Wie die Grafik von „Our World in Data“ zeigt, ist die Zahl der Kinder weltweit, die zwar im Grundschulalter sind, aber keinen Zugang zur Schule haben, deutlich gesunken. Um 1995/1997 erreichte die Zahl einen negativen Höhepunkt (über 100 Millionen Kinder weltweit hatten damals keinen Zugang) – im Jahr 2014 lag der Wert bei ungefähr 60 Millionen Kindern.
Quelle: World Bank EdStats: Out-of-children of primary school age, both sexes (number); CC BY-SA OurWorldInData.org
Den deutlichsten Rückgang gab es in Südasien (gelb), dem Mittleren Osten und Nordafrika (orange) und Ostasien und dem Pazifik (rot). Zwar auch sinkend – aber in deutlichem geringerem Ausmaß: Sub-Sahara-Afrika.
Deutlicher Rückgang, doch Gefahr der Stagnation
Aktuelle Zahlen (veröffentlicht im Juni 2017) zeigen aber, dass sich die Zahlen seit 2012/2014 nur wenig bis gar nicht verändert haben. Die Stagnation kann dazu führen, dass Ende der globalen Armut noch längere Zeit nicht zu erreichen. Bei diesen Zahlen beziehen sich die Vereinten Nationen aber auf Kinder und Jugendliche – also Kinder im Primär- und Sekundärschulalter.
Gründe dafür, dass sich aktuell gerade wenig verändert, sind die zahlreichen Konflikte – vor allem im Sub-Sahara-Raum. Ebenso gibt es einen großen Unterschied zwischen Mädchen und Buben: In Ländern, in denen bislang viele Kinder keinen Zugang zur Schule haben, werden schließlich eher die Buben in die Schule geschickt.
Ísafjörður ist eine kleine Stadt im Nordwesten Islands – mit rund 2.500 Einwohnern. Aber seit wenigen Tagen doch sehr berühmt: Denn dort gibt es seit kurzem einen neuartigen Zebrastreifen, der AutofahrerInnen dazu bringen soll, auch wirklich anzuhalten – und all das nur mit einer optischen Täuschung.
Fährt man das erste Mal darauf zu, sieht es für den/die FahrerIn so aus, als würden weiße Blöcke in der Luft schweben – hier wurde mit Schatten und Schattierungen gearbeitet, die den gewohnten Streifen eine Dreidimensionalität einhauchen.
Der Umweltbeauftragte der kleinen Stadt, Ralf Tralla, hatte die Idee dazu – und hat schließlich auch die notwendigen Genehmigungen von Polizei und Verkehrsbehörde geholt. Das alles gelang innerhalb weniger Wochen – und so konnte schließlich Vegamálun GÍH, die zuständige Straßenbemalungsfirma mit dem außergewöhnlichen Zebrastreifen beginnen.
Dadurch soll die Aufmerksamkeit der AutofahrerInnen ganz gezielt auf die vermeintlichen Gegenstände auf der Straße lenken – mehr als bei den herkömmlichen Zebrastreifen, die man zwar auch sieht, aber oftmals zu unbedacht überfährt. Ob der Schockeffekt jedoch nach einiger Gewöhnungszeit immer noch funktioniert, bleibt natürlich fraglich.
Als Johann Philipp Reis 1861 sein „Telephon“ erstmals vorstellte, sprach er Sätze wie „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ in das Mikrofon. 156 Jahre später, am 29. September 2017 war es der Satz „Professor Zeilinger, can you hear us?“, der einen neuen Fortschritt in der Geschichte der Telefonie, der Verschlüsselung und der physikalischen Übertragung markierte: Denn WissenschaftlerInnen aus China und Österreich gelang das erste interkontinentale Videotelefonat – „unter Verwendung der Verschlüsselungsmethoden der Quantenphysik.“ (derStandard.at)
Das Gespräch zwischen den beiden Präsidenten (Alfred Zeilinger ist der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Chunli Bai der Präsident des chinesischen Pendants) war laut ihrer Aussage der erste Versuch – und wurde mutigerweise vor laufenden Kameras, bei großem Medieninteresse, live durchgeführt.
