sich erst einmal verbissen, kann man sie nur sehr schwer und mit viel Fingerspitzengefühl entfernen. Grund dafür ist ihre natürliche (zementartige) Klebesubstanz, welche deshalb auch als „Zeckenzement“ bezeichnet  wird.

    Sylvia Nürnberger von der Universitätsklinik für Unfallchirurgie auf der Medizinischen Universität Wien führt gemeinsam mit Martina Marchetti-Deschmann von der Technischen Universität Wien ein Forschungsprojekt durch, um herauszufinden, wie dieser Zecken-Zement als biologischer Klebestoff auch für menschliches Gewebe dienen kann.

    Aktuell in der Medizin eingesetzte Gewebekleber haben oftmals eine schädliche Wirkung, wie zum Beispiel Reaktionen oder Verhärtungen des Gewebes. Deshalb sucht man nach biologischen Alternativen, nur sind die bislang kaum vorhanden. Fibrin, die bekannteste Alternative, „ist zwar sehr biokompatibel, wirkt blutstillend und geweberegenerierend, klebt aber leider nicht sehr stark“, so die Projektleiterin. Und genau da soll der Zeckenzement behilflich sein.

    Wenn schließlich ein biologischer Kleber nach dem Vorbild Zeckenzement eingesetzt wird (es wird nicht der ganze Zement chemisch nachgebaut, sondern nur jene Substanz mit den Klebeeigenschaften), könnten damit nicht nur Hautverletzungen oder Knorpel geklebt werden. Auch nicht-belastete Knochenteile können bis zu einem gewissen Grad metallfrei verankert werden. Für die Forschungsarbeit werden 300 einheimische Zecken herangezogen. Zudem werden bei einem Forschungsaufenthalt in Südafrika dort ansässige Riesenzecken untersucht.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Meli1670, Pixabay