Schlagwort: Bibliothek

  • #165 Eine Bibliothek mit Büchern aus dem Müll

    Vor 20 Jahren soll es sich zugetragen haben, dass José Alberto Gutiérrez, ein Müllmann in Bogota, Kolumbien sein erstes Buch aus dem Müll gefischt hat: Leo Tolstois Klassiker Anna Karenina. Bis heute hat er mehr als zehntausende weggeworfene Bücher gerettet und daraus eine Gemeinschaftsbibliothek gemacht.

    Fündig geworden ist er dabei vor allem in den wohlhabenderen Bereichen der Stadt, sein Zielpublikum mit der Bibliothek sind aber vor allem die Familien aus den ärmeren Bezirken. Oftmals kommen Familien, die ihren Kindern bei der Hausübung helfen wollen in seine Bibliothek, der er den klingenden Namen „La Fuerza de las Palabras“ (übersetzt: „Die Kraft der Worte“) gegeben hat. Die Bibliothek wird von seiner ganzen Familie geführt, also auch von seiner Frau und seinen drei Töchtern.

    Laut Deutschlandfunk hat er in seinem Zuhause rund 30.000 verschiedene Bücher – und über all die Jahre rund 20.000 Bücher bereits verschenkt. Jetzt reisen seine Familie und er manchmal in arme Gegenden Kolumbiens und haben damit schon über 100 kleine Bibliotheken entstehen lassen.

    „Da habe ich erstaunt festgestellt, dass einige Menschen Bücher wegwerfen. Das hat mich traurig gemacht. Als Kind hat mir meine Mutter viel vorgelesen. Ihr habe ich zu verdanken, dass für mich heute ein Buch der beste Freund ist.“ (José Alberto Gutiérrez, deutschlandfunk.de)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay

  • #120 Junge Bibliothekarin bringt Bücher und Leselust in ihr Slum

    Muskaan Ahirwar ist die Bibliothekarin der „Bal Pustakalaya“ (Hindi für „Kinderbibliothek“). Ihren Sitz hat die Bibliothek in den Slums der indischen Stadt Bhopal – und jeden Tag, nachdem Muskaan von der Schule nach Hause kommt, setzt sie sich für eine Stunde in ihre Bibliothek und liest den regelmäßig zahlreich erscheinenden Kindern (zwischen 25 und 50 pro Tag) aus einem der Bücher vor.

    Die heute zehnjährige Ahirwar wurde von einem Team des „State Education Board“ sozusagen entdeckt: Als der Ausschuss 25 Bücher an in den Slums wohnende Kinder ausgegeben hat und danach mit Quiz mehr über die Bildung der Kinder erfahren wollte, stach Muskaan hervor – und so gab man ihr die Verantwortung, ihr Wissen weiter zu streuen und den Kindern etwas beizubringen. Keine leichte Aufgabe für ein neunjähriges Kind. Doch Muskaan akzeptierte freudig und wurde damit zur jüngsten Bibliothekarin der Welt.

    Anfang 2016 begann sie mit 25 Büchern, Ende Oktober 2016 zählte sie bereits 700 – alles Spenden aus Indien, aber auch den USA und aus Australien.

    Muskaans Vater ist Zimmermann, ihre Mutter Hausfrau – sie sind stolz auf ihre beiden Töchter, denn neben Muskaan arbeitet auch ihre ältere Schwester Neha manchmal in de Bibliothek. Muskaans Ziel ist es, irgendwann zu studieren und Ärztin zu werden – für die Kinder im Slum ist sie deshalb nicht nur Vorleserin, sondern auch ein großes Vorbild.

    2016 wurde Muskaan mit dem „Thought Leader“-Award vom „National Institution for Transforming India (NITI Aayog) ausgezeichnet – und auch hier ist sie die bislang jüngste Preisträgerin.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay