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  • #45 Fortschritte mit Ultraschall in der Alzheimer-Forschung

    Im März 2015 überraschte ein Forschungsteam des Queensland Brain Institute (QBI) an der australischen Universität von Queensland, als es in einem Forschungsartikel erklärte, dass durch gezielte, nicht-invasive Ultraschalltechnologie die Speicherfunktion von Gehirnen mit Alzheimer zu 75 Prozent wieder aktiviert werden konnte. Damals gelang ihnen dies bei Versuchen mit Mäusen.

    Was ist Alzheimer?

    Die Alzheimer-Krankheit (AK, lateinisch Morbus Alzheimer) ist eine neurodegenerative Erkrankung, die in ihrer häufigsten Form bei Personen über dem 65. Lebensjahr auftritt und durch zunehmende Demenz gekennzeichnet is

    Charakteristisch ist eine zunehmende Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit, die in der Regel einhergeht mit einer Abnahme der Fähigkeit, die Aktivitäten des täglichen Lebens zu bewältigen, mit zunehmenden Verhaltensauffälligkeiten und verstärkt auftretenden neuropsychiatrischen Symptomen.

    Bereits viele Jahre bevor erste klinische Symptome sichtbar werden, bilden sich im Gehirn des Betroffenen Plaques, die aus fehlerhaft gefalteten Beta-Amyloid-(Aβ-)Peptiden bestehen. Zusammen mit den Plaques sind Neurofibrillen, die sich in Form von Knäueln in den Neuronen ablagern, kennzeichnend (pathognomonisch) für die Erkrankung. (de.wikipedia.org)

    Aktuell gibt es keine Medikament oder Präventivmaßnahme, um gegen Alzheimer anzukämpfen. In ihrem wissenschaftlichen Artikel im Journal „Science Translational Medicine“ beschreibt das Forschungsteam seine Arbeit. Durch fokussierten therapeutischen Ultraschall werden Schallwellen in das Hirngewebe geschickt. Durch superschnelle Schwingungen gelingt es dabei, die sogenannte Blut-Hirn-Schranke zu öffnen. Diese kann man als Barriere zwischen den Flüssigkeitsräumen im Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem verstehen. Danach werden die Mikrogliazellen aktiviert – diese agieren als Fresszellen zur Immunabwehr im zentralen Nervensystem. Diese Zellen lösen die toxischen Beta-Amyloid-Klumpen auf, die für die schlimmsten Alzheimer-Symptome verantwortlich sind. Das klingt jetzt zwar alles sehr kompliziert – der Vorgang ist aber, zusammengefasst, vielversprechend, weil er nicht-invasiv ist und bei dieser Behandlung die anderen, noch gesunden Gehirnzellen nicht angegriffen werden. In diesem Jahr (2017) sollen nun Tests an Menschen durchgeführt werden.

    Dasselbe Forschungsteam erklärte im Oktober 2016, dass Ultraschall zudem das Altern von gesunden Gehirnen verlangsamen kann. Eigentlich war die Studie zur Erforschung der Sicherheit von Ultraschall gedacht, aber statt Schäden zeigte die Untersuchung rasch positive Auswirkungen auf die Gehirne der untersuchten Mäuse. Forscher Dr. Robert Hatch erklärt den Fortschritt: „In a normal brain the structure of neuronal cells in the hippocampus, a brain area extremely important for learning and memory, is reduced with age. What we found is that treating mice with scanning ultrasound prevents this reduction in structure, which suggests that by using this approach we can keep the structure of the brain younger as we get older.“

    Und im Februar 2017 hat das Forschungsteam der QBI erneut etwas verlautbart: Es gelinge nun zu verstehen, wie Tau, ein Schlüsselprotein bei Alzheimer, Fehlfunktionen von Neuronen verursacht. Tau ist grundsätzlich ein Protein mit normaler Funktion in den Gehirnzellen. Bei neurodegenerativen Zuständen wie z.B. bei Erkrankung mit Alzheimer oder Parkinson sorgen jedoch abnorme Formen von Tau für einen Aufbau von unlöslichen Aggregaten innerhalb der Neuronen und schließlich zum Absterben dieser Neuronen.