Quo vaditis, Quanten?
Um die Technik dahinter zu verstehen, muss weit ausgeholt werden: In diesem kurzen Video erklärt Dr. Quantum, der animierte, aber auch sehr kluge Professor, die grundlegenden Gedankengänge bei der Arbeit mit Quantenmechanik.
In diesem Bereich wird auf der ganzen Welt geforscht: Auf der Quantenkonferenz im Juni 2017 erklärte Rainer Blatt, wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) in Innsbruck/Österreich zum Thema Quantencomputer: „Wir sind im Moment auf dem Niveau eines Röhrencomputers“ (golem.de). Doch die Zeit der Quantencomputer wird kommen – und zum Teil den herkömmlichen Computer ersetzen. Ebenfalls untersucht werden Quantensensoren: Sie sind nur wenige Nanometer groß und können z.B: im Inneren eines einzelnen Stickstoffatoms sitzen. In etwas ferner Zukunft sollen solche Sensoren im Blut von PatientInnen unterwegs sein und dort Krankheiten im Frühstadium erkennen.
Unter Verschluss: Die Kommunikation nach Quantenart
Das chinesisch-österreichische Gespräch wäre nie zustande gekommen ohne dem Quantensatelliten Micius, der seit letztem Jahr in 600 Kilometer Höhe um die Erde fliegt.
Der Satellit sendete verschränkte Photonenpaare (Lichtteilchen) an die Bodenstationen in China und Österreich. Diese Teilchen haben eine zufällige Schwingungsrichtung (Polarisation) – das ist der sogenannte „erste Quantenschlüssel“ – der Sender und der Empfänger haben dieselbe Polarisation.
Und nachdem die Bodenstation in Graz (Österreich) den Schlüssel beim Satelliten hinterlegt hat, mussten die Chinesen dasselbe tun – daraus wurde der „zweite Quantenschlüssel“. Durch die beiden Schlüssel und einem kombinierten Schlüssel ist das Gespräch vollkommen abhörsicher.
Denn das ist das Besondere an der Technologie: Wenn jemand versucht, die Photonen abzufangen oder die Polarisation (den Quantenschlüssel) zu messen, verändert sich der Zustand der Teilchen und die Verbindung fliegt auf. Es kann also Angriffe auf diese Form der Kommunikation geben, aber es kann nichts abgehört werden.
Erst der Anfang
Obwohl die Theorie der Quantenmechanik bereits seit rund 90-100 Jahren die ForscherInnen beschäftigt, stehen die Ergebnisse erst am Beginn: Das abhörsichere Videotelefonat lief noch über das herkömmliche Internet – auch hier sollte in der Zukunft eine Quantenversion folgen.
Quantenphysiker Robert Ursin erklärte beim Experiment: „dass es auf der Basis dieser Technologie in fünf bis sechs Jahren ein kommerziell nutzbares Quanten-Internet geben wird. Allerdings brauchen Sie dazu teure Geräte am Dach. Das hat nur Sinn, wenn bei Spionage großer wirtschaftlicher Schaden droht. Bücher bei Amazon brauchen Sie nicht im Quanten-Internet bestellen.“ (wienerzeitung.at)
Das Experiment hat aber eines gezeigt, wie Journalist Robert Czepel auf science.orf.at schreibt: „Die Verschlüsselung nach Quantenart ist in der interkontinentalen Kommunikation angekommen.“
Die Vollversammlung des Stadtrats hat am Mittwoch, dem 27. September 2017, mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Stadt München bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral werden soll. Damit folgen sie den Beschlüssen des Pariser Klimaschutzabkommens sowie weiteren nationalen Abkommen. Damit soll pro EinwohnerIn und Jahr nur noch 0,3 Tonnen Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gelangen.
Bis zum kommenden Jahr wird die Stadtverwaltung nun Maßnahmen ausarbeiten, damit die neuen Klimaschutzziele auch erreicht werden. Dabei geht es z.B. um Förderprogramme beim Neubau von Wohn- und Geschäftshäusern, den weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes und der Fokussierung auf umweltfreundliche Fahrzeuge für die Verwaltung.
