Schlagwort: Asyl

  • #173 Europäische Kommission startet Instrument zur Kompetenzermittlung für Asylsuchende

    Die EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen hat am 20. Juni 2017, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, eine neue elektronische Plattform vorgestellt, die Nicht-EU-BürgerInnen und eben auch gezielt Asylsuchenden bei der Arbeitsvermittlung helfen soll. Die Beamten der Europäischen Union haben sich sogar einen besonders eingängigen Namen dafür ausgedacht: „EU-Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige“.

    Das Problem ist, dass es oftmals sehr schwierig ist, die Bildung und Ausbildung von geflüchteten Menschen zu ermitteln. Genau da soll dieses Instrument helfen: Zuerst füllen einE InterviewerIn (z.B. einE SozialarbeiterIn) und der/die Befragte (aus einem Drittstaat) einen Fragebogen aus, bei der die Kompetenzen, der schulische und berufliche Werdegang, Arbeit/Lebensunterhalt, Erfahrungen und Erwartungen abgefragt werden. Danach kann man in einem Web-Editor (welcher in 30 Sprachen – den EU-Amstsprachen und den Sprachen Arabisch, Farsi, Paschtu, Sorani, Somalisch und Tigrinya – zugänglich ist).

    Durch das Ausfüllen des Fragebogens und des Web Editors erhält der/die NutzerIn ein „Kompetenzprofil“. Der/die Sozialarbeiterin kann dann Empfehlungen für die nächsten Schritte abgeben: zum Beispiel einen Besuch bei einer amtlichen Akkreditierungsstelle zur Anerkennung einer Qualifikation, die Empfehlung eines Sprachkurses oder einen Termin bei einer öffentlichen Arbeitsverwaltung.

    In Deutschland kann drei Monate nach der Antragstellung auf Asyl können Menschen aus Drittstaaten eine Arbeitserlaubnis beantragen. Die zuständige Stelle ist die Ausländerbehörde. In Österreich dürfen Unternehmer grundsätzlich keine Asylwerber beschäftigen, wobei es dabei ein paar Ausnahmen gibt. So kann eine Beschäftigung als Saisoner erteilt werden. Zudem soll es für jugendliche Asylwerber bis zu 25 Jahren einen Lehrplatz geben – aber nur in jenen Lehrberufen, in denen ein nachgewiesener Lehrlingsmangel besteht. Aber egal ob als Saisoner oder im Lehrberuf: Auch hier muss man zumindest seit drei Monaten zum Asylverfahren zugelassen sein.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, MichaelGaida, Pixabay

  • #108 „Blickwinkel“ vermittelt kulturelle Vielfalt mittels Comics

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    Das Logo der Initiative „Blickwinkel“

    Im Oktober 2015 gingen drei Frauen aus Oberösterreich mit ihrer Initiative „Blickwinkel“ an den Start. Sie hatten es sich zum Ziel gesetzt, in Form von Comics Geschichten von Menschen mit unterschiedlichem sozialem Hintergrund, ethnischer Herkunft und persönlicher Überzeugung zu erzählen. Dabei können alle drei auf ihre eigenen Expertisen zurückgreifen: Kathrin Kaisinger ist Kultur- und Sozialanthropologin, Anna Achleitner ist Pädagogin und Valerie Bruckbög die Comiczeichnerin im Trio. Mittels Crowdfunding sammelten sie genug Geld, um Anfang Jänner 2016 loszulegen.

     

    Die Geschichten, die in Comics verwandelt werden, entstanden dabei durch Interviews mit unterschiedlichen Menschen zu den Themen kulturelle Diversität, Menschenrechte, Asyl, Flucht, Migration, Integration, Religion, Rassismus und Vorurteile. Das Projekt wurde am Höhepunkt der Fluchtbewegung in Österreich gestartet, daher liegt der Schwerpunkt des ersten Comicbuchs auf dem Thema Flucht und Migration. „In Zukunft wollen wir aber auch anderen Themen wie Rassismus, Diversität oder Sozialpolitisches aufgreifen“, erklärt Bruckbög aber im Interview mit Journalist Markus Schauta auf Shabka.

    Anfang April 2017 wurde nun das erste Comicbuch vorgestellt. Zusätzlich zu den Geschichten finden sich darin auch pädagogische Anleitungen – aus den Schulen kam bereits zahlreiches positives Echo. Das Buch kann man zum Selbstkostenpreis auf per Mail (info@mutzurperspektive.at) bestellen, das berührendes Comic  „Bewegte Tasten“ ist nur eines von vielen aus dem Projektblog. Für weitere Projekte sind die drei Frauen nun auf der Suche nach KooperationspartnerInnen und SponsorInnen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Robert_C, Pixabay