    Biomedizinische Ingeneure an der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland (USA) erklärten im Jänner 2017 übrigens ebenfalls einen Fortschritt dank Ultraschall: Ihnen gelang es, mittels Ultraschall konzentrierte Mengen von Medikamenten in das Gehirn von Ratten lokalisiert freizusetzen. Dabei wird das Medikament zuerst in winzige, biologisch abbaubare Nanopartikel „verpackt“ und dann mittels Schallwellen gezielt freigesetzt.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, geralt, Pixabay

  • #44 Drei Syrer starten Upcycling-Marktstand

    Was ist Upcycling?

    Wikipedia beschreibt es wie folgt: „Beim Upcycling (englisch up ’nach oben‘ und recycling ‚Wiederverwertung‘) werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert die Neuproduktion von Rohmaterialien.“ (de.wikipedia.org)

    Schöne Beispiele für Upcycling mit Nicht-Essbares gibt es hier.

    Ahmad Alhraki, Alla Alhraki und Rafaat Harb kamen vor einem halben Jahr nach Halifax, der Hauptstadt der auf der Halbinsel befindlichen kanadischen Provinz Nova Scotia an der Ostküste des Landes. Seit kurzem sind die drei zudem auch noch Unternehmer: Mit ihrem Stand „Piece of the East“ verkaufen sie selbstgemachte Produkte am Halifax Seaport Farmers‘ Market.

    Alleine das wäre schon eine schöne, positive Geschichte. Doch es geht noch weiter: In ihrem Englisch-Sprachkurs war auch gemeinnützige Arbeit inbegriffen. So arbeiteten sie bei der „Parker Street Food Bank“, einer Essenstafel. Dabei sahen sie, dass zwar natürlich alles Nutzbare auch für die Food Bank genutzt wurde – war eine Frucht aber an einer Stelle faulig, durfte sie nicht mehr verwendet und musste weggeworfen werden. Ahmad sagte damals zu der Flüchtlingsbetreuerin Sylvia Gawad, dass man daraus doch noch Marmelade machen könnte. In ihrer Erinnerung reagierte sie so: „I was like ‘why not, let’s do it’.“ Mit dieser Idee sind sie sogar genau im Trend: Upcycling, also aus Abfallprodukten etwas Neues zu machen, wird immer häufiger angewandt.

    Sie baute „Piece of the East“ auf. Von der Saint Mary’s University kamen die Verbindungen, die Parker Street Food Bank lieferte die Möglichkeit, neuen MitarbeiterInnen das Sortieren von Essen zu lehren und Hope Blooms bietet dem Team die Küche an, um ihre Gerichte (neben Marmelade auch Kokosnussbrot, Baklava oder Gurabi) herzustellen. Ein mittelfristiges Ziel ist es, weitere Quellen für Essensreste zu finden und eine eigene Küche zu haben – langfristig möchten sie gerne ein Pay-what-you-want-Restaurant eröffnen und von einem kleinen Teil der Einnahmen weitere Community-Projekte unterstützen.

    Am Markt wurden sie freundlich aufgenommen und die drei freuen sich über den großen Zuspruch, der ihnen aus der Bevölkerung entgegengebracht wird. Hier noch ein Video von der Eröffnung des Marktstandes:

    https://www.facebook.com/pieceoftheeasthfx/videos/1821472181439086/


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, tiburi, Pixabay

  • #43 Senkrechte Wälder für smoggeplagte, chinesische Großstädte

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    So sollen die beiden Hochhäuser in Nanjing aussehen – Konzeptgrafik von stefanoboeriarchitetti.net

    Die Bilder aus dem smogbedingt sonnenlosen Peking kennen wir wahrscheinlich alle – falls nicht, hier entlang. Doch China versucht einen Weg aus dieser Misere zu finden: Eine Idee ist es, Hochhäuser mit vertikalen Gärten/Wäldern zu bauen. Nun sind zwei Hochhäuser in Nanjing geplant: Die „Vertical Forest“ oder „Nanjing Green Towers“ sollen 2018 fertig gestellt werden – die Pflanzen, mit denen die beiden Hochhäuser bedeckt sein werden, würden in einem klassischen horizontalen Garten rund 6.000 Quadratmeter brauchen.