0,3 Tonnen CO2 pro Person und Jahr sind ein großes Ziel: Bislang war der Zielwert stets 50 Prozent des Werts von 1990 – also 4,85 Tonnen. Bis 2030 will man den Ausstoß auf 3 Tonnen Kohlendioxid verringern. Für die Opposition sind die Pläne noch zu ungenau, die Ziele zum Teil zu hoch. Erst die Maßnahmen werden zeigen, ob das Erreichen auch wirklich möglich ist.
Französischen ForscherInnen ist es gelungen, einem Patienten, der seit 15 Jahren im Wachkoma lag, mithilfe von Nervenstimulation Bewusstseinsregungen zu entlocken. Die Stimulation des Vagusnervs ist zum Teil bereits eine Behandlung für Epilepsie oder Depression – die Einzelfallstudie der Forschungsgruppe an der Université Claude Bernard Lyon 1 zeigt nun erstmals einen Erfolg bei Wachkomapatienten.
Zur Info: Der Vagusnerv zieht vom Gehirn aus in den Körper und kontrolliert die vegetativen Organe von Rachen, Brust und im oberen Bauchraum. (welt.de)
Bei Menschen im Wachkoma funktionieren meist noch die grundlegenden Körperfunktionen wie die Atmung oder der Schlaf-Wach-Rhythmus – eine bewusste Reaktion mit der Umwelt gibt es dabei jedoch nicht. Der 35-jährige Patient, er kam durch ein schweres Schädel-Hirn-Trauma nach einem Autounfall ins Wachkoma, kann nun, nach der Stimulation des Nervs, mit seinen Augen einem Objekt folgen oder auf Kommando seinen Kopf bewegen. Untersuchungen mittels Positronenemissionstomografie (PET) zeigten, dass sich zudem die Kommunikation verschiedener Hirnareale verbessert haben. Es scheint so, so die ForscherInnen, als wäre der Patient damit nicht mehr in einem vegetativen Zustand sondern in einem Zustand minimalen Bewusstseins.
Für die nahe Zukunft planen sie nun eine größere Studie mit mehr PatientInnen – erst danach kann festgestellt werden, ob die Stimulation des Vagusnervs grundsätzlich zur Behandlung von WachkomapatientInnen eingesetzt werden kann.
Ab 24. Juni 2018 wird es saudi-arabischen Frauen erlaubt sein, vollkommen legal ein Fahrzeug zu lenken. Das hat das Königshaus rund um König Salman bin Abdulaziz Al Saud verlautbaren lassen. Dieser kleine Erfolg für die Frauenrechte in diesem Land bedeutet unter anderem, dass Frauen dadurch einen verbesserten Zugang zur Arbeitswelt und der Gesellschaft an sich haben. Spät aber doch hat dies auch das saudi-arabische Königshaus eingesehen – und das, nachdem jahrzehntelang mutige Frauen sich nicht mit dieser Regelung nicht abfinden wollten … und dagegen protestierten.
Am 6. November 1990 fuhr ein Autokonvoi mit 47 Frauen auf der Tahlia Street in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Sie protestierten für das Recht, ein Fahrzeug lenken zu dürfen – und wurden allesamt verhaftet, verloren ihre Jobs und wurden im ganzen Land angeprangert.
„Driving means access, mobility and empowerment, and from there we can chip away at the bigger issues,“ (Fawzia al-Bakr, eine der 47 Frauen; time.com) „If we can drive, anything is possible.“
Wajeha al-Huwaider war die erste Frau, die auf YouTube ein Video veröffentlichte: Am Internationalen Frauentag 2008 rief sie damit – hinter dem Steuer – ihre Landsfrauen auf, es ihr gleichzutun.
Im Frühjahr 2011 postete Manal al-Sharif ein Video, dass sie hinter dem Steuer eines Autos zeigt – auch sie wollte Nachahmerinnen animinieren und damit die Aktion „Women2Drive“ starten. Für dieses Video kam sie 9 Tage in Haft, die Aktion wurde dadurch vollkommen ausgebremst.
