Schlagwort: Arabisch

  • #157 Aravrit: Eine neue Schrift verbindet Hebräisch und Arabisch

    Die israelische Typografin Liron Lavi Turkenich ist für eine völlig neue Schrift erfunden, die sowohl von hebräisch als auch arabisch sprechenden Menschen gelesen werden kann. In einem englischsprachigen Video erklärt sie, wie ihr das gelungen ist.

    Ihre Idee geht auf Émile Javal zurück, einem französischen Augenarzt und Politiker des 19. Jahrhunderts, der erkannte, dass man nur die obere Hälfte eines Satzes braucht, um ihn lesen zu können – wie dieser horizontal halbierte Satz zeigt:

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    Turkenich hat versucht, ob das auch mit hebräischer und mit arabischer Schrift funktioniert. Wie bei der lateinischen Schrift benötigt man im Arabischen die obere Hälfte, beim Hebräischen hingegen die untere. Das brachte die Typografin auf die Idee, diese zwei Schriften zu verschmelzen. Damit diese Schrift auch wirklich verwendet werden kann, hat sie alle 638 verschiedenen Zusammensetzungsmöglichkeiten erstellen müssen.

    Das Projekt war ein Abschlussprojekt – Anfang Juni hat sie die Schrift schließlich vorgestellt. Ihren Abschluss schaffte sie bereits im Jahr 2012 – seither arbeitete sie an der Finalisierung ihrer Schrift.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Von der Website von Liron Lavi Turkenich

  • #54 Erste arabisch-deutsche Flüchtlingszeitung

    Vor einem Jahr startete der junge, syrisch-palästinensische Schriftsteller Ramy al-Asheq (27) die Zeitung „Abwab“. Er war im Jahr 2014 nach Deutschland gekommen (mittels eines Autorenstipendiums der Heinrich-Böll-Stiftung) und startete im Dezember 2015 mit der ersten Ausgabe. „Abwab“ heißt übrigens übersetzt „Türen“.

    „Abwab“ wird in Köln produziert, in der bayrischen Stadt Hof gedruckt und mit einer Auflage von 45.000 Exemplaren bundesweit kostenlos verteilt. Die Zeitung erscheint monatlich. Der Großteil der Texte sind in arabischer Sprache verfasst, manche jedoch auch ins Deutsche übersetzt. Finanziert wird die Zeitung durch Werbung und den Investor nhd Consulting – die mit dem Verkauf der Anzeigen ganz bewusst den Markt der Geflüchteten bedienen kann. Herausgeber ist die „New European Media Ltd.“ aus London.

    Innerhalb eines Jahres konnte man die Auflage fast verdoppeln, aktuell schreiben 50 AutorInnen für die Zeitung, auf Facebook hat man gerade die 100.000 Likes-Hürde geschafft – doch al-Asheq erklärt, warum sich die Zeitung nun weiterentwickeln muss:

    Die Idee des Herausgebers New European Media Ltd. war eine Art Informationszentrale – sprich: offene Türen – für Neuankömmlinge zu schaffen. Die Fragen beantwortet wie: Was sagt die Verfassung? Was macht die grüne Bewegung? Wer haut im Karneval auf den Putz? Doch wir haben uns weiterentwickelt, mehr Perspektiven und Erfahrungen gesammelt. Jetzt wird es Zeit, dass wir uns zu einer Plattform entwickeln, die Probleme wie Diskriminierung, Rassismus sowie positive und negative Stereotypen bespricht und eigene Ideen und Lösungsansätze aufzeigt. (perspective-daily.de)

    Das Interview auf perspective-daily.de ist durch und durch lesenswert – mit diesem Link kann man es kostenlos lesen, hier kann (für nur 60 Euro im Jahr) Mitglied werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, kaboompicsPixabay