    Das Architekturteam Stefano Boeri erklärt in ihrem Statement, warum das gerade für smoggeplagte Städte eine gute Sache sei:

    Along the facades, 600 tall trees, 500 medium-sized trees (for a total amount of 1,100 trees from 23 local species) and 2,500 cascading plants and shrubs will cover a 6,000 Sqm area. A real vertical forest, contributing to regenerate local biodiversity, that will provide a 25 tons of CO2 absorption each year and will produce about 60 kg of Oxygen per day. (stefanoboeriarchitetti.net)

    Zwei Hochhäuser mit vertikalen Gärten gibt es bereits – das allererste in Mailand, das zweite steht in Lausanne in der Schweiz. Beide wurden vom selben Architekturteam umgesetzt, das nun für Nanjing verantwortlich ist.

    Das Video geht auf die Pläne ein und erklärt, was damit erreicht werden soll:

    In weiterer Folge sollen auch weitere Hochhäuser in China entstehen – z.B. in Shanghai, Shijiazhuang und Liuzhou.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle:  Pressebild, stefanoboeriarchitetti.net

  • #42 Quinoa mögliche Lösung für Nahrungsmittelknappheit

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    UN DESA (Population Division). (n.d.). Weltbevölkerung von 1950 bis 2015 (in Milliarden). In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 11. Februar 2017, Link zur Statista

    Die Weltbevölkerung wächst und wächst: Im Zeitraum von nur 65 Jahren wuchs die Zahl der Menschen auf dieser Erde um 4,82 Milliarden. (Siehe Abbildung). Der rasante Anstieg flacht aber laut Prognosen im Laufe dieses Jahrhunderts wieder ab – und doch: Am Ende wird es 2050 9,73 Milliarden und 2100 schließlich 11,21 Menschen auf dieser Erde geben.

    Forscherteams auf der ganzen Welt machen sich deshalb (wissenschaftliche) Gedanken darüber, wie man diese, im Laufe des Jahrhunderts rund 10 Milliarden Menschen ernähren kann, ohne dabei die Natur und die Tierwelt nachhaltig zu schädigen. ForscherInnen, die den Gencode der Quinoa-Pflanze geknackt haben, glauben, damit die Lösung für die schon heute bestehende und immer stärker werdende Nahrungsmittelknappheit gefunden zu haben.

    Quinoa-Fakten

    Quinoa wird eigentlich ‚kienwah‘ ausgesprochen, doch ‚kinoa‘, wie es die spanischstämmige Bevölkerung Boliviens ausspricht, hat sich auch im Westen durchgesetzt.

    Die „Mutter aller Körner“, wie die Inkas Quinoa bezeichneten, wird bereits seit über 5.000 Jahren kultiviert. Etwas überraschend gehört es zur gleichen Familie wie Rüben, Mangold und Spinat – daher zählt man Quinoa auch zum „Pseudogetreide“. Neuerdings zählt es neben Chiasamen, Amaranth usw. zu den sogenannten Superfoods.

    Aber warum gerade Quinoa? Der Hauptgrund ist, dass die Pflanze unglaublich belastbar ist: So wächst es auch auf schlechten und salzigen Böden. Außerdem bietet die Pflanze eine ausgewogenere Nährstoffquelle für Menschen als Getreide. So enthält Quinoa fast zweimal soviel Ballaststoffe als die meisten anderen Getreideprodukte. Zudem gehört dieses Lebensmittel zu den eiweißreichsten weltweit – es liefert alle 9 essentiellen Aminosäuren. Außergewöhnlich ist zudem die ganz spezielle Aminosäure Lysin – die ist selten in pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden, in Quinoa jedoch sehr stark: Lysin ist im Körper für das Gewebewachstum und Reparatur sehr wichtig.

    Das Forschungsteam der King Abdullah University of Science and Technology in Saudi Arabien hat zuerst die Genstruktur der Pflanze aufgeschlüsselt. Durch dieses entstandene Verständnis des genetischen Aufbaus von Quinoa ist es nun möglich, durch herkömmliche Zuchtmethoden die Pflanze in der Form zu verändern, um sie noch strapazierfähiger, die Pflanzen ertragreicher oder auch geschmacklich süßer zu machen.

