Schlagwort: Armband

  • #217 Ein Armband soll vor Sekundenschlaf am Steuer schützen

    Wenn die Müdigkeit während des Autofahrens zu groß wird, gerade bei langen Autofahrten oder Nachtfahrten, besteht die Gefahr eines Sekundenschlafs. Ein lettisches Unternehmen möchte nun mit einem Wearable, also einem multifunktionalen Armband, dagegen ankämpfen: Steer hat gerade erfolgreich eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter absolviert.

    Steer 1 cover.jpgDas Armband beinhaltet 16 Sensoren, die verschiedene physische Indikatoren verabeitet, z.B. den Puls, die Leitfähigkeit der Haut messen. Dadurch erkennt es, wenn der Träger oder die Trägerin des Armbands in Gefahr ist, einzuschlafen. Zuallererst versucht das Armband durch Vibrieren die Aufmerksamkeit des/der FahrerIn zu erlangen. Wenn das nicht hilft, wird ein leichte elektronischer Schock (spürbar, aber natürlich nicht schmerzhaft) ausgelöst, um das Einschlafen zu verhindern.

    Das Armband hat eine Akkulaufzeit von knapp zwei Wochen und überträgt alle zwei Sekunden die Vitalzeichen des/der FahrerIn. Nun soll die Produktion im September und Oktober stattfinden und die UnterstützerInnen bereits im November zugeschickt werden. Ein Armband soll später übrigens 199 Euro kosten.

    Man darf gespannt sein: Das lettische Unternehmen wollte zur Verwirklichung nur 5.000 Euro auf Kickstarter erreichen – geworden sind es schließlich rund 32.000 Euro. Zum Unternehmen „Creative Mode“ aus in Riga, Litauen, findet man im Web jedoch keine Website oder Social Media Auftritt, nur eine weitere erfolgreiche Kickstarter Kampagne. Jetzt muss man also auf die ersten Erfahrungen der UnterstützerInnen oder Tests durch Medien warten, um zu erfahren, ob das Versprochene auch wirklich gehalten werden kann.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Pressefotos von Creative Mode

     

  • #140 Ein Armband lässt Menschen mit Parkinson wieder schreiben

    Bereits Ende des vergangenen Jahres tauchte das Project Emma erstmals in zahlreichen Timelines auf: Ein Forschungsteam wollte für Emma Lawton, eine junge Frau mit Parkinson, ein Tool entwickeln, damit diese wieder schreiben und zeichnen kann. All das passierte im Rahmen einer Sendung aus dem Vereinigten Königreich namens „The Big Life Fix“. Dem Team rund um Haiyan Zhang, Director of Innovation bei Microsoft Research, gelang schließlich mit einem Armband (auf Englisch: einem „wearable“), dessen Prototyp den Titel „The Emma“ trug. Dass da Microsoft dahinterstand, war im viralen Video noch nicht wirklich offensichtlich – doch mit einem Milliardenunternehmen im Rücken ist die Chance bedeutend größere, dass dieser Prototyp in Massenproduktion gehen kann.

    Auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz Build 2017 wurde nun das „Project Emma“ einem großen Publikum vorgestellt: Das Armband versucht mit winzigen Vibrationsmotoren deb durch die Parkinsonerkankung charakteristischen Tremor (also das Zittern bzw. Zucken) auszugleichen und damit die Hand etwas zu stabilisieren. Das Video (das offizielle Build 2017-Video, eine gekürzte Form des Videos vom Dezember) zeigt die Ausgangslage und den großartigen Erfolg.

    https://www.youtube.com/watch?v=k9Rm-U9havE

    Zahlen und Fakten zu Morbus Parkinson

    „Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung, die bei ungefähr einem Prozent der über 60-Jährigen eintritt, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Die Krankheit beginnt bei einem Großteil der Patienten nach dem 50. Lebensjahr“ (apotheker.or.at)

    Eine Heilungsmöglichkeit gibt es bis heute nicht, jedoch kann man mittels Medikamente gegen die Symptome vorgegangen werden. Ein starke Wirkung von Marihuana-Öl bei Parkinson wird im Dokumentarfilm „Ride with Larry“ gezeigt – innerhalb weniger Minuten hört der Tremor auf. Eine weitere mögliche Behandlung ist „Deep Brain Stimulation“, zu deutsch Tiefe Hirnstimulation, ein neurochirurgisches Verfahren zur Behandlung von Bewegungskrankheiten – auch hier ein Video dazu)

    Erkrankte weltweit: zwischen 6 Millionen (WHO, zitiert nach parkinson-oesterreich.at) und rund 10 Millionen (Parkinson’s Disease Foundation und European Parkinson’s Disease Association)
    Erkrankte in Österreich: etwa 20.000 (parkinson-oesterreich.at)
    Erkrankte in Deutschland: 250.000 bis 280.000 (parkinson-gesellschaft.de)
    Erkrankte in der Schweiz: über 15.000 (parkinson.ch)

    Was kommt nach dem Prototypen?

    Microsoft hat dem weiteren Plan für das „Project Emma“ noch nicht genannt – aber dass sie es auf ihrer großen Entwicklerkonferenz vorgestellt haben, zeigt ganz offensichtlich, dass man diesen Prototypen weiter verbessern und schließlich auf den Markt bringen will.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Microsoft