Mit der Unterschriftenaktion „Oct26Driving“ konnten 17.000 UnterzeichnerInnen gesammelt werden – bevor die Regierung die Website sperrte. Am 26. Oktober 2013 waren es schließlich 60 Frauen, die es sich trauten und jede Strafe in Kauf nahmen. In den Jahren danach wiederholten sie am 26. Oktober ihren Protest.
Saudi-Arabien ist das einzige Land auf der ganzen Welt, in denen es Frauen verboten war, ein Fahrzeug zu lenken. Im Juni des kommenden Jahres wird auch das endlich Geschichte sein.
Der indische Premierminister Narendra Modi hat am vergangenen Montag, dem 25. September 2017, ein 2,5 Milliarden US-Dollar (164 Milliarden Rupien und rund 2,11 Milliarden Euro) schweres Projekt gestartet, mit dem es gelingen soll, dass alle indischen Haushalte bis Ende 2018 mit elektrischem Strom versorgt werden.
Rund ein Viertel aller indischen Haushalte (rund 43 Millionen) haben in ihren Unterkünften keinen Zugang zu elektrischem Strom – damit fehlt 300 Millionen Inderinnen und Indern (von insgesamt 1,3 Milliarden) der Anschluss ans Netz. Der jetzige Vorstoß geht bereits auf ein Versprechen Modis aus dem November 2015 zurück – damals sprach er, innerhalb von 1.000 Tagen die Elektrifizierung abzuschließen. Außerdem soll die Rund-um-die-Uhr-Stromversorgung (also 24h, 7 Tage die Woche) im März 2019 erreicht werden. (Abhishek Jain spricht in „The Indian Express“ hingegen von 2022)
Die einzelnen Bundesstaaten müssen die Elektrifizierung abschließen – und für Haushalte armer BürgerInnen soll auch keinerlei Gebühr eingehoben werden. Neben der gesamtindischen Stromversorgung soll dadurch auch der Einsatz von Petroleum mehr und mehr zurückgedrängt werden. In ganz entlegenen Gegenden verspricht die Regierung zusätzlich Solarmodule mit Akkuspeicher zu installieren.
Die Bundestagswahl in Deutschland sowie eine Volksabstimmung in der Schweiz fand am gestrigen Sonntag statt, die Nationalratswahl in Österreich am 15. Oktober: Und wie wir alle sehen können, entsteht dabei sehr viel Müll. Die im ganzen Land aufgestellten Plakate landen nach dem Urnengang in der Verbrennung – und das, obwohl sie zum Teil (oder komplett) aus Kunststoffen bestehen.
Die Bonner Recycling-Firma Ascon hat sich vorgenommen, sich dem politischen Werbemüll anzunehmen. Es ist nicht die einzige Firma – auch z.B. Prop-Plakat oder Braun und Klein recyceln die Plakate, sofern etwas zurückgeschickt wird. Doch das ist oftmals nicht der Fall. Andreas Henn von Ascon hat hingegen die Parteien angeschrieben und ihnen eine Arbeitsteilung vorgeschlagen: Die Parteien sammeln die Plakate wieder ein – und das Unternehmen holt sie dann ab. Testlauf war die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017.
Die Plakate (jene, die an Straßenlaternen angebracht sind) bestehen aus Polypropylen, „vorne Folie, hinten Folie, dazwischen eine Wellenstruktur, die das ganze stabil macht“. Daraus können Shampooflaschen gemacht werden oder Trinkbecher – und eben auch wieder neue Wahlplakate.
Ob es sich wirtschaftlich rechnet, weiß Henn noch nicht ganz. Aber er erklärt es so: „Wenn das nicht so ist, werden wir das trotzdem noch mal machen.“ Doch sollte alles glatt laufen, wäre es für die Parteien billiger als das Verbrennen und für das Unternehmen ein Zuverdienst: Je nach Marktlage hat das Mahlgut der alten Plakate einen Wert von 450 bis 520 Euro pro Tonne.