    Denn einer der größten Nachteile von Quinoa ist – so blöd wie es auch klingen mag – der Geschmack. Um sich im Hochland vor Insekten – und Vogelfraß zu schützen, entwickelt Quinoa eine Substanz namens Saponin. Diese Substanz gibt Quinoa einen etwas bitteren Beigeschmack. Auch hier glaubt das Forschungsteam das zuständige Gen gefunden zu haben – wird dieses bei der Zucht abgeschwächt könnten die Samen geschmacklich süßer werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle:  CC0 Public Domain, Jai79, Pixabay

  • #41 Erneuerbare Energie in Europa weiter auf dem Vormarsch

    Im vergangenen Jahr kamen neue Stromkapazitäten in Höhe von 24,5 GW (Gigawatt, 1 Milliarde Watt) zur europäischen Stromerzeugung dazu. 86 Prozent bzw. 21,1 GW stammten dabei aus Wind, Solar, Biomasse und Wasserkraft. (51 % übrigens allein aus Wind, 27,4 % aus Solar).

    In Deutschland wuchs die Windkraft stark: 44 % aller 2016 errichteten Windfarmen in Europa entstanden dort. Aber auch Frankreich, die Niederlande, Irland und Litauen erzielten im vergangenen Jahr neue Rekorde.

    Die folgende Tabelle zeigt den Zuwachs an Windkraftanlagen in den deutschsprachigen Ländern sowie den drei größten Ländern der EU (neben Deutschland) und schließlich die Gesamtzahl der 28 EU-Staaten:

    Land Bestand Ende 2015 Installationen 2016 Bestand Ende 2016
    Deutschland 44.946 5.443 50.019
    Österreich 2.404 228 2.632
    Schweiz 60 20 75
    Liechtenstein 0 0 0
    Frankreich 10.505 1.561 12.065
    Spanien 23.025 49 23.075
    Vereinigtes Königreich 13.809 736 14.542
    EU-28 141.726 12.490 153.730

    Interessant wird da ja der Vergleich zu früheren Jahren: Hier bietet der WindEurope Report folgende Zahlen zu den installierten Kapazitäten:

    2005 hielt Kohle bei 24,8 %, Gas bei 20,5 %, Atomkraft bei 19,4 % und Wasserkraft bei 17,7%. Wind kam damals auf 6% und war damit sogar noch hinter Öl (7,7 %).

    2016 ist zwar Gas auf Platz eins (20,3 %), Wind ist jedoch bereits die zweitwichtigste Erzeugungsform in Europa (16,7 %), gefolgt von Kohle mit (16,5 %). Atomkraft landete hinter Wasserkraft (14,8 %), bei 13,1 %.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle:  CC0 Public Domain, Didgeman, Pixabay

  • #40 Somalia wählte neuen Präsidenten

    Nicht in allen Staaten dieser Erde ist es selbstverständlich, dass neue PräsidentInnen in Wahlen bestimmt werden. In Somalia, einem Land, in dem seit 1988 ein Bürgerkrieg, wird seit mehr als zwei Jahrzehnten versucht, eine funktionierende Zentralregierung entstehen zu lassen, bislang jedoch mit geringem Erfolg.

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    Zwar wurde bereits 2012 ein Präsident durch die ParlamentarierInnen des Übergangsparlaments gewählt, diese wurden damals jedoch von 135 Clan-Ältesten auserkoren. 2016 wollte man mit einer erstmals stattfindenden allgemeinen Volkswahl das Parlament stärker legitimieren. Aufgrund der Sicherheitslage musste man jedoch mit einer anderen Idee vorlieb nehmen: So wählten nun rund 14.000 Wahlmänner und -frauen die neuen Abgeordneten im Parlament – und das ist bereits ein Fortschritt:

    „Im Jahr 2012, da waren es 135 Clan-Älteste, und die sind jetzt in einem komplizierten Verfahren ersetzt worden durch 14.025 Delegierte aus den Regionen. Da gibt es also eine Mischung aus einem politischen und einem regional-ethnischen oder clanbezogenen Verfahren. Man kann es also, wenn man es positiv sagen will, als einen ersten Schritt in die richtige Richtung sehen, und man kann natürlich aus einer anderen Perspektive sagen: Das Land ist noch weit davon entfernt, demokratische Wahlen vorzusehen und zu organisieren.“ (deutschlandfunk.de)

    Wie dieser Wahlprozess funktioniert, erklärt auch dieses Video:

    328 der 329 gewählten Abgeordneten des somalischen Parlaments sind zur Wahl des Präsidenten erschienen. In der ersten Runde waren es noch 21 Kandidaten, in der zweiten Runde kam es schließlich zur Stichwahl mit den vier erfolgreichsten Kandidaten. Gewonnen hat Mohamed Abdullahi Farmajo, der frühere Regierungschefs Somalias.

