Schlagwort: Artenschutz

  • #264 Zahl der Meeresschildkröten steigt wieder an

    Ein Forschungsteam der Universität Thessaloniki in Griechenland hat Daten zur Meeresschildkrötenpopulation ausgewertet: daraus geht hervor, dass von 299 verschiedenen Populationen 95 einen eindeutigen Aufwärtstrend aufzeigen, in 35 Populationen gab es einen Rückgang, der Rest blieb gleich.

    Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin „Science Advances“. Ein Grund für die Erholung einer Großzahl der Populationen ist der effektive Schutz der Eier und der Weibchen bei der Eiablage. Außerdem gibt es einen Rückgang der Todesfälle durch Beifang. Seit den 1950er Jahren gibt es verstärkte Artenschutzmaßnahmen für Meeresschildkröten.

    Doch es ist zu früh für eine Entwarnung: Noch stehen sechs der sieben Meeresschildkröten-Arten auf der Roten Liste der IUCN („International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources; deutsch: Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlich Ressourcen) als „gefährdet“, „stark gefährdet“ oder „vom Aussterben bedroht“. Für die siebte Art gibt es nicht genügend Daten zur Einstufung.

    Doch die ForscherInnen erklären, dass sich die Anstrengungen auszahlen:

    So könnten die Schildkröten auch als Modell für andere gefährdete Arten dienen: Es ist noch nicht zu spät – sofern sich die Staatengemeinschaft entschließt, an einem Strang zu ziehen. (Biologe Graeme Hays, orf.at)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainFree-PhotosPixabay

  • #240 Die Rückkehr der Sumpfschildkröte

    Was wie ein schlechter Titel für eine Thriller-Fortsetzung klingt, ist in Wahrheit eine Erfolgsgeschichte. Ende der 1990er-Jahre galt die Sumpfschildkröte in ganz Europa als nicht mehr vorhanden. Doch man nahm sich den letzten auffindbaren Exemplaren an, hat begonnen, sie zu züchten und wieder auszuwildern.

    Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist eine kleine bis mittelgroße, fleischfressende und überwiegend im Wasser lebende Schildkröte. Sie ist die einzige Schildkrötenart, die – wenn auch selten – in Mitteleuropa (auch Deutschland) natürlich vorkommt. Ihr Verbreitungsgebiet geht aber weit darüber hinaus, von Nordafrika im Südwesten bis an den Aralsee im Nordosten. (de.wikipedia.org)

    Bereits im Jahr 1999 entwickelte die Biologin Sibylle Winkel das Artenschutzprogramm „Europäische Sumpfschildkröte“. Gemeinsam mit der hessischen Arbeitsgemeinschaft Sumpfschildkröte wurden im Exotarium des Frankfurter Zoos hunderte Tiere erfolgreich aufziehen. Interessant dabei ist, dass die Temperatur im Brutschrank beeinflussen kann, welches Geschlecht die kleinen Nachkömmlinge bekommen: Bei über 28 Grad Celsius werden es Weibchen, bei weniger Grad Männchen.

    Durch Chips werden die ausgewilderten Exemplare die Europäische Sumpschildkröte auch weiterhin beobachtet. Während die Zucht im Zoo einfacher ist, war es natürlich die Frage, ob es den Ausgewilderten auch in der freien Umgebung gelang, sich erfolgreich fortzupflanzen. 2013 und 2014 wurden schließlich die ersten Schlüpflinge gesichtet.

    Seit 2006 gibt es außerdem im österreichischen Nationalpark Donau-Augen ein Artenschutzprogramm für die Europäische Schildkröte. Diese Gegend gilt als der Ort, an dem es das letzte intakte Vorkommen in Österreich gibt. Dabei werden die kleinen Eier direkt nach der Ablage mit stabilen Metallgittern abgedeckt. Bei einer Zählung im vergangenen Jahr kam man dabei auf 750 Individuen, davon 627 ausgewachsene Tiere mit Markierung plus 110 junge Tiere.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY NC SA (2.0), Cloudtail the Snow Leopard, „European pond turtle“, Flickr

  • #6 Komplettes Elfenbein-Handelsverbot in China ab Ende 2017

    #6 Komplettes Elfenbein-Handelsverbot in China ab Ende 2017

    China hat bislang den größten Markt für Elfenbein der ganzen Welt. Schätzungen gehen davon aus, dass 70 % des weltweiten Handels über dieses Land geführt werden. Nun soll zumindest der legale Handel mit Elfenbein nach und nach beendet werden.

    Bis zum 31. März 2017 soll die kommerzielle Verarbeitung und der Verkauf von Elfenbein gestoppt werden, die Rechte aller registrierten Händler sollen dann auslaufen und bis Ende des Jahres 2017 soll es schließlich zu einem kompletten Ende des Elfenbein-Handels in China geben.

    Eigentlich ist – nach dem internationalen Artenschutzabkommen CITES der Handel mit Elfenbein bereits seit 1989 verboten. Trotzdem töteten Wilderer im vergangenen Jahr mehr als 20.000 Elefanten nur aus diesem Grund. Seit 2012 hat sich aber auch in China die Meinung zum Elfenbeinhandel verändert – im Oktober 2016 hat die CITES-Artenschutzkonferenz schließlich eine Resolution verabschiedet, die alle Länder zur Schließung ihrer Elfenbeinmärkte auffordert. Neben China leiteten daraufhin auch USA und Hongkong, die zwei weiteren großen Elfenbeinmärkte, solche Verbote in die Wege.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, ischeffler, Pixabay