Ein Spin-Off-Start-Up der Technischen Universität Wien hat mit ihrem ersten Produkt „Tetragon“ etwas Großes vor: Auf der spärlichen (sich im Aufbau befindlichen) Website kündigt man nicht weniger als ein „Braille-Revolution“ an. Ihr mobiler Braille-Reader will die Blindenschrift in Zeiten von Smartphones und Tablets wieder beliebter machen.
Die Schrift wurde 1825 von Louise Braille entwickelt. Jeder einzelne Buchstube wird dabei mit bis zu fünf Punkten (von 6 möglichen Punkten) dargestellt und mit den Fingern erfühlt und gelesen:
Das Braille-Alphabet – die dicken Punkte sind dabei spürbar.
Es gibt schon seit Jahrzehnten technische Vorrichtungen, die z.B. das Arbeiten, Schreiben und Lesen am Computer ermöglichen. Doch ist der Einsatz meist nur am Schreibtisch und im Büro möglich – genau hier setzt Tetragon an: Das ringförmige Tool ist kompakt, passt in jede Westentasche und bietet in einem sich rotierenden Ring eine endlose Zeile an. Die Buchstaben werden dabei durch kleine, sich drehende Quader dargestellt, die sich nach jeder Berührung neu zusammensetzen. Das Gerät soll an Smartphones und Tablets angesteckt werden können.
Das Patent ist bereits beantragt – doch in den kommenden Monaten sollen noch die perfekten Materialen und ergonomischen und haptischen Eigenschaften herausgefunden werden. Preislich soll dieses Gerät deutlich günstiger sein als die bisherige Technik. Zagler spricht davon, dass es sich im Budgetbereich eines neuen Smartphones befinden wird.
Das Patent ist bereits beantragt – doch in den kommenden Monaten sollen noch die perfekten Materialen und ergonomischen und haptischen Eigenschaften herausgefunden werden. Preislich soll dieses Gerät deutlich günstiger sein als die bisherige Technik. Zagler spricht davon, dass es sich im Budgetbereich eines neuen Smartphones befinden wird.
Der pensionierte TU-Professor Wolfgang Zagler hat das Gerät gemeinsam mit MIchael Treml und Dominik Busse, zwei seiner ehemaligen Studierenden, entwickelt. Das Projekt ist für den Social Impact Award 2017 nominiert – und noch bis zum 27. September kann dafür abgestimmt werden. Im folgenden Video (auf Deutsch, mit englischen Untertiteln), erzählt Zagler alles Notwendige über Tetragon.
Nach Untersuchungen am University College London gelang es im ersten Halbjahr 2017 mehr Menschen im Vereinigten Königreich, mit dem Rauchen aufzuhören, als viele Jahre zuvor. Rund 20 Prozent von denen, die sich vorgenommen haben, der Sucht zu entkommen, ist es in der ersten Hälfte dieses Jahres auch gelungen. 2010 lag die Erfolgsrate bei 13,5 %, 2017 bei 19.8 %. Der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahren liegt bei 15,7 %.
Gründe hierfür nennen die UCL-ForscherInnen auch:
So steigen mehr Menschen auf E-Zigaretten um. Das ist bereits die beliebteste Methode um mit dem Rauchen aufzuhören. In einer offiziellen Untersuchung der Public Health England wurde 2015 festgestellt, dass E-Zigaretten 95 % weniger giftige Inhaltsstoffe als Zigaretten beinhalten – doch sie sind definitiv nicht unumstritten. Weil die Kosten hierfür gesunken sind, haben nun auch Menschen mit geringeren Einkommen dieselbe Chance, aufzuhören, wie jene mit höherem Einkommen.
Außerdem sollen die gesetzlichen Bestimmungen (Rauchverbot an allen öffentlichen Orten, Verpackungsdesignauflagen) und einer damit einhergehenden Anti-Zigaretten-Kultur ebenfalls dazu geführt haben. Seit der Einführung des Rauchverbots sank die Zahl der Raucher um fast 2 Millionen – von 10,2 Millionen (2007) auf 8,3 Millionen (2016).