    Bei der Parlaments- und Präsidentschaftswahl ist definitiv nicht alles rund gelaufen – man kann es aber als einen Schritt in die richtige Richtung sehen und hoffen, dass sich Somalia mit Präsident Farmajo positiv weiterentwickelt.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainAMISOM Public Information, Flickr

  • #39 Neuer Malaria-Impfstoff zeigt Wirkung

    Die Risikogebiete für Malaria
    Die Risikogebiete für Malaria

    Zwar gibt es bereits hochwirksame Medikamente gegen die Krankheit, jedoch wartet die Menschheit bis heute auf einen Impfstoff gegen Malaria. Doch Forscherteams auf der ganzen Welt arbeiten unter Hochdruck daran: Ab 2018 soll ein Impfstoff namens „RTS,S“ in drei Ländern in Subsahara-Afrika zum Einsatz kommen. Das Problem dabei ist: Dieser Impfstoff zeigt nur bei jedem dritten Patienten Wirkung. Nun erbrachte ein weiterer Wirkstoff bei ersten Studien gute Ergebnisse.

    Jedes Jahr sterben rund 430.000 Menschen an Malaria – 92 Prozent der Todesfälle sind am afrikanischen Kontinent zu verorten. Zwar ist die Zahl der Neuerkrankungen von 2010 bis 2015 weltweit um 21 % zurückgegangen und die Sterblichkeitsrate um 29 % – doch: 2015 starb alle zwei Minuten ein Kind an dieser Krankheit. (science.orf.at)

    Doch wie ging man bei den Tests für den neuen Wirkstoff vor? „Zehn Freiwillige ließen sich von Mücken stechen, die eine genetisch geschwächte Form des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum in sich trugen, und entwickelten anschließend Antikörper“, so heise.de. Keiner der zehn Freiwilligen erkrankte dabei an Malaria. Es geht dabei um drei Gene, welche im Erreger Plasmodium falciparum stillgelegt werden müssen, damit der Parasit nicht mehr seinen vollen Lebenszyklus durchläuft. Nach Tests an Mäusen ist das nun der erste Test an Menschen.

    Im kommenden Jahr sollen dann Menschen, die mit diesem Impfstoff geimpft wurden in Kontakt mit unmanipulierten Erregern kommen. Dadurch würde sichtbar werden, ob die erzeugten Antikörper das Immunsystem ausreichend schützen können. Sollte dies gelingen, wird es schließlich weitere, größere Studien mit diesem Impfstoff geben. Bis dahin soll der Impfstoff RTS,S eingesetzt werden – denn selbst wenn er nur bei jedem dritten Patienten Wirkung zeigt, ist das bereits ein Fortschritt.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Titelbild CC0 Public Domain, ZoranD, Pixabay, Grafik: Public Domain, Link

  • #38 Schüler findet kosteneffektiven Weg um Trinkwasser aus Salzwasser zu gewinnen

    Auf der Erde gibt es insgesamt 1,38 Mrd. km³ Wasser. Davon sind 97,4 % Salzwasser und 2,6% sind Süßwasser. Im Jahr 2015 hatten 783 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Wenn man also das Salzwasser der Meere und Ozeane entsalzen könnte, könnte man der Lösung dieses Problems näher kommen. Und diese Möglichkeiten der Entsalzung gibt es schon: Das Prinzip dabei ist stets gleich: Das Wasser muss erhitzt werden und der dabei entstehende Wasserdampf abgefangen werden.

    Chaitanya Karamchedu (Spitzname: Chai), ein Schüler aus Portland, Oregon (USA) hat nun einen Weg gefunden, kosteneffektiv das Salz vom Wasser zu trennen. Dazu benutzt er ein Polymer (Definition: Ein Polymer ist eine chemische Verbindung, die aus Ketten- oder verzweigten Molekülen (Makromolekül) besteht, die aus gleichen oder gleichartigen Einheiten (den sogenannten Monomeren) bestehen. chemie.de), dass sich nicht mit den Wassermolekülen, sondern nur mit den Salzmolekülen verbindet. Damit sammelt sich das Salz, das trinkbare Wasser bleibt dann übrig.

