Schlagwort: Antikörper

  • #265 Neuer Antikörper greift 99 % der HIV-Stämme an

    WissenschaftlerInnen des US National Institutes of Health und des Pharmaunternehmens Sanofi haben einen Antikörper entwickelt, nicht nur 99 % der HIV-Stämme angreift, sondern bei Primaten auch dazu führt, dass eine Infektion verhindert wird. Klinische Studien am Menschen beginnen im kommenden Jahr (2018) – sie werden zeigen, welche Wirkung der Antikörper auf den Menschen wirkt – ob er eine Infektion verhindern bzw. behandeln kann.

    In einem/r einzelnen Patienten/-in befinden sich ganz viele verschiedene HIV-Mutationen. Vergleichbar ist das mit Grippestämme bei einer weltweiten Influenza-Saison. Für den Körper ist es dadurch schwieriger, gezielt gegen einzelne HIV-Stämme vorzugehen, wenn sie von unzähligen weiteren Stämmen abgelenkt werden. Dass der neue entwickelte Antikörper wirklich 99 % der verschiedenen Stämme erreicht und angreift, ist daher ein „aufregender Durchbruch“, wie die International Aids Society erklärt.

    Nach jahrelanger Infektion entwickelt eine kleine Anzahl an PatientInnen sogenannte „broadly neutralising antibodies“ (übersetzt: weitgehend neutralisierende Antikörper) – ForscherInnen haben versucht, diese Antikörper zu nutzen. Wie sie in der Studie im Science-Fachmagazin erklären, haben sie drei solcher Antikörper kombiniert, was die Wirkung noch stärker gemacht hat. Denn normale „natürliche“ Antikörper kommen auf maximal 90 % HIV-Stammabdeckung. Bei Experimenten an 24 Affen mit diesem Antikörper kam es zu 0 (in Worten: null) Infektionen (nachdem der Virus injiziert wurde)


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  • #8 Neues Medikament wirkt gegen Multiple Sklerose

    Ein internationales Forscherteam hat nun ein neues Medikament mit dem wunderschönen Namen „Ocrelizumab“ entwickelt: Im Gegensatz zur gängigen Behandlung mit Beta-Interferon („Interferon beta-1A) vermindert das neue Medikament die Zahl der Krankheitsschübe deutlich und wirkt auch als erstes (!) Medikament gegen die stetig fortschreitende Form der Krankheit.

    Bei der schubartigen Form von MS verringerte Ocrelizumab die Zahl der Schübe laut den Studienergebnissen um 45 Prozent im Vergleich zur Behandlung mit Interferon. Auch die für die Krankheit typischen Entzündungsherde im Gehirn waren mit Ocrelizumab um 90 Prozent reduziert gegenüber der Interferontherapie.

    Der Antikörper Ocrelizumab wurde von den Unternehmen Biogen und Genetech entwickelt. Mittels zwei klinischer Phase-3-Studien wurde die Wirksamkeit des Medikaments an jeweils 700 Patienten geprüft. Phase 3 bedeutet, dass nach erfolgreichem Abschluss dieser Phase die Prüfungsunterlagen zur Zulassung bei den zuständigen Behörden vorgelegt werden können.

    Bislang hat sich das Medikament als gut verträglich herausgestellt, nun müssen Studien noch die Langzeitsicherheit untersuchen. In den USA startete bereits ein beschleunigtes Prüfverfahren für das Medikament.


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