    Für ihn war die Erkenntnis wichtig, dass Wasser nicht vollkommen mit Salz durchsetzt ist. Er sagt, nur 10 Prozent des Wassers ist mit Salz verbunden, die restlichen 90 Prozent nicht. Seine Herangehensweise erklärt er so:

    „People were concentrated on that 10 percent of water that’s bonded to the salt in the sea and no one looked at the 90 percent that was free. Chai just looked at it and said if 10 percent is bonded and 90 percent is free, then why are we so focused on this 10 percent, let’s ignore it and focus on the 90.“ kptv.com

    Mit seiner Erfindung gewann er bereits den mit 10.000 Dollar dotierten Preis der „US Agency for International Global Development“ auf der „International Science Fair“ des Unternehmens Intel und wurde Zweiter auf der TechCon Conference am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Damit hat er weiteres Geld für seine Forschung erhalten – und forscht nun mit Intels und MITs Investments.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, bykst, Pixabay

  • #37 Ein Übersetzungshelfer für Flüchtlinge

    Drei Entwickler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben vergangene Woche einen neuen Facebook Messenger Bot vorgestellt: Tarjimly funktioniert so, dass es Flüchtlingen bei allen möglichen Übersetzungen helfen soll. Der Bot verbindet dabei Flüchtlinge und ImmigrantInnen mit freiwilligen ÜbersetzerInnen.

    Ein Facebook Messenger Bot funktioniert (ganz vereinfacht gesagt) wie ein automatischer Beantworter. Innerhalb der Messenger-App von Facebook kann der Bot auf vorgegebene Inputs reagieren und die passende, gesuchte Antwort oder Aktion (den Output) liefern. Bei Tarjimly ist es so, dass man zuerst der Seite eine Nachricht schreiben (hier entlang), danach muss man dem Bot die Sprache nennen und wird anschließend mit einem Übersetzer/einer Übersetzerin vernetzt.

    Aktuell befindet sich die App noch in der Testphase – die App wertet aber die Daten der Übersetzungen aus. Damit sollen schlechte ÜbersetzerInnen aussortiert werden. Für die Flüchtlinge ist dieser Bot von Vorteil, weil man dabei direkt mit EntwicklungshelferInnen, ÄrztInnen im Einreiseprozess unterstützt werden kann. Die Entwickler rechneten in der ersten Woche mit 50 Anmeldungen – bislang haben sich aber bereits über 1.100 Flüchtlinge angemeldet.

    Im Gegensatz zu anderen Apps für Flüchtlinge sieht man hier den direkten zwischenmenschlichen Kontakt (den der Bot herstellt) als großen Vorteil. Außerdem muss keine weitere App installiert werden – es reicht der Facebook Messenger, der mit rund 1 Milliarde NutzerInnen neben WhatsApp der beliebteste Messengerdienst weltweit ist.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay

  • #36 Ab 2024 Open Access bei öffentlich finanzierter Forschung in der Schweiz

    Um an die Ergebnisse von Forschung zu kommen, muss man mitunter recht tief in die Tasche greifen. Da ist es natürlich angebracht zu hinterfragen, warum man dies auch bei öffentlich finanzierter Forschung (also mit Fördergeldern aus staatlichen Institutionen etc.) tun muss. Denn: Das Geld für die Forschung wird aus Steuergeldern finanziert, da müsste doch eigentlich das Ergebnis der Forschung (nach etwaigem Ablauf von Sperrfristen) auch den SteuerzahlerInnen zur Verfügung stehen, oder?

    Das dachte sich auch die Schweiz. Die Schweizer Rektorenkonferenz einigte sich am 31. 1. 2017 auf eine nationale Open-Access-Strategie. Damit sollen bis 2024 „in der Schweiz mit öffentlichen Mitteln finanzierte Publikationen öffentlich und kostenfrei  zugänglich sein“.

    Das folgende Video beschreibt „Open Access“:

    https://www.youtube.com/watch?v=o2HMouOV-Lg

    Beginnen will man in der Schweiz sofort: Bis Sommer 2017 soll die Strategie in einen Aktionsplan münden. Der „Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung“ (SNF) findet die beschlossene Open-Access-Strategie und verweist dabei auf das eigene Motto: ‚Excellence comprises openess‘ – Exzellenz beinhaltet Offenheit“


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY SA | Bestimmte Rechte vorbehalten von esquetee | Sarah Thompson (Bild)